Der Goalie ist im Eishockey der wohl wichtigste Faktor, seine Leistung entscheidet nur zu oft über Sieg und Niederlage, vor allem in wichtigen Spielen. Ein guter Torhüter gibt seinem Team Halt, an ihm richten sich die Spieler auf. Einer der seit Jahren Verlässlichsten der Liga ist Villachs JP Lamoureux. Allerdings teilt der mittlerweile 40-Jährige in dieser Saison seine Aufgabe mit Joe Cannata. Ursprünglich wurde der US-Amerikaner „nur“ als Ersatz für den damals verletzten Lamoureux verpflichtet, doch seine starken Auftritte veranlassten den VSV ihn zumindest bis zum Ende der Saison zu verpflichten. Was die Blau-Weißen auch vor ein Luxusproblem stellt. „Wir haben zwei Einsergoalies, die uns beide die Chance geben, Spiele zu gewinnen“, stellt Assistant- und Goalie-Trainer Patrick Machreich fest.
Einen genauen Plan, wer welches Spiel bestreiten wird, gibt es bei den Villachern jedoch nicht. „Zuerst wollten wir einen Monatsplan erstellen, den wir aber schnell wieder verworfen haben. Wir schauen nun von Spiel zu Spiel, entscheiden nach verschiedenen Gesichtspunkten - meistens einen Tag vor dem Spiel - wer den Einsatz bekommt“, so Machreich weiter. Wichtigster Punkt dabei ist eine offene und ehrliche Kommunikation. „Wir wollen in all unseren Entscheidungen transparent sein. Alle unsere Spieler sollen sich in ihrer Rolle wohlfühlen. Das schätzen auch unsere beiden Goalies, die mit der Aufteilung auf zwei Schultern sehr gut leben können und unsere Entscheidung auch akzeptieren.“
„Gewisses Bauchgefühl“ mitentscheidend
Analysiert werden vom Trainerteam die aktuelle Leistungskurve, die körperliche und mentale Befindlichkeit und natürlich auch der jeweilige Gegner. „Man versucht beim Gegner mögliche Tendenzen herauszufinden, die Goalies kennen auch die Topscorer von jedem Team, das Powerplay und vieles mehr. Am Ende sind JP und Joe aber natürlich auch abhängig von ihren Vorderleuten“, verrät Machreich, der auch von einem gewissen Bauchgefühl als Entscheidungsfaktor spricht.
Wer heute zwischen den Pfosten stehen wird, steht zwar bereits fest, wird aber bis knapp vor dem Spiel in der Kabine behalten. „Die Mannschaft weiß Bescheid, wir wollen uns vom KAC aber nicht in die Karten blicken lassen“, hält sich der Goalie-Trainer bedeckt. Nach dem 0:8-Debakel im letzten Derby in Klagenfurt, bei dem Lamoureux nach dem fünften Gegentreffer seinen Kasten verließ, spricht diesmal aber einiges für Cannata, für den es ein Derbydebüt wäre. Fix ist jedoch, dass Trainer Tray Tuomie der ganze Kader zur Verfügung steht, Marco Richter und Benjamin Lanzinger wieder einsatzbereit sind.