Menschen versammeln sich auf dem 252 Meter hohen Mittelberg im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt und ihr Blick schweift über die wunderschöne Landschaft rings um sie herum. Ihnen gleich taten es an dieser Stelle viele andere nur 3600 Jahre vor unserer Zeit. Damals zog die Menschen aber der Himmel, seine Phänomene und ein scheibenförmiges Objekt in ihren Bann– die Himmelsscheibe von Nebra. Sie ist einer der bedeutendsten archäologischen Funde des vergangenen Jahrhunderts und zeigt die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene, die wir kennen.

ARCHIV - Zwei Frauen betrachten am 23.10.2014 im Landesmuseum fr Vorgeschichte in Halle (Sachsen-Anhalt) die Himmelscheibe von Nebra. (zu dpa ÇÇHimmelsscheibe von NebraÈ 2018 in BerlinÈ vom 23.12.2017) Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Die Himmelsscheibe von Nebra zieht die Menschen in ihren Bann © APA (dpa)

Die Rohstoffe für ihre Herstellung sind schon zu damaligen Zeiten eine Angelegenheit europäischer Lieferketten, kommen sie doch aus Österreich und England. Von Sondengängern im Sommer 1999 illegal ausgegraben und damit ein Kriminalfall später, ist sie heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle an der Saale zu bestaunen. Wer sich allerdings für die Geschichte und Archäologie am Fundort interessiert, ist in der architektonisch sehr ansprechenden Arche Nebra am Fuße des Mittelberges bestens aufgehoben.

26.06.2023/ Sachsen Anhalt Sachsen-Anhalt Wangen Foto: Arche Nebra Markantes modernes Besucherzentrum mit astronomischen Ausstellungen zur Bronzezeit und digitalem Planetarium und der Geschichte der Himmelsscheibe von Nebra an ihrem authentischen Fundort auf dem Mittelberg Luftbild Luftaufnahme Ansicht *** 26 06 2023 Saxony Anhalt Saxony Anhalt cheeks photo Nebra Ark Striking modern visitor center with astronomical exhibitions on the Bronze Age and digital planetarium and the history of the Nebra Sky Disk at its authentic site on the Mittelberg aerial photograph aerial view
Die Arche Nebra hütet das Wissen und Vermächtnis der Himmelsscheibe © IMAGO/Steffen Schellhorn

Zeitreisen sind also doch möglich

In der Ferne an der Straße der Romanik gelegen, lässt sich vom Mittelberg aus die mittelalterliche Stadt Naumburg ausmachen. In ihrem Bereich findet man nicht nur die berühmte Hildebrandt-Orgel, die kein Geringerer als Johann Sebastian Bach 1746 prüfte, sondern auch das Friedrich-Nietzsche-Dokumentationsarchiv.

Naumburg vermag aber auch den Gesetzen der Physik zu trotzen, indem Zeitreisen für jedermann und völlig unkompliziert möglich werden. Gegen einen kleinen Obolus erhält man Eintritt in das Unesco-Welterbe Naumburger Dom und kann vom Ost- zum Westchor die Schwelle zwischen Romanik und Gotik überqueren. Im Westchor findet man beim Betrachten des eine Zeit lang sehr umstrittenen Cranach-Triegel-Altars ob der Ergänzung durch den zeitgenössischen Maler Michael Triegel wieder in die Jetztzeit zurück und kann seine Reise weiterführen.

Der Cranach-Triegel-Altar im Naumburger Dom
Der Cranach-Triegel-Altar im Naumburger Dom © Albert Lesjak

Lukullische Genüsse im barocken Weingarten

Der Straße der Romanik weiter folgend und ob der einzigartigen Eindrücke aus verschiedenen Epochen beeindruckt, lohnt ein Besuch von Schloss Neuenburg in der Gemeinde Freyburg. Schon von weiterer Entfernung lassen sich hier, die an den Hängen des Schlosses liegenden Weinreben des Herzoglichen Weinberges ausmachen.

In seiner heutigen Gestalt repräsentiert der Weinberg einen barocken Weingarten, so wie er Ende des 18. Jahrhunderts entstand. Weinanbau und Weinkultur sind hier hautnah zu erleben. Weißburgunder, Silvaner, Riesling und Blauer Portugieser schmeicheln dem Gaumen und runden die lukullischen Genüsse aus der Winzerküche wunderbar ab. Damit macht das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut im Burgenlandkreis der Winzertradition alle Ehre.

Schloss Neuenburg Castle, vineyard Herzoglicher Weinberg , visitors at wine festival Freyburg Unstrut Sachsen-Anhalt, Saxony-Anhalt Germany
Schloss Neuenburg thront über dem Herzoglichen Weinberg © IMAGO/Volker Preusser