Vor einem Spiel in Salzburg „Verlieren verboten“ zu sagen, ist für Hartberg ein Ding der Unmöglichkeit. Nicht nur, weil die Oststeirer sich in Unform befinden und in den letzten beiden Spielen fünf Gegentore kassiert haben. Alleine wegen der grundsätzlich verschiedenen Voraussetzung wäre so eine Aussage vermessen. Eines sagt Hartbergs Sportchef Erich Korherr aber dezidiert: „Ich will nicht wieder in ein offenes Messer laufen. Ich will nicht fünf Tore oder mehr bekommen.“ Das wurde Trainer Klaus Schmidt auch so mitgeteilt und zur Kenntnis genommen. „Natürlich! Das will er ja selber auch nicht“, sagt Korherr.

Darum ist davon auszugehen, dass die Hartberger das Spiel beim Tabellenführer heute sehr defensiv anlegen. Um endlich die zuletzt von Abwehrchef Mario Sonnleitner geforderte Stabilität zu erlangen. „Es wird darum gehen, so wenig wie möglich zuzulassen“, sagt Korherr. Das ist Hartberg beim 0:2 in der Oststeiermark gegen Salzburg lange Zeit gut gelungen. Erst ein Doppelschlag nach der Pause sorgte für die Entscheidung. Der Hartberger Plan damals? Eine massive Fünferkette und mit Seth Paintsil neben Dario Tadic das nötige Tempo.

Durchaus denkbar, dass sich das die Verantwortlichen auch heute so vorstellen. „Jetzt kommt natürlich der denkbar schlechteste Gegner nach diesen brutalen Niederlagen“, meint Tadic mit Hinblick auf das Duell David gegen Goliath. Gerade deshalb könnte aber auch etwas möglich sein. „Vielleicht passt es genau jetzt, weil keiner mit uns rechnet und wir für viele sowieso schon fertig sind. Das nimmt ein wenig den Druck raus und vielleicht kann der ein oder andere deshalb befreiter aufspielen.“ Trotzdem sei die Partie schwer einzuordnen, meint der Stürmer. Vor allem auch in Sachen Ergebnis. „Für Punkte braucht es einen rabenschwarzen Tag der Salzburger, das ist sowieso klar. Wir reden jetzt aber noch nicht über Punkte, viel wichtiger wird sein, dass wir die Sachen umsetzen, die gefordert werden. Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und Passgenauigkeit müssen stimmen.“

Selbst dann sei eine Überraschung noch immer schwer genug, auf eine gute Leistung lasse sich aber aufbauen. Darauf, dass die Salzburger das Champions-League-Spiel gegen AC Milan im Kopf haben, wollen sich die Hartberger übrigens ebenfalls nicht verlassen. „Dafür ist die Qualität der Salzburger Spieler zu groß“, sagt Korherr.