Es war ein merkwürdiges Bild: Im zweiten Halbfinallauf der Damen über 100 Meter blieb die Bahn fünf, jene im Zentrum, leer. Dort sollte Shelly-Ann Fraser-Pryce laufen, die „Grande Dame“ des Sprints. Doch rund um die 37-Jährige, die seit 2008 bei allen Spielen über die 100 Meter aufs Podest gelaufen war, entspann sich ein wahrlich olympischer Skandal. Eine blieb davon aber unberührt: Julien Alfred aus dem Karibikstaat Saint Lucia, der bis dato bei Olympischen Spielen noch ohne Medaille war, holte sich sensationell die Goldmedaille im Sprint. In 10,71 Sekunden verwies sie die US-Amerikanerinnen Sha‘Carri Richardson (10,87), die ebenso Teil des Skandals um Fraser-Pryce war, und Melissa Jefferson (10,92 Sekunden) auf die Plätze.
Olympia 2024 Paris
Im Video: Eine karibische Sensation und ein olympischer Skandal
Die unbekannte Julien Alfred holte sich Gold im 100-m-Sprint der Frauen, in dem die „Grande Dame“ fehlte: Shelly-Ann Fraser-Pryce war vor dem Halbfinale von Offiziellen der Zutritt zum Warm-up-Gelände verwehrt worden, wie auch Sha‘Carri Richardson. Während Fraser-Pryce im Halbfinale fehlte, blieb für Richardson nur Platz zwei.
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