Sie sind die ganz große Bühne für jene Leistungssportler, deren große Leidenschaft kein Teil des olympischen Programms ist: Die World Games, das Multisportfestival für alle, die nicht unter den fünf Ringen starten. Und in diesem Jahr gehen sie von 7. bis 17. August in der 21-Millionen-Metropole Chengdu in China über die Bühne. Und Österreich ist dabei mit stolzen 55 Athleten in zwölf verschiedenen Sportarten vertreten, hat dabei auch eine sehr weibliche Seite. Immerhin sind 33 davon Frauen. „Es macht uns auch stolz, dass wir sehr stark weiblich besetzt und damit auch sichtbar sind“, sagt etwa Sport-Austria-Präsident Hans Niessl, der zum Thema der Präsenz auch hinzufügt: „Am Donnerstag werden die Athleten vom Bundeskanzler und Mitgliedern der Bundesregierung verabschiedet, das ist auch ein schönes, wichtiges Zeichen der Wertschätzung.“

Niessl ist auch einer jener Funktionäre, die in Zeiten der Sparpakete für den Sport lobbyieren. „Im Moment bin ich viel in Ministerien unterwegs, um Argumente für den Sport zu liefern, auf seinen Einfluss auf Integration und Gesundheit hinzuweisen. Veranstaltungen wie die World Games zeigen auch wieder, wie stark Sport Brücken zwischen verschiedenen Völkern bauen kann und dass Sport volkswirtschaftlich mehr bringt, als er kostet“, so der Präsident. Schließlich kostet auch die Beschickung der Spiele Geld, rund 700.000 Euro an Gesamtvolumen sind veranschlagt.

Sportlich ist von den Österreichern einiges zu erwarten, speziell im Faustball aber auch dem 2026 in LA erstmals olympischen Flag-Football ist rot-weiß-rot vorne zu erwarten. „Für uns hat das eine besondere Bedeutung, auch als Vorbereitung, es kommt auch noch eine WM. Viele junge Spielerinnen können nun erstmals Erfahrungen vor so vielen Leuten und mit dieser medialen Präsenz sammeln“, schwärmt Footballerin Kathrin Mansbart. Bitter: Der Herrenbewerb wurde aus dem Programm gestrichen, womit auch Österreich als Vizeweltmeister hier nicht vorspielen darf. „Warum? Das wissen wir nicht“, ist Aria Siami, zum dritten Mal der „Chef de Mission“, selbst ratlos.

Heiß, schwül und unglaublich modern

Der Grazer hat sich schon mit den Gegebenheiten genau befasst und weiß vorausschauend zu berichten: „Uns erwarten Top-Sportstätten, die technisch alles können und unglaubliche Erinnerungen schaffen können. Vom Wetter her wird es speziell, weil der August in Chengdu der heißeste Monat ist und die Regenzeit beginnt, es wird also heiß, bis zu 40 Grad, und schwül.“ Ein gutes Omen für seine Equipe ortet Siami aber noch, denn es gibt einen speziellen Draht zwischen Chengdu und Österreich: „Die Pandas, die im April in Schönbrunn gelandet sind und auch vom Bundespräsidenten begrüßt wurden, kommen direkt aus der Stadt.“

Und wer weiß: Vielleicht tragen auch einige Österreicher durch Topleistungen wieder dazu bei, dass die eine oder andere Sportart bei den World Games es auf das Radar des IOC schafft.