Noch hat das Wirken von Aleš Pajovič in den Reihen des österreichischen Handballteams noch nicht sein Ende gefunden. Die abschließenden zwei Spiele der Qualifikation zur EM 2026 wird der Slowene das Team noch dirigieren. Dann endet eine Ära, die auf einem Fundament hoher sozialer Kompetenz und eines respektvollen Umgangs miteinander aufgebaut wurde. Nach der kürzlich bestrittenen WM in Kroatien nahm er einen Vertrag beim deutschen Topklub Flensburg-Handewitt an.
Schon vor dem Spiel in der Türkei (7. 5.) und dem großen Abschiedsfest in Graz mit dem Duell gegen die Schweiz (11. 5.) wurde nun in Wien der Nachfolger präsentiert. Der Saal im Haus des Meeres war gut gefüllt, als Iker Romero vorgestellt wurde. „Ich habe das Team natürlich schon lange verfolgt und vor einem Monat habe ich mir auch das Spiel der Österreicher gegen Deutschland gesehen. Die Freundschaft, der Wille und die Energie dieser Mannschaft waren ein Wahnsinn. Da wollte ich ein Teil davon sein. Ich freue mich wirklich, wirklich sehr“, sagt der designierte Trainer, „es geht nicht nur um die Namen der Spieler. Wichtig ist, welche Aura die Mannschaft hat. Wie sie zusammenarbeiten und kämpfen. Da hat das Team ein unglaubliches Niveau.“
Er ist ein ehemaliger Aufbauspieler von Weltklasseformat, 44 Jahre alt, Spanier und seit 2017 als (Co-)Trainer tätig. Von 2021 an trainiert er den deutschen Bundesligisten SG BBM Bietigheim und stieg mit dem Klub auch 2024 in die Bundesliga auf. „Es ist eine Freude, dass wir dieses spanische Handball-Idol als unseren neuen Trainer vorstellen können“, sagt ÖHB-Präsident Markus Plazer, „Romero ist ein menschenfreundlicher Typ und das haben wir auch gesucht. Er hat auch eine enorme internationale Erfahrung.“
Beim ersten Saisonduell mit Flensburg war Pajovič noch nicht in der Bundesliga – dieses Duell steigt dann am 29. Mai in der Bundesliga. Kommende Saison wird der Spanier eine Doppelrolle ausüben, ab Sommer 2026 dann nur noch als ÖHB-Teamchef tätig sein. Sein Vertrag läuft über drei Jahre. Pajovič hat sich aus der Suche nach seinem Nachfolger herausgehalten und Sportdirektor Patrick Fölser war federführend. „Es gab natürlich mehrere Kandidaten und die ersten Gespräche mit Iker waren voller Energie und Leidenschaft und es war beiden Seiten relativ schnell klar, dass wir da ähnlich denken“, sagt Fölser.
Romero wird ab Sommer die Geschicke einer Mannschaft lenken, die in den vergangenen Jahren zu einem Dauergast bei internationalen Großveranstaltungen geworden ist. Der Spanier kommt mit einer prächtigen Vita als Spieler. 200 Mal spielte er für Spanien, erzielte dabei 753 Tore und feierte WM-Gold (2005) und Bronze (2011), EM-Silber (2006) und auch Olympia-Bronze (2008). Auf Klubebene waren die Erfolge nicht weniger beeindruckend. Er gewann zwei Mal die Champions League mit dem FC Barcelona, den europäischen Supercup (Barca), zwei Mal den Pokal der Pokalsieger (Ciudad Real), den EHF-Pokal (Füchse Berlin) und wurde obendrein dreimal spanischer Meister (Barca und Ademar Leon) und holte mehrfach den Cup und die Copa del Rey, sowie einmal den DHB-Pokal.