In der vergangenen Saison wurde Christian Lichtenberger in den 32 Meisterschaftsspielen siebenmal eingewechselt. Einmal fehlte er aufgrund einer Gelb-Sperre, in den weiteren 24 Partien stand er in der Startelf. Der 30-Jährige erzielte fünf Tore, steuerte 6 Assists bei. Der Offensivspieler war Stammkraft und Leistungsträger zugleich.
In dieser Spielzeit wendete sich das Blatt, Lichtenberger mutierte vom Stammspieler zum Bankerlsitzer und musste sich mit der Jokerrolle begnügen. In den bisherigen 21 Spielen stand er nur dreimal in der Startformation, kam 16-mal ins Spiel, in zwei Begegnungen kam der gebürtige Oberösterreicher gar nicht zum Einsatz. Aufgrund der verletzungsbedingten Ausfälle bekam Lichtenberger gegen die SV Ried von Beginn an die Chance und zeigte in diesem Match, was er imstande ist zu leisten. Er zeigte präzise Pässe, das Auge für die Mitspieler und Lösungen in Eins-gegen-Eins-Situationen. Der quirlige Mittelfeldspieler bot eine starke Leistung und trug einen großen Teil zum vierten Saisonsieg des GAK bei.
Harter Konkurrenzkampf
„Ich bin froh, dass ich meine Leistung gebracht habe, als ich die Chance bekommen habe. Der Rest liegt beim Trainer“, sagte Lichtenberger vor dem Spiel am Sonntag auswärts gegen WSG Tirol. Der 30-Jährige ist nicht nur mit dem Fuß versiert, sondern auch mit Worten. Er sei da, um zu spielen und nicht auf der Bank zu sitzen. „Natürlich ärgert es mich, wenn ich nicht spiele, sonst hätte ich eine falsche Einstellung. Ich fühle mich richtig fit, will immer spielen. Dafür bin ich Fußballer geworden. Wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich es noch immer nicht, warum ich nicht von Beginn an spiele“, sagte er.
Warum hat Lichtenberger seinen Stammplatz eigentlich verloren? Trainer Ferdinand Feldhofer lobt die Trainingsleistungen seines Schützlings, verweist aber auf den aktuellen Konkurrenzkampf. „Die Erklärung kenne ich. Ich muss es leider akzeptieren und dranbleiben und da mache ich“, sagt Lichtenberger. Er gebe in jeder einzelnen Einheit Gas und versucht sich aufzudrängen. Er weiß, dass seine Zweikampfstärke vielleicht nicht die beste ist, arbeitet aber hart daran und hat gegen Ried auch gezeigt, dass sein Spiel gegen den Ball nicht schlecht war. Das Verhältnis Lichtenberger/Feldhofer ist aufgrund der derzeitigen Situation kein inniges, aber weiterhin ein professionelles. Feldhofer hat Lichtenberger aufgrund seiner Qualitäten einst zu Lafnitz geholt.
Ungewisse Zukunft
Lichtenberger hofft gegen die Tiroler wieder auf einen Startelf-Einsatz und erwartet ein gänzlich anderes Spiel als gegen Ried. „Es wird ein anderes Spiel als gegen Ried. Wir werden zu unseren Chancen kommen und müssen sie einfach machen, wie gegen Ried“, sagt er. Mit einem Sieg haben die Tiroler noch eine Minichance auf die Meistergruppe (wenn Rapid, Altach und Ried nicht gewinnen). Der GAK kämpft in der Qualifikationsgruppe um den Ligaverbleib. „Ich hätte nicht gerechnet, dass wir auch im zweiten Jahr um den Abstieg kämpfen müssen. Aber wenigstens wissen wir schon, wie es sich anfühlt und das ist sicher ein Vorteil für uns. In der Situation wird weniger Fußball gespielt, das ist oft mehr Raufen um den Ball. Für mich gibt es keine Ausreden. Wir sind ganz klar kein Abstiegskandidat“, sagt Lichtenberger voller Selbstvertrauen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Ob er kommende Saison noch das GAK-Trikot tragen wird, ist ungewiss.