Ein Stein ist ihnen sichtlich vom Herzen gefallen, den Spielern des zuletzt dreimal geprügelten und gescholtenen VSV – und seinen 3250 Fans in der Stadthalle. Gegen Bozen haben sich die Draustädter im Kampf um die Top sechs eindrucksvoll zurückgemeldet und die Italiener zum ersten Mal in dieser Saison geschlagen. VSV-Trainer Tray Tuomie blieb dabei seinen Prinzipien treu. Und diese besagen zum einen, dass an der Zusammenstellung der Sturmreihe Rebernig-Hancock-Hughes sowie seiner drei Verteidiger-Duos nicht gerüttelt wird. Und zum anderen, dass darüber hinaus rein gar nichts in Stein gemeißelt ist. So tauschten Guus van Nes und Elias Wallenta diesmal die Linien, Verteidiger Daniil Kulintsev gab in Abwesenheit von Chase Pearson (krank), Marco Richter und Johannes Tschurnig (beide Oberkörperverletzung) einen stabilen Viertliniencenter neben Benjamin Lanzinger und Youngster Dominik Prodinger.

Der Elan hielt so wieder Einzug im blau-weißen Spiel. Nur HCB-Keeper Sam Harvey und etwas Pech verhinderten, dass der VSV daraus gleich Kapital schlagen konnte. Im Gegenteil: VSV-Keeper Joe Cannata musste nach einem verdeckten Schuss von Cole Hults sogar den 0:1-Pausenrückstand mit in die Kabine nehmen. Doch Villach antwortete. Philipp Lindner (25.) und zehn Minuten später Maxi Rebernig erwischten Harvey zweimal aus spitzem Winkel auf dem falschen Fuß und führten auch deshalb, weil die agilen Offensivspieler dem Keeper geschickt die Sicht nahmen. Als Draufgabe luchste dann noch Kulintsev einem Bozen-Verteidiger die Scheibe ab und setzte selbige zum 3:1 ins Kreuzeck (36.). Das Tor markierte den allerersten Scorerpunkt des Esten im VSV-Dress.

Joe Cannata ließ sich nicht aus der Ruhe bringen

Diese Wendung schmeckte Bozen nicht, folgerichtig wurde es in feinster Füchse-Manier gegen Ende hektisch, laut, schmutzig, in einem Wort: unsportlich. Einer behielt dabei die Nerven, während die Polizei schon im Bozner Fansektor einschritt: Joe Cannata, der auch direkte Angriffe der Bozner auf ihn weglächelte und den Sieg unter stehenden Ovationen festhielt. Die Punkte blieben jedenfalls in Villach, für alles weitere ist das DOPS zuständig