„Pure Emotion, pure Freude“ – so fasste Siegtorschütze Donis Avdijaj die Momente nach dem historischen Finaleinzug im ÖFB-Cup in der Kabine zusammen. Der 28-Jährige traf in der 54. Minute zum entscheidenden 1:0 und legte vor dem mitgereisten Anhang ein Siegertänzchen hin. „Ich habe einfach improvisiert und meinen Körper machen lassen.“ Eine gute Entscheidung, auch in der Aktion selbst. Nach einer schönen Kombination schloss Avdijaj eiskalt ab und arbeitete danach vorne wie hinten bis in die Nachspielzeit. So sehr, dass sein Körper nach dem Abpfiff völlig herunterfuhr. „Es war ein unfassbar anstrengendes Spiel, das war es aber für jeden Einzelnen bei uns.“
Die Qualen des Cup-Fights waren aber schnell vergessen, als sich der Offensivakteur Tormann Raphael Sallinger schnappte, der die Hartberger zu Beginn im Spiel hielt, und den Moment nach Abpfiff genoss. „Ich bin mit Salli vier Minuten an der Eckfahne mit Tränen in den Augen einfach nur auf dem Boden gelegen und habe es genossen. Wir brauchen uns nichts vormachen: Hartberg im Cupfinale und dann auch noch völlig verdient, das ist sensationell.“ Denn die Oststeirer zeigten sich in Favoriten von ihrer besten Seite. In der Offensive durch Avdijaj eiskalt, in der Defensive bestens eingestellt und nach den ersten Minuten auch grundsolide. „Wir hatten dieses Spiel schon länger im Hinterkopf und haben gewusst, dass wir eine Chance haben, wenn wir alles richtig machen. Die Jungs sind an ihre Grenzen gegangen und hatten auf alles eine Antwort, da kann man ihnen nur gratulieren“, lobte auch Trainer Manfred Schmid seine Truppe.
Avdijaj versteht Kritik nicht
Für seinen Siegtorschützen hatte er ein Extralob übrig. „Seit ich hier bin, war es sicher eines seiner besten Spiele“, meinte Schmid. „Er war die ganze Vorbereitung raus und ist wieder bei 100 Prozent. Das ist seine Bühne und er liebt diese Bühne. Generell war es aber einfach eine geschlossene Mannschaftsleistung.“ Spielerisch war den Hartbergern bewusst, dass sie nicht die Kontrolle haben werden. Dafür zeichneten sich die Steirer durch andere Tugenden aus, die bereits in der Vergangenheit zum Erfolg führten. „Wenn du gegen den Tabellenführer spielst, musst du über den Willen und Zweikampf kommen, das ist klar“, resümiert Avdijaj. „Man hat gesehen, dass wir es wollten und wir um jeden Zentimeter gekämpft haben. Wir haben uns das verdient.“
Verdient hat sich die Mannschaft auch eine perfekte Kulisse im Endspiel am 1. Mai in Klagenfurt. Die Vorfreude ist groß, die Nachfrage nach Tickets ebenfalls. „Alleine aus meinem Bekanntenkreis haben sich mehr als 100 Menschen angesagt“, sagt der siebenfache Torschütze in der aktuellen Cup-Saison. Von Kritik, dem Duell mit dem WAC fehle Brisanz und am Ende auch Zuschauerinteresse, lässt Avdijaj nicht gelten. „Am Ende haben sich eben die zwei besten Mannschaften durchgesetzt. So leid es mir für die Leute tut, die dieses Spiel ungern sehen, aber vielleicht klappt es bei ihren Mannschaften im nächsten Jahr.“ Die Stimmung im Wörthersee-Stadion werde „geil“, ist sich Avdijaj sicher. „Beide Vereine träumen vom Cup-Titel. Es wird ein super Spiel mit toller Kulisse.“