Als Österreicher besitzt man wenige Gewissheiten: Wir sind der Nabel der Welt, nichts gesagt ist gelobt genug, mit kleinen Gaunereien kommt man immer durch, und bei einem Schnitzel kann man nichts falsch machen. Letzteres dachte ich vor ein paar Jahren in jener deutschen Stadt, deren Name sich wie der Imperativ zur Nahrungsmittelaufnahme anhört – Essen. In der sicheren Annahme, dass dabei nichts schiefgehen könne, entschied ich mich nicht für Sauerbraten mit Klößen, Himmel und Erde oder Frikadellen mit Möhrenstampf, sondern für das altbewährte Schnitzel. Gereicht wurde mir paniertes Schweinekotelett (samt Schwarte) in Tunke aus dem Hause Knorr. Ungenießbar. In Dresden war der Burger mit Krautsalat belegt und in Schwaben gab es Hirsch, den man im Kelomat in eine hölzerne Trockenheit gestotten hatte. Die Forelle in Köln war ok, dafür gab es Wein, dessen süße Lieblichkeit an die Ausscheidung eines Diabetikers erinnerte.