Der frühere Flüchtlingskoordinator Michael Takács ist erst seit Juli Bundespolizeikommandant und hat doch schon die erste Kontroverse: Der als "Plagiatsjäger" bekannte Kommunikationsforscher Stefan Weber wirft dem Polizisten vor, für seine 2006 erschienene Abschlussarbeit des Masterlehrgangs "Security and Safety Management" an der Donau-Universität Krems seitenweise aus dem Internet kopiert zu haben - ohne Quellenangabe. Mehr als ein Zehntel der Arbeit soll demnach ein Plagiat sein.

Besonders oft soll der Bundespolizeikommandant von der Website eines Linzer Assistenzprofessors abgeschrieben haben. Die Seite wurde in der Arbeit aber mit keinem Wort erwähnt und findet sich auch nicht im Literaturverzeichnis wieder. Auch habe Takács mehrere Definitionen "aus dem Online-Lexikon Wikipedia ohne Quelle kopiert", so Weber. "Mit akademischer Ausbildung oder Wissenschaft hat das jedenfalls nicht das Geringste zu tun", urteilt Weber.

Oben die Masterarbeit, unten die Website
Oben die Masterarbeit, unten die Website
© Blog von Stefan Weber (https://plagiatsgutachten.com/blog/plagiat-bundespolizeidirektor/)

Gegenüber dem "Standard" wollte Takács, die Vorwürfe aktuell nicht kommentieren. Er könne sie weder abstreiten, noch bestätigen, dies sei "unseriös", denn die Arbeit liege 16 Jahre zurück, er müsse sich zunächst einmal selbst einen Überblick verschaffen. Der nunmehrige Bundespolizeikommandant betonte aber, dass es sich nicht um ein Studium, sondern einen Lehrgang gehandelt habe.

Außerdem habe er das "Privatvergnügen" selbst finanziert, es habe daher keinerlei Auswirkungen auf seinen beruflichen Werdegang oder Bestellungen gehabt, so Takács.