Letztlich hätten in den diversen Erdumlaufbahnen - vulgo Orbits - lange Zeit mehr oder weniger "Wild-West-Manieren" geherrscht, erklärte der Leiter der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft-und Raumfahrt (DLR), Walther Pelzer, vor Journalisten. Das Problem seien in erster Linie "fehlende Regularien". Daher forciere man nun auch seitens der ESA das Ziel, zu einem Regelwerk zu kommen und dieses in nationales Recht übergehen zu lassen. Ein Beispiel sei die neue europäische Trägerrakete Ariane 6: Hier könne die Oberstufe gezielt aus dem Orbit geholt werden. Das sollten zukünftig alle ins All verschickten Geräte können. Allerdings gebe es diverse Widerstände, denn De-Orbiting berge "immense Kosten", so Pelzer.
Wien/Bonn/Paris
Gegen Wild-West-Manieren: ESA warnt vor Raumfahrtschrott
Beim Müll-Machen beschränkt sich der Mensch mittlerweile nicht nur auf den Heimatplaneten - man treibt auch seit ein paar Jahrzehnten munter die Vermüllung des erdnahen Alls voran. Bei der 9. Europäischen Konferenz zu Weltraummüll in Bonn sucht die Europäische Weltraumorganisation (ESA) dieser Tage nach Lösungen für das wachsende Problem. Unter dem Schlagwort "De-Orbiting" will man vorankommen. "Wir müssen den Orbit sauber halten", so ESA-Chef Josef Aschbacher am Dienstag.
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