Stau auf der Tangente, ein Unfall auf der Umfahrung Flughafen Schwechat: Der VSV erlebte bei der Anreise nach Kagran den ganz normalen frühabendlichen Wiener Verkehrswahnsinn. Aus der Ruhe bringen ließen sich davon aber weder „Kutscher“ Markus Rautner, der den Teambus sicher und mit einer halben Stunde Verspätung im Norden Wiens einparkte, noch die Spieler von Trainer Tray Tuomie. Die wirkten im ersten Auftritt nach der Länderspielpause nämlich geradezu leichtfüßig, führten schon nach acht Minuten auch verdient durch Dylan MacPherson. Der aufgerückte Verteidiger überwand den zuletzt 40 Spiele lang verletzten Caps-Keeper Tyler Parks nach energischem Rebernig-Puckgewinn gegen Dominique Heinrich und Hughes-Zuckerpass locker.
Wien, das ja noch ums Pre-Play-off kämpft, dort auch Villachs Gegner werden könnte, bot den Adlern viel an, doch diese nahmen die herzlichen Einladungen zum Toreschießen nur zu selten an. Sehr wohl freudig angenommen hat JP Lamoureux, Wiener Meistergoalie 2017, die Honorierung seiner im Frühling endenden Karriere samt des tosenden Applauses von 5920 Händepaaren. Und dann klappte es auch wieder mit den Treffen für den VSV, der ohne Chase Pearson, dafür aber mit Daniil Kulintsev als Center von Nikita Scherbak und Guus van Nes auflief. Thomas Vallant fing den Puck im Slot seelenruhig mit der Hand ab und platzierte ihn mit der „Backhand“ unter der Latte zur 2:0-Pausenführung (17.).
Das Mitteldrittel ging als ereignislos in die Geschichte des Spiels ein. Villach musste nicht mehr tun, war auch auf Sparflamme tonangebend, Wien konnte augenscheinlich nicht. Einzig ein Vorstoß von Max Coatta just in Unterzahl konnte als „nennenswert“ verbucht werden. Dafür schaffte Maxi Rebernig nur 119 Sekunden nach Wiederbeginn im ersten blau-weißen Powerplay klare Verhältnisse. Nicht nur die Cracks gaben auf dem Eis klar den Ton an, mit dem 3:0 für die Gäste übernahmen auch auf den Tribünen die hunderten Villacher das Kommando, feierten mit der Mannschaft völlig verdiente drei Punkte und schrien Lamoureux dann auch noch zum ersten Saison-Shutout. Den Schlusspunkt setzte dann 27 Sekunden vor Schluss Nikita Scherbak, der ins verwaiste Tor traf.
Geht Lanzinger zusammen mit Richter?
Abgeschlossen sind wohl, wie in Wien zu hören war, die Verhandlungen mit einem weiteren VSV-Crack. Benjamin Lanzinger, der beste Freund von Caps-Stürmer Christof Kromp, hat dem Vernehmen nach – ebenso wie Marco Richter – schon seine Unterschrift unter das Arbeitspapier in Wien ab Sommer gesetzt.