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Österreich schneidet bei Gesundheitskompetenz schwach ab

Die Österreicher schneiden bei ihrer Gesundheitskompetenz - im Endeffekt das Wissen, wie man sich in Gesundheit oder Krankheit richtig verhält - schlecht ab. Die Träger des Gesundheitsforums Seitenstetten "Prävenire" haben deshalb schon vor zwei Jahren damit begonnen entsprechende Projekte in vier österreichischen Gemeinden umzusetzen. Zwischenberichte dazu gab es Mittwochnachmittag.

© APA
 

"Wir leisten uns mit dem (Gesundheits-)System in Europa ein sehr teures System. Im internationalen Vergleich kaufen wir aber weniger Gesundheit, als wir haben könnten. Wir sind Weltmeister bei den Hospitalisierungen und bei den Re-Hospitalisierungen. Wir folgen den Paradigmen des 19. Jahrhunderts mit Ärzten als Einzelkämpfern. Was die Gesundheitskompetenz betrifft, sind wir am hintersten Ende von Europa - mit Bulgarien als abgeschlagenes Schlusslicht", sagte "Prävenire"-Board-Chef Armin Fidler.

2018 mit dem dritten "Prävenire"-Gesundheitsforum läuft de facto bereits die zweite Welle von Projekten, welche in den vergangenen Jahren für österreichische Gemeinden konzipiert und dann umgesetzt wurden. "Sierning sorgt vor" ist eine Kampagne für mehr Krebsprävention und -Früherkennung in der oberösterreichischen Gemeinde. Eine erste Umfrage hat ergeben, dass zwar bereits 89 Prozent der Menschen zumindest einmal bei einer Vorsorgeuntersuchung waren, aber nur 38 Prozent der Bevölkerung jedes Jahr diese kostenlose Vorsorge in Anspruch nehmen. In Sierning will man besonders auf Brust-, Darm-, Haut-, Gebärmutterhals-, und Prostatakrebs bei den Informationstätigen in Kooperation mit Gemeinde und anderen Partnern eingehen.

"Frei von HPV in Stockerau" soll wiederum in der niederösterreichischen Stadt die Impfung gegen das Humane Papilloma Virus (HPV) als Auslöser von Gebärmutterhals- und von anderen Krebserkrankungen und die Immunisierungen insgesamt propagieren. Auch dort werden gemeinsam mit der Gemeinde alle möglichen Informationskanäle gewählt. Ein Hauptergebnis, wie die Wiener Vakzinologin Ursula Wiedermann-Schmidt betonte: Lediglich 38 Prozent der Erwachsenen sehen das Thema Impfen positiv. Bei Kindern und Jugendlichen ist das Thema nur zu 36 Prozent positiv besetzt. Nur 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben an, gegen HPV geimpft zu sein. Dabei ist diese Immunisierung für diese Altersgruppe beiderlei Geschlechts gratis.

Bei einem Projekt in Haslach in Oberösterreich, an dem der Allgemeinmedizin-Aktivist Erwin Rebhandl federführend beteiligt ist, geht es vor allem um die Bewusstseinsarbeit rund um Diabetes. Eine Umfrage am Beginn der Aktivitäten ergab zwar beispielsweise, dass 91 Prozent der Bevölkerung es "einfach oder "sehr einfach" finden, den Anweisungen des Arztes oder Apothekers zu folgen, aber beispielsweise 15 Prozent der Kinder kennen den Begriff Diabetes gar nicht. 38 Prozent der Befragten gaben an, es sei schwierig zu verstehen, was an Inhaltsstoffen etc. auf abgepackten Lebensmitteln vermerkt ist.

"Mentale Fitness in Bruck/Mur" will längerfristig über Informationsaktivitäten in Betrieben und Schulen die psychische Gesundheit fördern. Dabei geht es auch um die Vermeidung von Stigmatisierung und Exklusion von Betroffenen. Kinder und Jugendliche gaben beispielsweise an, es sei ihnen peinlich, psychische Probleme zu haben oder wegen solcher Schwierigkeiten Hilfe zu suchen.

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