Stimmen zur NiederlageMarko Arnautovic: "Ein Trikot und Autogramm wollten die Fans heute sicher nicht"

Ratlosigkeit und Enttäuschung, die weh tut. Österreichs Team sucht Erklärungen für die Pleite – Franco Foda will in Ruhe analysieren.

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Enttäuschung bei Marko Arnautovic und den Fans
Enttäuschung bei Marko Arnautovic und den Fans © GEPA pictures
 

Die Fans waren außer sich, Kapitän David Alaba und zuvor schon Marko Arnautovic mussten sich nach dem 0:1 auch dem direkten Gespräch stellen. "Ich kann die Unruhe verstehen, nach zwei Niederlagen in drei Spielen. Aber uns Lustlosigkeit oder Arbeitsverweigerung vorzuwerfen, nicht. Diese Kritik, da habe ich eine andere Meinung", sagte Alaba. Und doch: Alle wussten, dass das, was man gegen Schottland geboten hatte, zu wenig war.

"Das ist die pure Enttäuschung", meinte Christoph Baumgartner, der noch die beste Chance vorfand (und vergab). "Wir haben keine klaren Torchancen herausgespielt, bei langen Bällen sind die Schotten gut gestanden." Aber: Zu wenig Spieler hätten 100 Prozent Leistung gebracht, sagte Baumgartner und begann mit der Kritik bei sich selbst. "Ich verstehe, dass die Fans enttäuscht sind. Aber sie können uns glauben: Wir wollen unbedingt gewinnen!" Ausgegeben sei der Plan gewesen, zwischen die Linien zu kommen, um dann auch hinter die letzte Abwehrkette spielen zu können, sagte Alaba. "Das haben wir versucht, nur der letzte Pass, der Abschluss hat gefehlt."

Gefehlt hat auch der Ansatz der Erklärung, warum es nicht lief. Den hatte auch Stefan Ilsanker nicht, der – zu seinem Ärger – als erster vom Platz musste: "Ich habe mich sehr gut gefühlt und habe viel für das Spiel gemacht. Ich wollte weiter helfen, aber zum Wechsel sage ich jetzt nichts mehr." Stattdessen blieb auch dem Frankfurt-Legionär nur die Bitte um Nachsicht: "Wir müssen uns bei den Fans entschuldigen, die immer zu uns halten und uns den Rücken stärken. Wir wollen unbedingt gewinnen und haben alles versucht. Es ist uns nicht gelungen, unsere Qualität auf den Platz zu bringen."

Österreich - Schottland 0:1: Die Leistung der ÖFB-Spieler in der Einzelkritik

Daniel Bachmann: 3

Am Watford-Torhüter lag es nicht, dass Österreich auch gegen Schottland verlor. Der 27-Jährige bewahrte Österreich mit  seinen Paraden letztlich sogar vor einer noch höheren Niederlage.

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Christopher Trimmel: 2

Defensiv war der Rechtsverteidiger kaum geprüft, offensiv unauffällig. Er schaffte es kaum für Schwung über die Seite zu sorgen. Seine Flanken – eigentlich eine Stärke – waren schwach.

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Aleksandar Dragovic: 3

Leistete sich, anders als in Israel, keinen groben Schnitzer.
Sicherheit strahlte der Routinier aber auch keine aus. In der
Spieleröffnung immer wieder mit guten Bällen durch die Linien.

AP

Martin Hinteregger: 2

Überhartes Einsteigen, dummes Elfmeterfoul. Mit Gelb vorbelastet, tat er sich schwer. Unverständlich, warum er nicht ausgetauscht wurde. Hätte so seinen 29. Geburtstag früher feiern können.

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David Alaba: 3

Der Real-Madrid-Star war der beste Österreicher. Offensiv sehr bemüht, vernachlässigte er seine Arbeit als Linksverteidiger in der Viererkette gelegentlich. Seine Flanken kamen kaum an.

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Stefan Ilsanker: 3

Der robuste Frankfurt-Legionär erledigte seine  Defensivaufgaben vor der Abwehr gegen Schottland  ordentlich. Dass er das Offensivspiel der Österreicher nicht beleben wird, war vorher schon klar.

APA

Florian Grillitsch: 2

Hätte Spielwitz versprühen sollen – tat das aber gar nicht. Schlampig im Passspiel, emotionslos in den Zweikämpfen. Man merkt dem Mittelfeldspieler die fehlende Spielpraxis an.

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Konrad Laimer: 3

Offensiv bemüht zeigt der Leipzig-Legionär, dass seine Stärken im Pressing liegen. Lief die schottische Hintermannschaft gut an, wurde dabei aber oft alleine gelassen.

APA

Louis Schaub: 1

Hätte als Zehner das Herz des Offensivspiels sein sollen – es gelang ihm aber sehr wenig. Nennenswerte Offensivaktionen, in die der Köln-Legionär eingebunden war? Fehlanzeige.

APA

Christoph Baumgartner: 3

Die Bemühungen darf man Baumgartner nicht absprechen. Er kann aber wesentlich mehr, enttäuschte vor allem im Eins-gegen-Eins. Vergab nach einem Eckball die größte Chance Österreichs.

AP

Marko Arnautovic: 1

Der Italien-Legionär hatte gegen die großgewachsenen Innenverteidiger eine undankbare Aufgabe. Weniger Fersler hätte es aber auch getan – vor allem, weil nicht eines gelungen ist.

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1/11

Das sah auch Franco Foda so – doch denkt der keineswegs ans Aufgeben: "Es ist eine schwierige Phase, da müssen wir durch. Sechs Punkte aus sieben Spielen sind zu wenig." Er selbst will aber vor allem eines: "In nächsten ein, zwei Tagen an die Sache rangehen, perspektivisch nach vorne schauen." Ob er das darf, oder ob die "Foda raus"-Rufe Gehör finden? "Das sind Dinge, die ein Trainer nicht beeinflussen kann. Ich bin gerne Teamchef!"

Stürmer Marko Arnautovic stellte sich nach der Partie den wütenden Fans und erklärte die Situation mit einer Portion Galgenhumor. "Ein Trikot und ein Autogramm wollten sie ganz sicher nicht", erklärte der Bolgona-Legionär und fügte hinzu: "Die Fans haben eine Mannschaft auf höchstem Niveau bei der Euro gesehen, jetzt haben wir dieses Level nicht erreicht. Ich denke nicht, dass es am Willen lag, wir waren einfach verloren und hatten keine Lösungen."

Kommentare (2)
Peterkarl Moscher
1
1
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Rücktritt aber rasch !

Einen klaren Schnitt setzten, jetzt sofort denn mit der Mannschaft haben wir bei
einer WM NICHTS VERLOREN! Neuer Trainer und junge Spieler, die sogenannten
Altstars höflich verabschieden. Das System Foda ist Angsthasenfußball das kann er
in der Steirischen Landesliga versuchen !

SOEDING1956
6
5
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die Spieler haben derzeit nur einen Gedanken

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