Deutschlands Jule Brand, die beim 2:0-Auftaktsieg über Polen mit Tor und Assist die Spielerin des Spiels war, sprach nach dem Schlusspfiff von einem „Schock“. Früh in der Partie verdrehte sich DFB-Kapitänin Giulia Gwinn bei einer Rettungsaktion das Knie.
Gwinn, die Deutschland das erste Mal bei einem Turnier als Kapitänin auf das Feld geführt hat, war zunächst auf den Rasen zurückgekehrt, ist dann aber doch wieder zu Boden gesunken und musste gestützt werden, als sie unter Tränen das Spielfeld verließ.
Zunächst wurde ein Kreuzbandriss befürchtet, der DFB brachte aber Licht ins Dunkel: Die 26-jährige Bayern-Spielerin zog sich eine Innenbandverletzung im linken Knie zu. „Die Ausfallzeit beträgt voraussichtlich mehrere Wochen. Das weitere Vorgehen wird mit allen Beteiligten besprochen“, hieß es nach einer MRT-Untersuchung bei Gwinn in einem Krankenhaus in Zürich.
Auch wenn die EM für die bekannteste deutsche Fußballerin damit vorbei ist, sind das gute Nachrichten: Gwinn riss sich nämlich bereits im September 2020 und im Oktober 2022 das linke Kreuzband – jeweils bei Einsätzen für das Nationalteam. „Wir kennen alle Giulias Verletzungsgeschichte. Wir können nur hoffen, dass es nicht zu schlimm ist“, sagt Janina Minge, die jetzt die DFB-Elf als Kapitänin aufs Feld führen wird.
Carlotta Wamser ersetzte Gwinn als rechte Verteidigerin und die 22-Jährige machte es in ihrem erst dritten Länderspiel sehr gut und steuerte gleich den Assist zur Führung durch Brand bei. „Ich bin nicht unter Druck, ich kann befreit aufspielen“, sagte sie.
Über Wamsers Nominierung für die EM wurde übrigens nicht die Spielerin selbst informiert, sondern zunächst ihre Mutter. „Christian Wück hatte nur die Telefonnummer meiner Mutter, darum hat er sie angerufen“, erzählt Wamser beim DFB-Medientag. „Meine Mutter hat drei Mal nicht abgehoben, erst als er es wieder probiert hat, hat sie mir gesagt, ich soll ihn zurückrufen.“