Die "Fluchtstube" befand sich in der Schlickgasse 4. Emmerich Grünwald wurde 1896 in Budapest geboren und kam 1913 nach Wien, wo er im Radiogeschäft seiner Mutter arbeitete. 1942 wurde er in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Trotz einer körperlichen Beeinträchtigung überlebte er. Nach seiner Rückkehr erhielt er das zuvor arisierte Geschäftslokal zurück und baute einen versteckten Raum ein.
Wien
"Fluchtstube" eines Holocaust-Überlebenden als Installation
Ein geheimer Raum zwischen Erdgeschoss und erstem Stock, zugänglich nur über eine Tür im Kleiderschrank. Diese "Fluchtstube" in Wien-Alsergrund diente aber nicht als Versteck während der NS-Zeit. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Emmerich Grünwald gebaut. Der Holocaust-Überlebende schuf sich damit ein Versteck vor seinem neuen Leben, vor seinen Traumata. Das Jüdische Museum Wien widmet diesem erst kürzlich abgetragenen Raum eine Intervention in seinem Project Space.
© APA/JMW