Geht er, bleibt er, hört er auf – kaum ein Wochenende vergeht in der Formel 1 ohne etwaige Gerüchte um Vierfachweltmeister Max Verstappen. Der niederländische Ausnahmefahrer kämpft mit Red Bull Racing um den fünften Titel in Folge – es wird die wohl härteste Titelverteidigung seiner Karriere, wenn man sich die Konkurrenz ansieht. Schon lange sitzt Verstappen nicht mehr im schnellsten Arbeitsgerät, was ihn aber nicht daran hindert, absolute Spitzenergebnisse einzufahren, während Rookie Liam Lawson zu kämpfen hat. Verstappen verschiebt die Limits seines Autos, geht über seine eigenen Grenzen hinaus und beweist derzeit, dass er schon jetzt zu den größten Formel-1-Fahrern aller Zeiten gehört.

Kein Wunder also, dass immer wieder Gerüchte aufkochen, der 27-Jährige könnte den Bullenstall in Zukunft verlassen. Jüngst gab McLaren-CEO Zak Brown im englischen „The Telegraph“ zu Wort, dass ein Wechsel des Niederländers unmittelbar bevorstehe. „Ich denke, er wird am Ende dieses Jahres gehen“, sagte der US-Amerikaner. „Wenn ich wetten würde, dann würde ich auf Mercedes setzen.“ Schon länger halten sich Gerüchte, Toto Wolff und die Silberpfeile könnten nach dem Abgang von Lewis Hamilton zu Ferrari mit Verstappen den nächsten Serienweltmeister an Land ziehen. Vor allem aufgrund der Reglementänderung im kommenden Jahr gibt sich der österreichische Teamchef selbstbewusst, ist man doch überzeugt davon, ab 2026 wieder ein absolut siegfähiges Auto hinzustellen.

Red Bull mit falscher Fahrerwahl?

Zufällig fielen die Aussagen Browns bestimmt nicht, geht es doch in der Formel 1 nicht nur auf der Strecke heiß her. Verbale Attacken und Manöver gibt es auch abseits davon. „Ganz so schwarz, wie Zak Brown die Situation gerne sehen würde, ist die Lage noch nicht“, erklärte RB-Motorsportberater Helmut Marko darauf angesprochen, hielt aber fest: „Max möchte ein Auto haben, mit dem er gewinnen kann. Wenn wir ihm das nicht hinstellen können, dann wird es schwierig werden, ihn zu halten.“ Vielmehr ärgerte sich der Grazer über Aussagen des McLaren-Chefs, Red Bull hätte anstelle von Liam Lawson besser Yuki Tsunoda befördern sollen. „Da höre ich nicht so genau hin“, meinte Marko. „Das sind die üblichen Spielereien, die es eben gibt.“

Perfekt war der Saisonstart des neuseeländischen Rookies aber keinesfalls. Auf den Ausfall in Melbourne folgte in Shanghai im Qualifying für den Sprint, der in der Nacht auf heute ausgetragen wurde, Platz 20, während Lewis Hamilton mit der Pole Position überraschte. „Australien war sein erstes Rennen und auch in China kennt er die Strecke nicht. Das erschwert die Situation natürlich“, verteidigte Marko seinen Schützling. Schärfere Töne gab es über die eigene Performance, die zum Saisonstart noch ausbaufähig ist. „Wir haben derzeit auf ein gesamtes Rennen gesehen noch einen irrsinnig hohen Reifenverschleiß. Das schaut nicht gut aus.“ Trotz einer durchwachsenen Sprint-Quali hat der Grazer McLaren weiter ganz oben auf der Rechnung. „McLaren ist deutlich überlegen. Im Trockenen fahren sie wohl allen davon.“