Der Erfolgslauf von Sebastian Ofner beim Masters-Turnier in Rom ist in der dritten Runde zu Ende gegangen. Nach je zwei Siegen in der Qualifikation sowie im Hauptbewerb musste sich Österreichs Nummer eins dem Weltranglisten-18. Francisco Cerundolo nach 76 Minuten mit 2:6, 4:6 geschlagen geben. Somit konnte sich der St. Mareiner zu seinem 29. Geburtstag kein spezielles Geschenk machen (im Achtelfinale hätte ein Duell mit dem Weltranglistenersten Jannik Sinner gewunken) – im Gegenteil, bei windigen Verhältnissen servierte Ofner seinem argentinischen Kontrahenten das eine oder andere Präsent.
So wirft die Matchstatistik aufseiten des Österreichers gleich 30 unerzwungene Fehler bei nur elf Winnern aus. Zudem verzeichnete der Mürztaler bei seinem ersten Aufschlag nur eine Quote von 53 Prozent. Zu wenig, um gegen den ausgefuchsten Sandplatzspezialisten aus Buenos Aires bestehen zu können. Und dass Ofner keinen seiner drei Breakbälle nützen konnte (Cerundolo nützte hingegen drei seiner vier Chancen), besiegelte letztendlich die Niederlage des Steirers.
„Einen Tick zu schlecht bewegt“
„Es war windiger als in den vergangenen Tagen und Cerundolo ist mit der Situation besser umgegangen. Er strahlt im Moment auch viel Selbstvertrauen aus und zählt auf Sand nicht umsonst zu den Allerbesten“, sah es Ofners Touring-Coach Steve Rettl. Bei seinem Schützling ortete der Steirer das Problem, „dass sich Ofi einen Tick schlechter bewegt hat als in den letzten Matches. Er hat die Prellung an der Hüfte noch ein bisschen gespürt, aber das soll keine Ausrede sein. Aber 90 Prozent reichen gegen solche Gegner eben nicht.“ Das bestätigte auch Ofner selbst: „Es war die fünfte Partie in Folge, da habe ich ein bisschen meine Beine gespürt.“
Trotzdem kann Ofner viel Positives aus der „ewigen Stadt mitnehmen: Neben rund 65.000 Euro Preisgeld eroberte Ofner inklusive Qualifikation 70 Punkte für die Weltrangliste, die ihn nach aktuellem Stand nach dem Turnier in Rom auf Position 126 ausspucken wird. Ebenso erfreulich ist der stetige Aufwärtstrend beim Österreicher, der erst Mitte März nach siebenmonatiger Verletzungspause sein Comeback gegeben hat. Und mit dem im Foro Italico gesammelten Selbstvertrauen kann Ofner auch zuversichtlich auf die nächsten Herausforderungen blicken.
„Es war ein super Turnier. Dritte Runde aus der Qualifikation heraus bei einem Masters – das hätten wir davor sofort unterschrieben“, sagt Rettl, der zugleich betont: „Auf diese Leistung kann man aufbauen. Ofi weiß jetzt, dass er wieder voll dabei sein kann.“ Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Heimat geht es am Donnerstag aller Voraussicht nach weiter nach Genf, wo Ofner auf einen Platz in der Qualifikation hofft. Klappt das nicht, wäre die Qualifikation in Hamburg die Alternative.