Drei Wochen vor dem Start der Eishockey A-WM in Stockholm (SWE) und Herning (DEN) plagen den österreichischen Eishockeyverband Personalsorgen. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, dürften etliche Spieler von Meister Salzburg für das Nationalteam absagen. Zusagen soll es derzeit lediglich von Thomas Raffl, Peter Schneider, Lucas Thaler und Paul Stapelfeldt (wechselt zu den Graz 99ers) geben. Andere Spieler sollen hinter vorgehaltener Hand Kritik an Teamchef Roger Bader üben und aufgrund des Schweizers das Nationalteam boykottieren.
Damit aber nicht genug. Auch Meister-Goalie Atte Tolvanen, der unter kräftiger Mithilfe des ÖEHV erst im letzten Jahr eingebürgert wurde und als Nummer eins eingeplant war, wird aller Voraussicht nach nicht an der WM teilnehmen, da seine Frau hochschwanger ist. Der Neo-Austro würde im ersten Spiel des Turniers auf Finnland und seinen Bruder Eeli Tolvanen (Seattle Kraken, NHL) treffen. Im Raum stünde auch ein einziger Einsatz in diesem einen Spiel. Undenkbar, dass Bader Tolvanen diesen „Wunsch“ erfüllen wird, wenn doch, wäre es ein Armutszeugnis für das österreichische Eishockey und ein Affront gegenüber den heimischen Goalies wie David Kickert und Co.
Marco Kasper erhielt WM-Freigabe
Gute Nachrichten gibt es hingegen für den Teamchef bei Marco Kasper. Die Detroit Red Wings erteilten dem Stürmer, der in dieser Saison in 77 NHL-Spielen 37 Punkte (19 Tore/18 Assists) verbuchen konnte, allerdings mit seinem Team das Play-off verpasste, die Freigabe für die WM. Der 21-Jährige wird am Dienstag zurück in Österreich erwartet und später zum Team stoßen.
Budapest wurde in ICE-Liga aufgenommen
An der kommenden ICE-Liga-Saison werden erneut 13 Mannschaften teilnehmen. Nach einem Umlaufbeschluss aller Teams erreichte Bewerber FTC-Telekom Budapest die erforderliche Zweidrittelmehrheit und wird somit den Platz von Migross Supermercati Asiago Hockey 1935 einnehmen. Wenn die Ungarn bis 2. Mai alle von der Liga geforderten Obligationen erfüllen, werden sie mit einer zweijährigen Probezeit als 13. Team aufgenommen. Ferencváros Budapest ist damit nach Fehervar der zweite ungarische Teilnehmer in der Geschichte der EBEL/ICE-Liga., die damit 2025/26 aus acht österreichischen Klubs, je zwei Teams aus Italien und Ungarn sowie einem aus Slowenien besteht.
„Budapest ist ein spannender Markt mit großer Dynamik. Das ungarische Derby wird ein sportliches wie emotionales Highlight“, freut sich Liga-Präsident Alexander Gruber über die Neuaufnahme. „Der gesamte ungarische Eishockeysport wird von diesem Schritt profitieren, denn die internationale Aufmerksamkeit wird wachsen. Auch unsere Nachwuchsarbeit erhält dadurch zusätzlichen Schub, da künftig nicht nur Fehérvár AV19 jungen Spielern die Möglichkeit bieten kann, sich in ein ICE-Team zu kämpfen“, erklärt Sportdirektor Gabor Hudak. Die Bewerbung des neu gegründeten Vereins Hockey Club Asiago 1935 erreichte hingegen nicht die notwendige Mehrheit. Aufgrund der gleichbleibenden Anzahl von Teams dürfte sich der Spielmodus (Pre-Play-offs) nicht ändern.
Vier Abgänge bei Meister Salzburg
Die Black Wings verlängerten den Vertrag mit Eigenbauspieler Patrick Söllinger um zwei Jahre mit Option auf ein drittes Jahr. Die Graz99ers verpflichteten Verteidiger Paul Stapelfeldt bis zum Ende der Saison 2026/27. Salzburg muss hingegen neben Stapelfeldt auch ohne die beiden Youngsters Phillip Sinn und Philipp Krening sowie Ryan Murphy planen. Das Trio wechselt zu Schwesternklub München.