Es war ein merkwürdiges Bild: Im zweiten Halbfinallauf der Damen über 100 Meter blieb die Bahn fünf, jene im Zentrum, leer. Dort sollte Shelly-Ann Fraser-Pryce laufen, die „Grande Dame“ des Sprints. Doch rund um die 37-Jährige, die seit 2008 bei allen Spielen über die 100 Meter aufs Podest gelaufen war, entspann sich ein wahrlich olympischer Skandal. Eine blieb davon aber unberührt: Julien Alfred aus dem Karibikstaat Saint Lucia, der bis dato bei Olympischen Spielen noch ohne Medaille war, holte sich sensationell die Goldmedaille im Sprint. In 10,71 Sekunden verwies sie die US-Amerikanerinnen Sha‘Carri Richardson (10,87), die ebenso Teil des Skandals um Fraser-Pryce war, und Melissa Jefferson (10,92 Sekunden) auf die Plätze.