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Schon 62 Fälle in Österreich Was Masern so gefährlich macht

Die WHO hat alarmierende Zahlen gemeldet: In ganz Europa steigen die Masernfälle dramatisch. Warum es sich dabei um keine harmlose Kinderkrankheit handelt!

Masern sind hochansteckend
Masern sind hochansteckend © luanateutzi - stock.adobe.com
 

62 Fälle in Österreich, 41.000 Infizierte in ganz Europa: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet alarmierende Zahlen zur Masernsituation in Europa. 37 Menschen sind bisher an den Masern gestorben - das zeigt einmal mehr, dass die Masern keine harmlose Kinderkrankheit sind. Das Gesundheitsministerium meldet für Europa außerdem größere Ausbrüche in Griechenland, Rumänien, Frankreich und Italien. Wenn man vorhabe, in diese Länder zu reisen, sollte man überprüfen, ob man ausreichend geimpft ist, rät das Ministerium. 

Die ansteckendste Krankheit

Masern sind die ansteckendste Krankheit, die man kennt: Kommt man mit einem Infizierten in Kontakt und ist nicht geimpft, so steckt man sich zu mehr als 99 Prozent an. „Ein Masernkranker kann 16 bis 18 weitere Menschen anstecken, bei der Grippe sind es vier Ansteckungen“, sagt Infektionsspezialistin Andrea Grisold (Med Uni Graz).

Tödlich verlaufen die Masern bei einem von 1000 Fällen: Es könne entweder zu einer Entzündung des Gehirns kommen, erklärt Werner Zenz, Pädiater am LKH-Uniklinikum Graz. Diese verläuft in 20 Prozent tödlich, 30 Prozent der Betroffenen bleiben behindert. Oder es könne ein Lungenversagen auftreten, das tödlich enden kann. Die Masern haben auch eine gefürchtete Spätfolge, die chronische Gehirnentzündung (SSPE). Dabei kommt es erst sechs bis acht Jahre nach der Masernerkrankung zum Abbau im Gehirn, der immer tödlich verlaufe.

Ausbrüche in Europa

Seit Anfang 2018 werden im EU-Raum große Masernausbrüche gemledet, wobei die höhsten Zahlen aus Rumänien (4.317), Frankreich (2.588), Griechenland (2.238), Italien (1.716) und Großbritannien (1.654) kommen.

Kleinere Ausbrüche gibt es ebenfalls in Belgien (50), der Tschechischen Republik (103), Deutschland (286), Irland (69), Lettland (17), Norwegen (7), Polen (54), Portugal (125), Slowakei (161) und Schweden (29).

Stand: 20.7.2018

Info: www.keinemasern.at

Einziger Schutz

„Es gibt keine ursächliche Behandlung gegen die Masern“, sagt Zenz. Der einzige Schutz ist die zweifache Impfung, die ab dem 10. Lebensmonat verabreicht wird. Besonders gefährdet sind daher Säuglinge, die noch nicht geimpft werden können.

Natürlich besteht die Gefahr, dass die Masern aus anderen Ländern eingeschleppt werden.

Werner Zenz, Pädiater

Die ersten Anzeichen für die Masern sind unspezifisch: Fieber, gerötete Augen, Schnupfen. Erst nach 14 Tagen tritt der typische Hautausschlag auf. „Tritt in Österreich ein Masernfall auf, muss das jeder Arzt melden“, sagt Grisold. Dann werden alle Personen rückverfolgt, die mit dem Patienten in Kontakt waren – und auf ihren Impfschutz überprüft.

Dass die Masern noch immer nicht ausgerottet sind, liegt an der zu geringen Durchimpfungsrate: 95 Prozent der Menschen müssten geimpft sein, doch es gibt große Impflücken, vor allem bei den Jahrgängen 2008 bis 2010 und bei Erwachsenen, die in den 1990er Jahren geboren wurden. Zusätzlich ist ein Drittel der 15-30-Jährigen kein zweites Mal geimpft – und das, obwohl die Impfung für jeden kostenfrei verfügbar ist.

Impfgegner

Dass es Impfgegner sind, die für die Verbreitung der Masern verantwortlich sind, zeigt eine wissenschaftliche Untersuchung des Masernausbruchs 2015 in der Steiermark: 82 Prozent der betroffenen Kinder waren aufgrund der impfkritischen Einstellung der Eltern nicht geimpft. Die Leidtragenden waren zehn Säuglinge aus Familien, die nicht gegen Impfungen waren, aber im Krankenhaus behandelt werden mussten.

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