Impfwoche Impfen: Antworten auf die häufigsten Fragen von Eltern

Wir befinden uns in der europäischen Impfwoche: Der Experte Werner Zenz beantwortet die häufigsten Fragen von Eltern.

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Fakten zum Impfen
Fakten zum Impfen © (c) New Africa - stock.adobe.com
 

1. So viele Impfungen auf einmal: Überlastet das das junge Immunsystem nicht?

„Das Immunsystem wird nicht überlastet, es ist in der Lage, viele Tausende Antigene zu erkennen“, sagt Werner Zenz, Kinderarzt an der Med Uni Graz. Anhand der aktiven Immunzellen im Blut wurde errechnet, dass das Immunsystem auf 10.000 Impfstoffe gleichzeitig effektiv reagieren könnte. Würde man die Sechsfachimpfung, die dreimal im Impfplan vorgesehen ist, auf einzelne Impfungen aufteilen, müsste ein Kind 18 Spritzen bekommen. „Das will man einem Kind nicht zumuten“, sagt Zenz. Außerdem werden Kinder heute im Vergleich zu früher mit weit weniger Antigenen in den Impfungen konfrontiert: Waren es 3000 in den 1980er-Jahren, sind es heute rund 200 Antigene.

2. Aluminium in Impfungen: Schadet das meinem Kind?

Aluminium wird als Wirkstoffverstärker gebraucht, sonst wäre die Immunantwort zu schwach. Notwendig ist das bei Nicht-Lebendimpfstoffen, wie Tetanus oder Diphtherie. „Studien haben gezeigt, dass die geringen Konzentrationen keine negativen Auswirkungen haben“, sagt Zenz. Die Mengen, die über Impfungen aufgenommen werden, liegen weit unter denen, die Kinder über Nahrung zu sich nehmen. Laut Ages ist ein Milligramm Aluminium pro Kilo Körpergewicht und Woche unbedenklich. In Impfungen sind Dosen von 0,125 bis 0,82 Milligramm enthalten. Damit würden 20 Impfungen nur zu einem Hundertstel zur Menge Aluminium beitragen, die aus der Nahrung eingelagert wird.

Wenn nicht mehr geimpft wird, kommen die Krankheiten zurück.

Werner Zenz, Kinderarzt und Impfexperte

3. Warum soll ich mein Kind gegen Krankheiten impfen, die es gar nicht mehr gibt?

Zenz zählt eine ganze Liste von Epidemien auf, die durch das Absetzen von Impfungen wiedergekommen sind: So wurde in Japan 1975 die Keuchhusten-Impfung ausgesetzt, in der Folge gab es 13.000 Erkrankte und 100 Tote. Oder: In der Sowjetunion wurde die Diphtherie-Impfung abgeschafft, woraufhin es eine Epidemie mit 157.000 Erkrankten und 5000 Toten gab. „Wenn nicht mehr geimpft wird, kommen die Krankheiten zurück“, sagt Zenz.

Auf eine Million Impfungen kommt ein Impfschaden.

Werner Zenz, Kinderarzt und Impfexperte

4. Immer wieder höre ich von Impfschäden: Wie häufig ist das?

„Auf eine Million Impfungen kommt ein Impfschaden“, sagt dazu Mediziner Zenz. In den letzten 30 Jahren gab es in Österreich einen Todesfall eines Kindes, der als Impfschaden anerkannt wurde. Zum Vergleich: Bei aktuellen Masern-Ausbrüchen in Serbien und Venezuela starben 13 bzw. 54 Kinder - die Masern enden für einen von 1000 Erkrankten tödlich. „Es gibt eine ständige Bedrohung durch Infektionen“, sagt Zenz, dafür werde ein sehr geringes Risiko für Nebenwirkungen in Kauf genommen. Der Nutzen, den Impfungen bringen, sei viel größer als das Risiko, das von ihnen ausgeht: In den USA konnten durchs Impfen die Masern ausgerottet werden.

5. Bei all den Beiträgen in Internetforen und in sozialen Medien kenne ich mich nicht mehr aus: Bin ich eine schlechte Mutter, wenn ich mein Kind impfen lasse?

„Solchen Müttern sage ich: Sie machen alles richtig und tun das Beste für Ihr Kind, wenn Sie es impfen lassen“, sagt Zenz. Leider sind Internetforen und soziale Medien ein Motor für die Verbreitung von Falschinformationen durch Impfgegner: So bringen Impfgegner-Gruppen in den USA gefälschte Studien in Umlauf, die Wissenschaftlichkeit vortäuschen sollen.

Kommentare (5)
kundenkarte
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und täglich grüßt das Murmeltier

Im großen und ganzen bezweifle ich eher, dass die Pharmalobby es mit solchen Artikelserien ("Impfwoche"?!?) schafft, die "Impfmüdigkeit" der Bevölkerung zu bekämpfen. Da steigt eher die Skepsis der Gegner.

hugo22
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"Gratis" Artikel

Schon mal darüber nachgedacht, warum der Artikel gratis ist?

Wer z.B. den "Verein zur Förderung der Impfaufklärung" finanziert?

Früher mal hat die Presseagentur "Hochegger", "Aufklärungsarbeit" geleistet (jaja DER Hochegger)

Ich bin kein Impfgegner, was halt in anderen Branchen absolut undenkbar ist, dass es halt Honorare aus der gewinnorientierten Industrie gibt....und man dann wieder im "öffentlichen Interesse" arbeitet.....oder man es halt so aussehen lässt als ob.

Ich kann nur das Portal "Medizin Transparent" empfehlen (zu 100% aus öffentlichen Mitteln finanziert)

Und komisch dort klingt einiges anders, obwohl sich dort 100% ig keine Impfgegner tummeln.

Kennt ihr noch den Hype der Schweinegrippe? Bei Medizin Transparent steht:
"Für Aufregung sorgte 2015 ein Impfstoff gegen die sogenannte Schweinegrippe (H1N1-Influenza): Kinder, die den Impfstoff mit dem Markennamen Pandemrix der Firma GlaxoSmithKline erhalten haben, erkrankten in einigen Fällen an der Schlafkrankheit Narkolepsie. "

Na fein....

jandlmarkus
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...studien haben gezeigt...welche?

...etwa die eine der wenigen veröffentlichten Tierstudien 2001 mit leicht löslichem Alulaktat, oral verabreicht (Golub 2001), oder die Alu-Studie 2004 über die Löslichkeit im Körper...an einem 41J. Mann mit 1,83m, 77kg und die 0,7µg lösliches ALU IV Zitrat und das ganze oral verabreicht...super Vergleich zu den unlöslichen x1000 mal höheren Dosen und direkt ins Muskelgewebe bei Babies...das sind unsere „unabhängigen Vertrauenspersonen in den weißen Mänteln!
...wer verbreitet bzw. verfälscht heute und aus welchen Gründen Studien?? Die Impfgegner??? die keinen Cent dafür bekommen ihre negativen Erfahrungen und die Ihres Umfelds zu verbreiten, um andere zu warnen, oder die von der Pharmaindustrie gesponserten Schulmediziner, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen (pro getätigter Impfung) und großteils dann ihre eigenen Kinder nicht impfen! Bitte Hr. Dr. Zenz erzählen sie uns bitte keine Unwahrheiten, das Aluminium und die anderen Stoffe in den Impfdosen wie Formaldehyd,... keine neurologischen Nebenwirkungen auf unser Nervensystem haben. der Anstieg der Autoimmunkrankheiten, Allergien usw. in den letzten 50 Jahren hat nichts damit zu tun oder? Bin selber gerade Vater eines "gesunden" und noch ungeimpften Babies geworden und deshalb mit dem Thema beschäftigt. Für die Allgemeinheit bitte einfach selbst und allseitig informieren und nicht alles und jedem Weißmantelträger vertrauen, die machen einfach ihren Job und verdienen damit Ihr Geld.

Eyeofthebeholder
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@jandlmarkus: Ja ist klar, alles Deppen außer den Experten

in den diversen Impfgegner-Foren...

Selber denken und nicht jeden Blödsinn glauben, den Du irgendwo im Internet liest!

kundenkarte
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ich weiß jetzt nicht, wer die Deppen sind

Sind für Sie jetzt die Impfgegner-Experten die Deppen oder die Pharmalobby-Experten?