Manuel Feller war zunächst kurz angebunden. „Nein“ sagte er auf die Frage, ob er zufrieden sei. Statt Angriff nach vor fiel er im zweiten Lauf beim Nacht-Riesentorlauf in Schladming um acht Plätze zurück. Und Rang 18, das war nicht das, was sich der Fieberbrunner erhoffte, da stellte er sogar selbst seine Berechtigung infrage, bei der WM in „seinem“ Heimatskigebiet auch im „Riesen“ starten zu dürfen. „Ich darf keinem böse sein, wenn ich nicht aufgestellt werde“, meinte er und ging hart mit sich ins Gericht: „Dabei hat mir der erste Lauf einen Motivationsschub gegeben. Der zweite hat dann dazu eingeladen, gerader zu fahren, das habe ich übertrieben. Es war ein Hinschneiden zum Tor statt rund zu fahren. Es war nur ein Genügend bis Nicht genügend muss ich sagen.“

In der ersten Enttäuschung zweifelte er aber nicht nur an der WM: „Wenn ich aus den Top 30 im Weltcup falle und nicht mehr 500 Punkte habe, um dann gleich starten zu dürfen, dann tue ich mir das nicht mehr an“, sagte er – um dann doch noch darauf zu hoffen, dass er in der Startliste in den besten 30 der Welt bleibt. Auf die WM macht er sich wenig Hoffnung: „Schauen wir, was die Trainer sagen, aber wenn ich nicht aufgestellt bin, darf ich mich nicht aufregen. Ich habe aber auch keine Ahnung, was Raphael Haaser für Ergebnisse hat.“

Haaser: „Verheerend“

Der angesprochene Haaser haderte aber nicht weniger als Feller mit dem Riesentorlauf in Schladming. „Verheerend“ sei seine Leistung gewesen, meinte der Super-G-Zweite von Kitzbühel. „Im Super-G weiß ich aber, dass ich meine sieben Zwetschken beisammen habe, im Riesentorlauf ist das mit einem Tag Training nach der Verletzung eben noch nicht so“, meinte er. „Ich muss das g‘scheit analysieren. Ich weiß zwar, dass ich nicht der größte Freund dieser salzigen Verhältnisse bin, aber so schlecht bin ich auch wieder nicht“, schimpfte er nach Platz 20 und vier verlorenen Rängen in Lauf zwei.

Im Video: Die Stimmen nach dem Riesentorlauf