Marcel Witting hat früh gespürt, dass sich seine Zeit in Klagenfurt langsam dem Ende neigt. „Etwa um Weihnachten 2023“ bemerkte er, dass „etwas im Gange ist“. Insgeheim hoffte er noch auf einen Verbleib bei den Rotjacken. Doch so unverhofft sich ein Kapitel nach der Saison geschlossen hatte, so plötzlich öffnete sich eine neue Tür: Black Wings Linz-Trainer Philipp Lukas war am schnellsten zur Stelle. Wenige Tage nach dem besiegelten Abschied elfjähriger KAC-Zugehörigkeit wurde der gebürtige Tiroler als Neuzugang vorgestellt.
Die Oberösterreicher empfingen den 29-jährigen Stürmer mit offenen Armen. „Ich fühle mich richtig wohl. Einige unserer Spieler wohnen im selben Häuserblock. Was mir nicht so bewusst war: Linz ist eine richtige Eishockey-Stadt. Vor wenigen Wochen waren 1500 beim ersten öffentlichen Training dabei“, schwärmt Witting.
Wie bei den Rotjacken übernimmt der Stürmer auch bei den Stahlstädtern viel Verantwortung, spielt aufopfernd, schont weder sich noch den Gegner. In der vierten Formation centert er Jakob Mitsch und Kilian Rappold. Zudem wird er auch in Unterzahl eingesetzt. Also nicht viel anders, als in Klagenfurt. Aber: „Die Umstellung hinsichtlich Spielweise war groß. Beim KAC wurde Mann-gegen-Mann gespielt. Solche Änderungen sind aber bei einem Vereinswechsel logisch“, meint Witting, der bei der Heimpremiere ausgerechnet auf seine Ex-Kollegen trifft. Und da will Linz das 0:5 zum Saisonauftakt gegen Bozen ausmerzen. „Sie waren richtig stark, spielen heuer sicher wieder vorne mit. Aber wir waren nicht chancenlos, haben aber einiges liegen gelassen.“
Wieder in die Spur finden möchte auch der KAC. Nach dem spektakulären Auftritt gegen Salzburg (4:3 n. P.) folgte ein mattes 3:4 n. V. gegen Laibach. Die Gründe? „Uns hat das Energielevel gefehlt“, meint Stürmer Raphael Herburger, als Folge nach dem Freitag-Spiel. „Einige waren da körperlich schon am Limit. Gegen Olimpija war nicht mehr drinnen.“ Die Klagenfurter Trinkwasser-Problematik soll auch die Rotjacken-Kabine erfasst haben. Andererseits: „Ljubljana liegt uns nicht. Wir hatten nie Zugriff, das macht müde im Kopf. Es war einfach zu wenig“, so der Routinier.
Dahm weiterhin gesetzt
Wer am Wechselfehler in der Verlängerung gegen Olimpija die Schuld trägt (führte zum 3:4-Treffer)? „Klarerweise der Trainer“, stellt KAC-Coach Kirk Furey klar, der erneut Goalie Sebastian Dahm zwischen die Pfosten schickt. Der Däne wirkte zuletzt allerdings bei weitem noch nicht so gefestigt, wie gewohnt, lässt viele Schüsse ungünstig abprallen. Florian Vorauer dürfte voraussichtlich in Fehervar starten. Ob man sich mit ihm auch so geduldig zeigt?
Weiterhin pausieren muss auch Nick Petersen (verletzt). „Wir werden uns wieder ins Spiel reinkämpfen müssen, wie gegen Salzburg“, verspricht Herburger. „Spielerisch gibt es unter den Liga-Teams kaum Unterschiede. Aber wir müssen zulegen.“ Spannung verspricht sich auch Wittig. „Das ist sicher komisch, plötzlich gegen den KAC zu spielen. Aber wir wollen einen Heimsieg.“