"Nicht so klass", sagt Thomas Rotter und meint damit gar nicht die grundlegende Situation der Hartberger. Vor dem 0:1 gegen Salzburg war der 30-jährige Innenverteidiger in der laufenden Saison ein einziges Mal im Kader – ohne Einsatz. "Man versucht sich halt zu präsentieren", sagt Rotter, der so eine Situation in seiner Karriere noch nicht erlebt hat. "Wenn auf andere gebaut wird, muss man das akzeptieren." Rotter versuchte so zu trainieren wie gewohnt. Er war für den Verein da, wenn er gebraucht wurde, etwa als die Amateure im Oberliga-Spitzenspiel in Bad Waltersdorf gespielt haben: "Man gibt im Training alles, versucht zu pushen."

Gegen Salzburg stand er in der Startelf. Bei aller Vorfreude war der erste Gedanke: "Ausgerechnet gegen die. In unserer Situation willst du nicht gegen Salzburg spielen." Vor der 0:1-Niederlage bei den Bullen gingen die Hartberger bekanntlich zweimal 1:5 unter. "Wir haben das gut gemacht", sagt Rotter zur Leistung gegen Salzburg. "Wenn wir in einer guten Phase sind, nehmen wir dort was mit."

Vor allem defensiv hat sich die Mannschaft von Klaus Schmidt mit Rotter als Abwehrchef wesentlich stabiler präsentiert als zuletzt. "Das liegt nicht an einem Spieler", führt Rotter das nicht auf seine eigene Leistung zurück. Anders als zuletzt spielten die Hartberger mit einer klaren Fünferkette und mit Außenverteidigern, die weniger Offensivdrang haben als Ruben Providence und Dominik Frieser. "Das ist dann leichter zu verteidigen. Man schaut nicht so blöd aus als Verteidiger, wenn man tiefer steht."

Bleibt die Frage: Darf Hartberg auch gegen Lustenau mit tief stehender Fünferkette spielen und auf Konter setzen? "Das fragen wir uns auch. Am Anfang unserer Bundesligazeit wäre das undenkbar gewesen", sagt Rotter. "Jetzt sage ich: Warum nicht? Es geht nur um Punkte und nicht darum, schön zu spielen." Wie das gelingen solle – da wäre Rotter der falsche Ansprechpartner. "Wir werden alles reinwerfen. Mehr können wir nicht machen."

Für den Plan, wie gegen Lustenau ein Sieg gelingen soll, ist Trainer Klaus Schmidt verantwortlich. "Hoch, tief, Fünferkette, Viererkette, Dreierkette, Zweierkette, links, rechts – alles egal. Wir müssen so spielen, dass wir punkten", sagt der Trainer. Und betont bei aller Forderung nach drei Punkten: "Wir sind nicht in der Situation, zu sagen, wir schlagen Lustenau definitiv." Dabei verweist er auf die miserable Saisonbilanz: Weniger Punkte, weniger erzielte Tore und mehr erhaltene Gegentore hatte Hartberg nach 14 Runden noch nie. "Wir müssen uns gegen die Unserie wehren. Wir können in der Trainingswoche nur schauen, dass jeder wieder an sich und uns glaubt und dass es dann auch funktioniert."

Vielleicht mit Rotter in der Startelf? "Ich glaube, meine Bewerbung war okay", sagt er.