Die Spielanlage der SV Ried ist einfach und effektiv. Abwarten, auf Fehler der Gegenspieler hoffen und über das schnelle Umschaltspiel zuschlagen. Die spielerische Komponente kommt bei den Oberösterreichern reichlich kurz. Kämpfen, rackern und das Spiel des Gegners stören. Mannschaften, die Fußball spielen wollen, ziehen oft den Kürzeren.
Mittlerweile haben einige Trainer Rieds Spielweise kritisiert. Der Aufsteiger schafft es immer wieder, keinen Spielfluss zuzulassen. GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer ist bewusst, dass die Oberösterreicher nicht über spielerische Elemente zum Erfolg kommen wollen. „Rhythmus wird es kaum einen geben. Es gibt auch ganz wenig Nettospielzeit, es wird ganz viele Standards geben, ganz viele zweite Bälle. Trotzdem freue ich mich auf ein intensives, rassiges Duell. Es wird jene Mannschaft als Sieger vom Platz gehen, die über das gesamte Spiel ihren Fokus und ihre Aufmerksamkeit halten kann“, sagt Feldhofer. Der Coach erhofft sich, dass seine Spieler ihre spielerische Qualität in der gegnerischen Hälfte zeigen werden. Die schlechte zweite Hälfte in Hartberg wurde aufgearbeitet, Lehren daraus gezogen.
Einen ähnlichen Auftritt will Feldhofer in dieser Saison nicht mehr sehen. Ob der Trainer die Mannschaft umstellen wird, ist ungewiss. Es könnte aber durchaus sein, dass Ex-Rieder Mark Grosse in der Startformation steht. Er soll bei den Riedern in Ungnade gefallen sein, weil er mit Trainer Maximilian Senft ein suboptimales Verhältnis hatte. Dass er auch auf dem Platz gegen seine ehemaligen Mitspieler sein Leistungspotenzial besonders zeigen möchte, liegt nahe. Und dass Rieds achtfacher Torschütze Kingstone Mutandwa gesperrt passen muss, ist auch kein Nachteil für den GAK.
Die Schneeball-Aktion einiger Fans nach dem Hartberg-Spiel stieß Feldhofer sauer auf. Aufgrund der schwierigen Ausgangslage und der nicht leichten Aufgaben in den nächsten zwölf Spielen appelliert der Trainer an den Zusammenhalt, mit dem der GAK in der vergangenen Saison den Klassenerhalt gemeinsam geschafft hatte.
Den zwölften Mann braucht es auch heute (17 Uhr) gegen die Rieder. Auch wenn kein Fußball-Leckerbissen zu erwarten ist, am Ende zählen nur drei Punkte. Feldhofer sagt klar: „Wir können das Spiel nur schön machen, wenn wir es gewinnen.“ Das würde den Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Fans wiederum stärken.