Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Italienischer Doppelsieg beim Damen-Riesentorlauf in Sölden

Die derzeit dominierende Damen-Nation Italien hat gleich im ersten Weltcup-Skirennen mittels Doppelsieg zugeschlagen. Marta Bassino gewann am Samstag den Riesentorlauf in Sölden vor ihrer Landsfrau Federica Brignone. Dritte wurde die Slowakin Petra Vlhova nach bemerkenswerter Aufholjagd im Finale. Aus österreichischer Sicht gab es das bisher schlechteste Damen-Ergebnis in der Geschichte der Sölden-Rennen. Katharina Truppe war als ÖSV-Beste 15.

© APA (AFP)
 

Von elf ÖSV-Damen kamen fünf in den zweiten Durchgang. Hinter Truppe landete Stephanie Brunner auf Position 17, Ramona Siebenhofer wurde 19. und Franziska Gritsch 24. Katharina Liensberger schied im zweiten Durchgang nach Halbzeit-Position 23 aus. Eva-Maria Brem, Bernadette Schild, Elisa Mörzinger und Nadine Fest verpassten die Qualifikation für das Finale, Ricarda Haaser und Katharina Huber fielen aus.

"15, 17, 19 ist nicht das, was wir uns erwartet haben", gestand Damen-Rennsportleiter Christian Mitter. "Es passt halt einfach nicht zusammen im Moment. Wir müssen besser werden. Wir stehen dort, wo wir angefangen haben." Das bis Samstag schlechteste Sölden-Resultat für die Damen gab es am 26. Oktober 1996. Damals hatte es Alexandra Meissnitzer als Zehnte immerhin noch in die Top Ten geschafft.

Für Bassino war es der zweite Weltcup-Sieg, nachdem sie im vergangenen November bereits in Killington den Riesentorlauf gewonnen hatte. "Der Start in die Saison ist einfach perfekt", jubelte die Armeesportlerin aus dem Piemont, die auch in Killington vor ihrer Landsfrau Brignone die Siegerin war. "Wir sind ein Pärchen, ein großartiges Team. Wir haben hart gearbeitet im Sommer. Und ich denke, das ist das Ergebnis dieser Arbeit."

Auch Gesamt- und RTL-Weltcupsiegerin Brignone freute sich. "Für mich ist es fantastisch", sagte die 30-Jährige, deren Mutter Maria Rosa Quario im Frühjahr schwer an Covid-19 erkrankt war. "Es ist eine neue Saison, man muss sich wieder bestätigen." Seltsam fand sie allerdings die fehlenden Zuschauer im Ziel. "Sölden bedeutet für mich eine Menge Lärm und Emotionen."

Ihrer Mutter geht es inzwischen wieder gut. Das bestätigte Rosa Quario selbst in Sölden. Die Ex-Rennläuferin berichtet als Journalistin über das Weltcup-Geschehen.

Bassino hatte nach dem ersten Durchgang 0,58 Sekunden vor Brignone und der Norwegerin Mina Fürst Holtmann geführt. Vlhova war als Zehnte schwer geschlagen, rehabilitierte sich jedoch - in Abwesenheit von US-Star Mikaela Shiffrin - mit klarer Laufbestzeit in der Entscheidung. 1,13 lag die Slowakin am Ende hinter Bassino, die 14 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Brignone hatte.

Der Slalom-Spezialistin Truppe unterliefen in ihrem zweiten Lauf auf einer pickelharten Piste zu viele Fehler, die Kärntnerin rutschte dadurch vom elften Rang noch zurück. "Es war jetzt ein gescheiter Kampf. Ich bin nur hinten drinnen gesessen. Meine Schenkel haben schon so gebrannt", sagte Truppe. "Ich bin aber trotzdem zufrieden. Es war ein solider Saisonstart."

Brunner begann ihr Comeback bei im ersten Durchgang nicht idealen Sichtverhältnissen als Halbzeit-Neunte. Das erste Saisonrennen war für die Zillertalerin gleichzeitig ihr erstes seit 21 Monaten. Im Sommer 2019 hatte sich die Riesentorlauf-Spezialistin zum dritten Mal das Kreuzband im linken Knie gerissen.

"Vielleicht wollte ich ein bisschen zu viel. Ich bin in den Steilhang schon zu grad rein", meinte sie nach dem zweiten Durchgang. "Ich habe mir nichts erwartet. Von dem her ist ein 17. Platz auch nicht schlecht. Dass ich besser Skifahren kann, das weiß ich selber. Es ist im Training sehr gut gelaufen. Aber es ist ein Prozess, den man im Rennen umsetzen muss. Ich brauche einfach einen Rennrhythmus."

Siebenhofer haderte mit ihrem eher verhaltenen Zugang. "Im oberen Teil und im unteren war es ganz okay. Ich war mit dem ersten ganz zufrieden", meinte die Steirerin. Dann habe sie sich aber "einfach zu viel zurückgehalten, zu viel auf die Linie geschaut. Zu viel geschaut, dass es technisch sauberes Skifahren ist." Auf dem steilen Hang in Sölden müsse man aber brutaler fahren.

Schild gelang ein Jahr nach ihrem in Sölden erlittenen Kreuzbandriss das Comeback wie Brunner nicht ganz nach Wunsch. Vor allem die schlechte Bodensicht veranlasste Schild, es etwas schaumgebremst anzugehen. "Für mich war vor allem wichtig, dass ich rausgestartet bin. Ich hab's gemacht und es ist eigentlich nichts passiert", bilanzierte sie trotz allem positiv. "Ich werde mich jetzt auf Levi vorbereiten, mich wirklich auf den Slalom konzentrieren." Den Parallelbewerb in Lech/Zürs werde sie definitiv auslassen.

Die US-Amerikanerin Shiffrin verzichtete wegen Rückenproblemen auf einen Start auf dem Rettenbachgletscher. Am (morgigen) Sonntag sind beim Weltcup-Opening im Ötztal die Männer an der Reihe, Startzeit des Riesentorlaufs ist wieder um 10.00 Uhr.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren