Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

KartrennenRamona Siebenhofer und die Geschichte von der "Goldenen Schnecke"

Nicole Schmidhofer, Ramona Siebenhofer und Michaela Heider bilden im Speedteam der Damen den Murtal-Express. Bei Schmidhofer stimmt das Tempo bereits - zumindest im Kart.

Nicole Schmidhofer und Ramona Siebenhofer
Nicole Schmidhofer und Ramona Siebenhofer © GEPA pictures
 

Nicole Schmidhofer hat die WM-Saison standesgemäß mit einem Sieg begonnen. Allerdings nicht auf Ski, vielmehr gewann die Super-G-Weltmeisterin von 2017 am Mittwoch bei einem PR-Event souverän ein Kartrennen. Die WM in Cortina d'Ampezzo steht bei der Steirerin noch nicht im Fokus, vielmehr die anhaltende Corona-Pandemie. "Wir werden sehr flexibel sein müssen", warnte Schmidhofer.

Das Thema holte Schmidhofer schon am Mittwoch ein. Denn die von ihrem langjährigen Sponsorteam organisierte "Speed Challenge" musste wegen der aktuellen Reisewarnung der Schweiz für Wien kurzfristig nach Niederösterreich verlegt werden. In Kottingbrunn ließ Schmidhofer dann nicht nur zahlreiche Männer, sondern auch ihre Teamkolleginnen hinter sich. Also auch Ramona Siebenhofer sowie die statt Stephanie Venier ins B+M Racing Team gekommene Michaela Heider. Alle drei kommen aus derselben Region. "Wir nennen uns jetzt den Murtal-Express", erklärte Schmidhofer lachend.

"Goldene Schnecke" verschwand

"Für mich war das heute eine Art Trauma-Bewältigung", sagte Siebenhofer nach dem Kartrennen. Sie sei nämlich einmal von ihrer Teamkollegin Cornelia Hütter - die Steirerin fuhr früher professionell Autorennen - bei einer ähnlichen Veranstaltung auf der Strecke zwei Mal überrundet worden und habe danach die "Goldene Schnecke" erhalten, erklärte die Steirerin.

Diese "Auszeichnung" hätte dann im ÖSV-Damenteam auch im Winter als eine Art Wanderpokal an die jeweils Langsamste bei Weltcuprennen weitergegeben werden sollen. "Ich habe die Schnecke aber aus Mitleid verschwinden lassen", gestand Siebenhofer in Kottingbrunn.

Während die in die neue WC3-Gruppe gewechselte Siebenhofer in knapp einem Monat beim nach vorne verlegten und zuschauerlosen Weltcup-Auftakt in Sölden im Riesentorlauf fix am Start ist, müssen Schmidhofer und Heider noch zuwarten, bevor es voraussichtlich in St. Moritz statt Lake Louise auch bei den Speed-Damen los geht. Schmidhofer hat kein Problem damit, dass nach dem Abbruch der vergangenen Saison die Vorbereitungsphase besonders lange gedauert hat und kein Übersee-Training möglich war.

Besonders das abrupte Saisonende sei ihr fast schon gelegen gekommen, kämpfte sie doch nach dem Jahreswechsel - ähnlich wie Siebenhofer - mit Erkrankungen. "Ich habe die Saison stark begonnen und dann stark nachgelassen. So toll ist es für mich zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht mehr gelaufen. Ich war deshalb nicht beleidigt, dass es vorzeitig aus war", erinnerte sich Schmidhofer. Ob sie damals womöglich sogar Corona gehabt hatte, wird nicht mehr zu klären sein. "Antikörper habe ich jedenfalls keine in mir."

So habe sie vielmehr im Mai schon wieder auf Schnee trainieren und vor allem an ihrer größten Baustelle arbeiten können. Die Steirerin hat bei weichen sowie ganz eisigen Bedingungen Probleme und möchte diese endlich ausmerzen. "Sowohl bei mir selbst als auch beim Material gab es viel Arbeit. Ich muss mich da breiter aufstellen und habe auch schon sehr viel getestet. Erstaunlich, wie gut man bei uns im Mai oder Juni Skifahren kann", erklärte Schmidhofer.

Bezüglich Corona hat sich Schmidhofer bereits ein Saisonkonzept bereitgelegt. Grundsätzlich wolle sie sich ja über Dinge, die man nicht ändern könne, nicht zu sehr den Kopf zerbrechen. Gleichzeitig werde sie aber alles tun, um das Risiko zu minimieren. Für Schmidhofer ist das keine große Umstellung, hat sie sich doch schon bisher geweigert, zwischen Oktober und März Handshakes oder Umarmungen auszutauschen. "Da geht mir also nichts ab. Für mich ist das jetzt sogar ein positiver Effekt."

WM ist noch nicht im Kopf

Zudem möchte die Steirerin künftig immer gleich zwei Corona-Tests hintereinander machen, um bei einem zunächst positiven Ergebnis auch ganz sicher zu sein. Auch als Schutz für die Teamkolleginnen.

Wegen der WM zerbricht sich Schmidhofer noch keinen Kopf. Viel zu weit weg sei diese, der Weg dorthin auch wegen Corona unsicher. "Wir haben sechs oder sieben Anwärterinnen auf WM-Startplätze im Team. Und niemand weiß heute, wie viele Rennen oder wie viele Starts es bis zur WM wirklich geben wird. Und wenn du dabei jedes Mal auch noch die fünfte (Österreicherin, Anm.) bist, bringt dir das auch nichts. Ich weiß zudem am besten, dass aufsteigende Form immer die absteigende schlägt. Ich denke nicht an die WM, sondern konzentriere mich auf das, was wann und wo stattfindet."

Die heikle Corona-Situation ist auch Siebenhofer bewusst. "Man muss sehr vorsichtig und aufmerksam sein. Und trotzdem wird es sich nicht vermeiden lassen, dass sich wer ansteckt, der ganz nahe bei uns ist", fürchtet die Steirerin. "Das wird also sicher eine zusätzliche Belastung, das kann man nicht ausblenden. Umso mehr muss der Fokus auf dem Skifahren bleiben."

Zwei Tage nach dem Event in Kottingbrunn - das ÖSV-Trio wird von "Baustoff + Metall" und damit dem größten Trockenbau Fachhandel Mitteleuropas (815 Mio. Euro Jahresumsatz, 2.200 Mitarbeiter) unterstützt, geht es für Schmidhofer und Co in die Schweiz. Konkret nach Zermatt bzw. Saas Fee. Es gilt, sich für eine von Corona geprägte Saison vorzubereiten. Siebenhofer: "Es kann sich im kommenden Winter vieles schlagartig ändern. Man muss einfach flexibel bleiben, um gut performen zu können."

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.