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Nach 0:6 in SpanienDeutsche Presse tobt: "Joachim Löws Kredit ist endgültig aufgebraucht"

Spanien hat der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Dienstagabend eine historische Lehrstunde erteilt. Der deutsche Teamchef wirkte danach zerknirscht - und auch ein wenig ratlos. Die deutschen Medien gingen mit der DFB-Elf hart ins Gericht.

Deutschlands Teamchef Joachim Löw
Deutschlands Teamchef Joachim Löw steht in der Kritik © AFP
 

Die Spanier führten die Deutschen zum Abschluss der Nations-League-Gruppenphase in Sevilla mit 6:0 (3:0) vor und schnappten sich den Gruppensieg sowie das Ticket zum Finalturnier. Mann des Spiels war Ferran Torres mit drei Toren (33., 55., 72.). Für Deutschland war es die höchste Länderspiel-Niederlage seit einem 0:6 gegen Österreich im Jahr 1931.

Die Kritik am deutschen Teamchef Joachim Löw dürfte durch den völlig verpatzten Jahresabschluss nicht weniger werden. Der Weltmeister von 2014 wirkte vor leeren Rängen in Sevilla völlig überfordert. "Das war ein rabenschwarzer Tag. Nichts funktionierte, weder in der Defensive noch in der Offensive", erklärte Löw nach der natürlich auch höchsten Niederlage seiner Amtszeit. "Wir sind heute klar zurückgeworfen worden. In jeglicher Beziehung war es schlecht." Der 60-Jährige vermisste Körpersprache, Körperspannung, Zweikampfverhalten. "Keine Organisation, keine Kommunikation. Das war tödlich."

Löw sprach von einer großen Enttäuschung. "Wir haben gesagt, dass wir den Spielern das Vertrauen schenken wollen. Wir waren auf einem guten Weg. Aber wir sind noch nicht soweit, wie wir geglaubt, gehofft haben." Man müsse nun "die richtigen Schlüsse ziehen", meinte Löw. "Es ist unsere Aufgabe und Pflicht, das alles zu hinterfragen."

Desaster gegen Spanien! Jetzt wackelt Jogi!

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Auf eine ruhige Winterpause dürfte sich der deutsche Bundestrainer nicht einstellen können. "Die bitterste Niederlage war es nicht, aber eine der klarsten", sagte Mittelfeldstar Toni Kroos. "Wir haben überhaupt keinen Zugriff bekommen. Spanien hat uns alles vorgemacht, mit Ball und ohne Ball." In Richtung EM im kommenden Jahr habe man "einiges zu tun". Rückendeckung erhielt Löw von DFB-Direktor Oliver Bierhoff. "Das Vertrauen ist da, daran ändert auch dieses Spiel nichts", sagte der Ex-Nationalstürmer.

Alarmstufe Schwarz-Rot-Gold: Löws Umbruch zerfällt in alle Einzelteile!

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Bastian Schweinsteiger, ehemaliger Kapitän der DFB-Elf und mittlerweile für die ARD als Experte tätig, entfachte hingegen eine Debatte neu, die weder Löw noch Bierhoff schmecken dürfte. Der ehemalige Weltmeister und langjähriger Bayern-Profi sprach sich für eine Wiedereinberufung seiner ehemaligen Teamkollegen Thomas Müller und Jerome Boateng aus, die von Löw ausgemustert wurden.

Der DFB darf nach der Spanien-Blamage nicht weiter die Augen vor der Wahrheit verschließen. Joachim Löws Kredit ist endgültig aufgebraucht.

Sport 1

Die internationale Presse konnte das Debakel nur schwer in Worte fassen. Die italienische „Repubblica“ etwa schrieb: „In Sevilla demütigen die 'roten Furien' die Männer Joachim Löws und schnappen sich das Ticket für das Halbfinale." Der serbische Blic sah die "Fußballwelt im totalen Schock" und selbst in den USA war die Pleite Thema. ESPN war der Ansicht, die Deutschen hätten noch höher verlieren können, "wäre Spanien vor dem Tor nicht so verschwenderisch mit klaren Chancen umgegangen.“

Kommentare (9)
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dribblanski
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Wo sind die Deutschen Fußballtugenden gestern hingekommen?

Die deutschen Kicker wirkten wie das Kaninchen vor der Schlange, ergriffen und erlahmt, mit welcher Präzision und Passdichte die Spanier sie zum Narren halten konnten. Man hatte den Eindruck, jeder von ihnen hat eine Überdosis Valium intus gehabt.
Für den Jubiläumskeeper Neuer muss das Drama vor seinen Augen kaum auszuhalten gewesen sein.
Und Jogi nuckelte nach jedem Gegentor nur verloren an seiner Wasserflasche .....

stierwascher
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... das ist Fußball!

Und ich dachte immer, das ist Fußball – oder?

Die spanischen Fußballer gehören zu den besten, Spanien gewann 2010 die Weltmeisterschaft, 2008 und 2012 die Europameisterschaft.

Mal gewinnen die einen, mal die anderen. Das emotionale Geschwurble ist kaum auszuhalten, kaum verliert die deutsche Mannschaft ein wenig deutlicher, muss gleich von "Demütigung" gesprochen werden. – Vergleichbar, wenn auf der Streif keiner von den "unsrigen" am Podest steht. Wäre es bei einem Sieg andersrum auch eine "Demütigung" gewesen, oder hätten "Jogis Mannen" dann nur "verdient gewonnen?"

rkobald
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Jetzt ist ....

.... unser Herbert Prohaska (0:9) rehabilitiert 😅😅🙃🙃🤭🤭

Gerhard818
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Löw Ade

Ich kann es nicht fassen, dass ein so lang dienender Trainer und erfahrener Mann, der viele Jahre eng mit Hansi Flick zusammengearbeitet hat, nicht erkennt, dass er sich mit der Aussortierung von Weltklassespielern und einem unbegreiflichen Starrsinn was dieses Thema betrifft selbst ins Out gespielt hat. Ich konnte nicht mehr hinschauen als wieder und wieder die Abwehr einfach nicht mehr da war. Mann gegen Mann wäre ein Zeichen der Gegenwehr gewesen. Da war aber einfach niemand. Vorne ... wenn es mal nach vorne ging war man auch immer alleine. Sane mit Ball aber ohne Anspielmöglichkeit. Hinten niemand .. vorne niemand ... was für ein Spiel ...

Gelernter Ösi
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Boateng

ist keine Zukunftsansage.
Und ob gerade ein Müller gegen Spanien besser ausgesehen hätte, ist auch fraglich.

plolin
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Löw hat es versäumt,

zum richtigen Zeitpunkt zu gehen. Schade! Er war wirklich ein guter Trainer. Jetzt ist er der Buhmann der Nation.

Gerhard818
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DFB

Der DFB hat nach dem WM Desaster die falschen Entscheidungen getroffen.

Lodengrün
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War auch schlimm

Man meinte im falschen Film zu sein. Und dabei war bis auf Kimmich, der verletzt ist, die erste Garde auf dem Feld. Die Spanier hatten ihre Hetz mit Neuer und Co.

georgXV
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Liebe(r) Lodengrün,

"die erste Garde" - Müller, Hummels, Boateng - fehlten