Was die Graz 99ers gegen Bozen beim 2:1-Heimsieg vor allem in den ersten 20 Minuten gezeigt haben, war großes Kino. „Da haben wir ein bisserl riskiert, sehr aggressives Forechecking gespielt. Und das ist richtig aufgegangen“, sagt 99ers-Trainer Harry Lange. „Jeder hat für jeden gekämpft, sich in die Schüsse hineingeworfen. Das war Play-off-Eishockey.“
Das Play-off, es ist zwar noch ein paar Wochen und Siege entfernt. Die 99ers haben mit dem Erfolg über die Südtiroler aber gezeigt, dass sie bereit sind. Heute, 18.30 Uhr, kommt gleich das nächste Schlagerspiel auf die Steirer zu: Spitzenreiter Fehervar gastiert in Liebenau und gegen die Ungarn sind die Grazer in dieser Saison ohne Sieg. 4:5, 0:3 und 2:6 endeten die Partien bisher. Auch gegen Bozen war die Lange-Truppe bis Mittwoch ohne Sieg, die nächste Negativserie soll also enden. „Für die Moral war der Sieg wichtig“, sagt der Klagenfurter. Heute soll die nächste Moral-Injektion folgen.
Mit einem frisch um ein weiteres Jahr verlängerten Vertrag soll auch Frank Hora wieder aufzeigen. „Was der Franky zurzeit leistet, ist unfassbar“, sagt Lange. „Auch Jimmy Oligny spielt super, Rok Tičar kommt wieder besser in die Spiele und Jonas Gunnarsson hält derzeit fast alles“, kommt Lange – für seine Verhältnisse – fast ein wenig ins Schwärmen. Zudem könnte Nick Bailen heute sein Debüt für die 99ers feiern und auch das Comeback von Lukas Haudum dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen. „Da müssen wir aber clever sein“, warnt Lange. „Ich hätte Lukas gerne in jedem Spiel in jeder Minute auf dem Eis, das weiß er auch. Aber wir wollen ihn für den Rest der Saison haben.“ Geht es nach Präsident Herbert Jerich und den 99ers-Verantwortlichen, dann ist diese Saison nach dem Grunddurchgang auch noch nicht zu Ende, sondern soll im Play-off lange fortgesetzt werden. „Das ist der Plan“, sagt Lange.
Gerechnet wird an der Mur aber nicht. Zu eng geht es in der Tabelle zu, Rang vier (99ers) und Rang sieben (Linz) trennen nur zwei Punkte.