Der vierte Sieg ist immer der schwerste“ oder „die Serie ist noch lange nicht vorbei“, sind Floskeln, die im Eishockeysport immer wieder Gebrauch finden. Auch die Villacher Adler dürften sich dieser Redewendungen bedienen, um den vorherrschenden Druck etwas kleiner wirken zu lassen. Fakt ist jedoch, dass der VSV im heutigen fünften Halbfinalduell gegen Fehervar mit dem Rücken zur Wand steht. Die (vielleicht noch) bevorstehenden drei Spiele der Best-of-Seven-Serie müssen allesamt gewonnen werden, will man im Finale die bereits dafür qualifizierten Salzburger fordern können - eine schier unmögliche Aufgabe. Der durch zahlreiche verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfällen dünne blau-weiße Kader trägt natürlich seinen Teil zur Situation der Draustädter bei.
Dass die Villacher in ihren bisherigen Play-off-Auftritten jedoch stets viel Herz und Charakter gezeigt haben, gibt Hoffnung und zeigt alleine das letzte Spiel in Ungarn. Nach einem 0:3-Rückstand kämpften sich die Blau-Weißen wie so oft in letzter Zeit zurück ins Spiel, zogen aber in der Verlängerung erst den Kürzeren.
„Es war insgesamt ein Spiel auf Augenhöhe, sie waren einfach kaltschnäuziger“, resümiert Rob Daum, der überzeugt ist, dass seine Spieler mit dem Druck des Gewinnen-Müssens zurechtkommen werden. „Wir waren bereits in Spiel sieben des Viertelfinales in einer ähnlichen Situation, sind damit aber sehr gut umgegangen und haben gewonnen. Jetzt haben wir erneut ein Entscheidungsspiel.“ Mit Überraschungen oder großen Umstellungen der Ungarn rechnet der VSV-Trainer nicht: „Klar haben beide Seiten zu Beginn der Serie ein paar Anpassungen vorgenommen, überraschen kann uns aber nichts mehr.“
Die Frage stellt sich, wie lange die Akkus der Spieler noch halten werden, ob die Energie für einen oder mehrere Kraftakte noch reichen kann. „Bis jetzt war die Physis der Mannschaft in keinem Spiel ein Faktor. Sie könnte irgendwann eine Rolle spielen. Man wird sehen“, so Daum weiter. „Mit taugt das, wenn wir jeden zweiten Tag spielen und wenn du auf dem Eis bist, dann spielt der Körper ohnehin mit“, sieht der zuletzt als Verteidiger eingelaufenen Kevin Moderer das Energielevel im Team durchaus intakt.
Für Spiel fünf zwischen dem VSV und Fehervar ließen sich die Blau-Weißen eine besondere Aktion einfallen, um die Halle richtig zum Beben bringen zu können: Alle Kinder und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr (Stichtag 01.04.2004) sind kostenfrei zum Play-off-Kracher am Freitag eingeladen. Karten sind – solange der Vorrat reicht – im VSV-Fanshop erhältlich.
VSV - Fehervar | 19.45 Uhr, live auf Puls24
Die Villacher Adler wollen letzte Chance nutzen
Der VSV bleibt trotz eines 1:3-Rückstandes in der Halbfinalserie gegen Fehervar optimistisch. John Hughes steht heute vor seinem Comeback, ein Einsatz von Brett Flemming und jamie Fraser ist hingegen fraglich.
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