Im Veilchenduell zwischen Austria Klagenfurt und Austria Wien war in der Tat Wehmut vorhanden. Es war die letzte Begegnung vor der Winterpause, in der Fans auf der Tribüne erlaubt waren. Exakt 3140 Zuseher hatten sich sozusagen für die letzte Partie vor dem Lockdown aufgewärmt. Ihnen wurde ein Match serviert, dass erst in der zweiten Hälfte so richtig Fahrt aufnahm. Es fehlte zu Beginn der Mut sowie Nachdruck, wie Austria-Chefcoach Peter Pacult erklärte: „Wir haben es versäumt, im letzten Drittel giftig zu sein. Wir hätten durch die tolle Möglichkeit von Patrick Greil in Führung gehen können, aber es wollte nicht sein.“

In der zweiten Hälfte ließen die Nadelstiche auf beiden Seiten nicht lange auf sich warten: Nach knapp 56 Minuten vergab Muharem Huskovic den ersten Hochkaräter auf die Führung. Kurz darauf war es Aleksandar Jukic mit einer Topchance für die Gäste. Die Waidmannsdorfer sorgten für Aufmerksamkeit, als Flügelflitzer Alex Timossi mit dem Kopf knapp scheiterte. Im Gegenzug parierte Phillip Menzel einen Schuss aus kurzer Distanz von Manfred Fischer. Die Topmöglichkeit schlechthin nach rund 70 Minuten gehörte Goalgetter Markus Pink, der nur um Zentimeter an einer Hereingabe vorbeirutschte. Was fehlte im Endeffekt? Der Abschluss. Kurz vor Schlusspfiff machte es Christopher Cvetko spannend, als sein Freistoß haarscharf am gegnerischen Tor vorbei segelte.

Nun wartet der Ligabrocken

Letztlich muss man mit so einem 0:0 auch mal zufrieden sein, was wir auch sind. Klar, wäre es schön gewesen, sich etwas mehr abzusetzen, aber heuer wird es eng bleiben“, verdeutlicht Pacult. Der Aufsteiger blieb vor heimischer Kulisse erstmals ohne Treffer, dafür im siebenten Heimspiel unbesiegt. Für Florian Rieder geht der Punkt in Ordnung, „aber letztlich waren es zwei verlorene Punkte“. Verloren ist im kommenden Spiel zwar noch nichts, allerdings wartet mit Meister Salzburg ein harter Brocken.

In puncto Geisterspiele macht Pacult kein Geheimnis daraus, „dass es sehr bitter ist, aber jeder hat dasselbe Dilemma. Mich ärgert jene Tatsache, was vor dem Sommer alles ausgeplaudert und das nach dem Sommer unser normales Leben zurückkommt. Es wurden damals nicht die richtigen Maßnahmen gezogen“, sagt Pacult, dessen Schwägerin täglich auf einer Intensivstation mit Leben und Tod konfrontiert wird. „Aufgrund der Zahlen ist der Lockdown verständlich, aber nicht, was alles vorher passiert ist. Ich hoffe, wir kommen alle gut raus.