Springsteen ist einer jener Rock-Veteranen, an denen das Alter scheinbar spurlos vorübergeht und der mit der beiläufigen Virilität eines Schwerarbeiters von nebenan immer noch authentisch wirkt. Allein nachdenkliche - und auf den Video-Walls auf Deutsch untertitelte - Zwischenansagen über verstorbene Weggefährten und die eine oder andere zerdrückte Träne bei ihnen gewidmeten Songs wie "Last Man Standing" oder "Tenth Avenue Freeze-Out" erinnerten daran, dass auch er selbst älter wird. Ansonsten lieferte der aus New Jersey stammende Musiker, der ausgerechnet seinen Hit-Song "Born in the USA" in Wien nicht in seine 26 Titel umfassende Setlist integrierte, eine abwechslungsreiche, äußerst publikumsnahe Show, die jedoch vor allem zu Beginn von massiven Akustik-Problemen im Stadion begleitet war.