Der 4:0-Sieg in der WM-Qualifikation in San Marino stellte ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick zwar sportlich zufrieden, allerdings galt seine Aufmerksamkeit den Folgen des Amoklaufs in Graz. „Das ist einer der schwersten Momente in meiner Trainerkarriere. Am 11. September 2001 war ich Trainer in Hannover und wir hatten ein Testspiel. Als die Tragödie in Winnenden 2009 passiert ist, war ich Hoffenheim-Trainer. Auch damals waren es extreme Situationen“, sagte der Deutsche nachdenklich. „Wir müssen in der heutigen Zeit alle aufeinander aufpassen. Vertrauen und Empathie halte ich für enorm wichtig. Am Ende geht es um zwei Pole: die Angst und die Liebe. Wir können alle dafür sorgen, dass der Pol der Liebe viel mehr in den Vordergrund rückt. Wie verzweifelt muss jemand sein, der mit 21 Jahren in die Schule geht, so viele Menschen umbringt und sich selbst erschießt? Man mag sich gar nicht vorstellen, was in so einem Menschen vorgeht.“
ÖFB-Teamchef
Ralf Rangnick und die Hoffnung auf den Pol der Liebe
ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick wünscht sich mehr Empathie und das Zusammenrücken in der Gesellschaft.
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