Es war ein kurzer Schockmoment, als Sebastian Ofner beim Masters in Rom im Match gegen Frances Tiafoe im dritten Satz auf seine Hüfte stürzte und ein Medical Timeout nehmen musste. Doch Ende gut, alles gut – der St. Mareiner konnte weiterspielen, gewann die Partie und schenkte sich zum heutigen 29. Geburtstag ein Drittrunden-Duell mit Francisco Cerundolo (3. Partie nach 11 Uhr). Und der Steirer wird gegen den Weltranglisten-18. aus Argentinien absolut fit aufschlagen können: „Er hat nur eine ganz leichte Prellung abbekommen, das ist kein großes Thema“, gibt Stefan Trost, der Ofner seit Beginn 2024 als Physio auf der Tour begleitet, Entwarnung.
Österreichs Nummer eins würde sich derzeit grundsätzlich von seiner besten Seite zeigen. „Ofi ist super beieinander. Vielleicht sogar besser, als vor seinen Operationen“, betont Trost. Die Eingriffe an beiden Fersen, die Ofner zu einer siebenmonatigen Pause gezwungen hatten, wären auf dem Behandlungstisch kein Thema mehr. „Er merkt keinen Unterschied mehr. Wenn, dann arbeiten wir diesbezüglich nur noch präventiv.“ Dass sein Brötchengeber in der „ewigen Stadt“ bereits vier Partien in den Beinen hat, wäre kein Problem. „Nach dem Match arbeiten wir regenerativ, bringen das Laktat und die überschüssige Spannung raus“, erklärt es Trost, und betont zugleich: „Ich bin erstaunt, wie fit Sebastian ist. Er kann noch locker mit den jungen Burschen mithalten – auch, wenn die natürlich etwas schneller regenerieren.“
Nachdem Ofner im Jahr 2023 der große Durchbruch gelungen war, kann er es sich aus leisten, neben Touring-Coach Steve Rettl mit Trost auch einen Physiotherapeuten zu den Turnieren mitzunehmen. „Wie im Vorjahr werde ich auch heuer wieder bei 75 bis 80 Prozent seiner Einsätze dabei sein. Mittlerweile kenne ich seinen Körper schon ganz gut. Das ist natürlich ein Vorteil“, sagt der Langenwanger, der in Graz wohnt und auch in der Brucker Akademie von Rettl arbeitet. Die beiden teilen sich auch stets ein Zimmer, wenn sie auf der Tour unterwegs sind.
Zeit für Sightseeing bleibt während der Turniere kaum. „Am Samstag war das Match von Sebastian früh angesetzt, da waren wir mit allem relativ früh fertig und haben uns noch das Forum Romanum und das Kolosseum angeschaut. Aber das ist eher die Ausnahme“, sagt der 29-jährige Trost, der auf der Tour auch schon Freundschaften mit andern Physios geschlossen hat. „Man sieht ja fast immer die gleichen Leute. Ich habe vor allem deutschsprachige Kollegen kennengelernt. Da kommt es immer wieder zu einem Interessenaustausch – das ist für mich ein zusätzlicher Benefit.“