Muren entstehen, wenn ein steiler Hang aus wenig verfestigtem Material mit Wasser "übersättigt" ist, so Glade: "Dann reichen die Kräfte auf einmal nicht mehr aus, die es bisher am Hang gehalten haben". Geröll, Schutt und Erdreich geraten durch die Schwerkraft spontan in Bewegung. "Eine typische Mure hat einen Feststoffanteil von 50 bis 70 Prozent, und die restlichen 30 bis 50 Prozent sind Wasser, erklärte er: Es gibt sogenannte Gerinne-Muren, die im Bett eines Wildbaches abgehen, und Hangmuren, die keinem klar definierten Weg folgen.
Wien
Muren durch Klimakrise häufiger, größer und verbreiteter
Durch die Klimakrise werden Muren häufiger, in nicht gekannter Größe und in Gebieten auftreten, die bisher davon verschont waren, sagte Thomas Glade, Experte für Geomorphologie, Risikoprävention und Katastrophenschutz an der Universität Wien im Gespräch mit der APA. Sie bringt nämlich vermehrt extreme Niederschläge. Dann steht in den betroffenen Regionen kurzfristig viel mehr Wasser zur Verfügung als früher, das Geröll und Erdreich mobilisiert und mit ihnen talwärts strömt.
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