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Sturm-TrainerNestor El Maestro: "Ich bin kein guter Trainer für den Plan B"

Sturm-Trainer Nestor El Maestro sprach bei Talk und Tore über seine bisherige Zeit in Graz, seine Schwächen, Mirko Slomka, Akzeptanz und seine Spielphilosophie.

Nestor El Maestro
Nestor El Maestro © GEPA pictures
 

Am Montag war Sturm-Trainer Nestor El Maestro Gast bei "Talk und Tore" auf Sky. Der 36-Jährige gab dabei Einblick in seine bisherige Zeit in Graz und sparte wie gewohnt auch nicht mit Selbstkritik. El Maestro...

...über die Szenen nach der 3:3 in Mattersburg: „Das gegen Mattersburg war schon ein bisschen peinlich. Und natürlich darf sich das nicht wiederholen – nicht nur wegen der Strafe auf Bewährung. Mir war das Interview peinlicher als das mit den Sachen durch die Gegend schießen. Das muss ich anders machen und ich glaube, bis heute ist es mir auch gelungen, dass das ein Einzelfall bleibt.“

...über die Wichtigkeit des anstehenden Steirer-Derbys gegen Hartberg: „Ich spiele ja die österreichische Bundesliga und nicht den Steiermark-Wettbewerb oder südliche Donau oder was auch immer. Mir kommt bei Sturm vor als wäre jedes Spiel ein Derby. (...) Ich persönlich versuche niemals den Spielen eine Hierarchie zu geben. (...) Für die Sturm-Fans gibt es nur ein Derby und das ist der GAK. Das Spiel am Samstag ist extrem wichtig für uns klarerweise – aber wie jedes andere.“

...über seine Schwächen als Trainer: „Ich bin leider kein guter Trainer für den Plan B. Ich glaube, ich habe meine Stärken, um – manchmal, häufig oder nicht häufig – das perfekte Spiel vorzubereiten. In der Analyse und in allem, was vor dem Geschehen auf dem Platz ist. Es gibt häufig Spiele, die genau nach meinem Plan ablaufen und damit ist das 1:0 sehr verbunden. Auf der anderen Seite habe ich großen Steigerungsbedarf, was das Handeln im Spiel selbst betrifft oder da, wo das Spiel jetzt nicht gerade zu meinen Gunsten läuft oder ich überrascht bin. Da bin ich ziemlich schlecht.“

...über Mirko Slomka, unter dem er jahrelang als Co-Trainer tätig gewesen ist und der am Sonntag bei Hannover 96 entlassen wurde: „Mirko hat mir am Sonntagmorgen eine SMS geschickt. Da stand drinnen: ,Manchmal läuft es nicht, Kopf hoch. Immer weiter. Du bist ein Guter.‘ Das sagt etwas über den Charakter dieser Person. Ich bin nicht sicher, ob er zu diesem Zeitpunkt schon wusste, dass es in Hannover nicht weitergeht, aber es war für ihn kein einfaches Wochenende. Er hat sich trotzdem gemeldet.“

...darüber, wie wichtig Slomka für seine Karriere gewesen ist: „Extrem. Sie müssen sich vorstellen, was er für mich getan hat: Er hat mich aus der totalen Anonymität zum Co-Trainer bei Schalke 04 gemacht. Ich war 23 und damals war das schon sehr außergewöhnlich. Das war vor der Zeit der jungen Trainer. Es gab keine Menschen mit diesem Alter, die auf diesem Niveau gearbeitet haben. Das war vor Nagelsmann, vor Tedesco – es war total außergewöhnlich. Es war natürlich ein riesen Karriereschub und ich habe versucht, das Vertrauen zurückzuzahlen. Ich glaube, wir haben acht Jahre zusammengearbeitet und dabei große Erfolge gefeiert. (...) Sicherlich haben mich diese acht Jahre mit Mirko geprägt – nicht nur wie ich den Fußball sehe oder die taktische Ausrichtung, besonders in der Trainingsarbeit. Mirko ist ein richtig, richtig guter Trainer auf dem Platz.“

...auf die Frage, ob es schwierig gewesen sei als 23-Jähriger die Akzeptanz von gestandenen Spielern zu bekommen: „Für mich nicht. Ich bin ja im Fußball immer ein Niemand gewesen und alles an Respekt oder Akzeptanz, was ich habe oder gehabt habe, musste ich mir durch Leistung, Fähigkeit oder einfach Ahnung erarbeiten. Und es war von vornherein wenig Problem.“

...über seine Spielphilosophie und ob Atletico Madrid unter Diego Simeone sein Vorbild sei: „Das System von Simeone ist insofern gut, weil es auf fast jedem Niveau einsetzbar ist. Das, was wir damals in der Slowakei gespielt haben, war sehr ähnlich. In Graz gibt es sicherlich einige Elemente, die man vergleichen könnte. Aber es ist nicht so nah.“

...über die Sturm-Fans: „Ich fühle mich sehr wohl. Ich finde, wir haben eine brillante Unterstützung. Das hat wenig mit mir zu tun, glaube ich, aber sie ist immer da. Auswärts ist es manchmal der Wahnsinn. Ich denke besonders zurück an die Pokalspiele gegen kleinere, unattraktivere Gegner – unfassbar, was da immer abgeht und in welcher Menge sie da zu den Spielen kommen. Es war auch ein Grund, warum ich so gerne nach Graz gekommen bin. Ich habe das früher auch da im Stadion miterlebt.“

...darüber, warum er sich trotz etwaiger anderer Möglichkeiten für den Fußball entschieden habe: „Oxford oder Cambridge waren natürlich nicht einfach, aber wenn man will, es war nicht unvorstellbar. Ich war in der Schule schon ein bisschen ein Streber. Also ich hatte auch ein großes Stipendium bei diesem teuren Internat, auf dem ich war. Die Entscheidung für den Fußball kam darum, weil mein Umfeld so war, dass wir es alle sehr gerne hatten. Es war immer eine große Leidenschaft und ich glaube, als Jugendlicher wollte ich immer in der Mitte des Geschehens sein. Wenn man so will: Darsteller und nicht Beobachter. Und Fußball kam mir da recht. Es war einfach außergewöhnlicher als der normale Weg.“

...auf die Frage, ob er bei Schalke nur deshalb gewesen sei, weil es ihn und seinen Bruder Nikon nur im Doppelpack gegeben hat: „Es war auf jeden Fall eine Verpflichtung im Doppelpack. Man kann vielleicht bei den Verantwortlichen fragen, wen sie in erster Linie wollten. Auf jeden Fall haben sie mir mit 23 den Job des Co-Trainers angeboten – also mindestens einer von uns hatte richtig was drauf.“

Kommentare (6)

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Kreatonaton
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Osim hatte in seiner Anfangszeit aussergewöhnlich

begabte junge Spieler (Schoppi, Haas, Milanic). Bekam dann von Kartnig Anfangs jedes Jahr(!) ein neues Kapazunder - Vastic, Reinmaiyer, Kocian, Sidorcuk und cor dem ersten Maisterjahr auf einen Schlag Foda, Popovic und Schupp. Für die Champions League Yuran, Mamedow, Flerquin, Angibaud. Viele Spieler die er unbedingt wollte - wie den jungen Pantelic - blieben ohne Wirkung und wurden erst später gut. Der grosse Umbruch mit Spielern wie Held, Dmitrovic, Rojas, Pregelj - Millionen verschlungen - ging völlig in die Hose. Junge Österreicher wurden voll aufs Abstellgleis gestellt.
Er war statistisch unser bester Trainer ja. Ehre wem Ehre gebührt! Aber sein System hat Millionen verschlungen. Und unter dem Strich: 7 Jahre zwei Meisterschaften und drei Pokalsiege. Ja das ist gut aber überragend ???.
Nestor Maestro hat nicht ein 10tel der Möglichkeiten die Osim hatte. Er steht besser da als das Team im Vorjahr. lassen wir ihn doch mal arbeiten und ziehen nach dem Grunddurchgang Bilanz. Kann sich noch jemand erinnern an Osims erste Saison? Da waren wir bis zu Winter ein planloses graues Mäuschen - dann kam der Lauf mit 22 Spielen ohne Niederlage und dem Vizemeistertitel.
Stellt euch vor er wäre damals im miserablen Herbst entlassen worden...

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Geom38
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Hätte sich Kartnig

damals nicht ständig eingemischt und hätte er Osim nicht zunehmends dauernd Spieler auf's Auge gedrückt die dieser gar nicht wollte, hätten die Erfolge vielleicht länger angehalten bzw. hätte der Verein sich zumindest eine Menge Geld erspart. Wahrscheinlich auch den Konkurs. Überragend war in erster Linie die Art, wie unter Osim gespielt wurde. In der ersten Meistersaison war für mich jedenfalls schon nach dem ersten Spiel klar, dass der Titel nur über Sturm führen kann, kein anderer mithalten können wird. Bis dahin hat's natürlich etwas Zeit gebraucht. Die man einem Osim selbstverständlich gegeben hat. Woran's momentan liegt, ist schwer zu sagen. Dass alle paar Monate Trainer samt System gewechselt werden, fördert jedenfalls nicht gerade nachhaltigen Erfolg. Der derzeitige Kader ist zwar nicht überragend, aber jedenfalls allemal besser als es der Tabellenplatz vermuten lassen würde. Bis zum Ende des Grunddurchgangs sollte man das dann aber wirklich langsam mal sehen. Dank Punkteteilung wird sich der Rückstand ja in jedem Fall in Grenzen halten.

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semperubique
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der letzte und einzige philosoph bei sturm ist und war

IVICA OSIM!!!

was el maestro von sich gibt ist leeres geschwafel...

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Carlo62
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Wenn er wenigstens ein guter Trainer...

...für Plan A wäre...

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kundenkarte
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moderner Fußball geht anders

siehe Lask oder Wolfsberg. Man stelle sich nur vor, Sturm trifft Gladbach

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Lodengrün
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Was der Philosoph

alles zu sagen hat. Soll Resultate sprechen lassen. Hartberg liegt in der Tabelle vor Sturm, Wolfsberg schlägt Sturm. Und das nicht mit 1:0, also empfindlich und zu Hause. Das sind die Fakten, der Rest Gequatsche.

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