Covid-RegelnKatharina Reich: "Eine Durchseuchung wird passieren"

Bereits ab 8. Jänner wird die Quarantäne für Kontaktpersonen verkürzt, Kritiker sehen die Gefahr eine Durchseuchung der Bevölkerung. Eigenverantwortung löst die Kontakt-Nachverfolgung der Behörden ab.

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CORONA: REGIERUNGSBERATUNGEN ZUR AKTUELLEN LAGE / REICH
© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Der Krisengipfel der Bundesregierung mit Vertretern der Länder und Experten der Gecko-Komission hat am Dreikönigstag neue Maßnahmen gebracht. Ab 11. Jänner gilt eine FFP2-Maskenpflicht im Freien bei Unterschreitung des Zwei-Meter-Abstands, außerdem kommt es zu verpflichtenden 2G-Kontrollen im Handel. Bereits ab 8. Jänner wird die Quarantäne für Kontaktpersonen verkürzt.

Darüber hinaus habe man sich darauf geeinigt, die Gültigkeit des Grünen Passes auf sechs Monate zu reduzieren, dies gilt ab 1. Februar - und zwar für all jene, die bisher zweifach geimpft sind. Für dreifach Geimpfte bleibt die Gültigkeit bei neun Monaten.

Mit den Quarantäne-Lockerungen soll verhindert werden, dass zu viele Personen, die zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur nötig sind, abgesondert werden. Für positiv Getestete gilt künftig eine einheitliche Absonderungsdauer von zehn Tagen, nach fünf Tagen kann man sich mittels PCR-Test freitesten.

Bundeskanzler Karl Nehammer betonte neuerlich, an der für Februar geplanten Impfpflicht festhalten zu wollen. Für Ungeimpfte sei die Impfung "die Brücke" dazu, den nach wie vor gültigen Lockdown für Ungeimpfte zu verlassen.

Impfpflicht ab Februar fix

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein verteidigte in der ZiB2 gestern Abend die Maßnahmen. Ein allgemeiner Lockdown soll verhindert werden und die kritische Infrastruktur soll durch die gelockerten Quarantäneregeln geschützt werden. Die Impfpflicht ab Februar sei "fix". "Wir wissen, dass die Impfung immer noch gut vor schweren Verläufen schützt", sagt der Gesundheitsminister.

ZIB 2 - Minister Mückstein zur Omikron-Welle
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Durchseuchung "wird passieren"

Kritiker sehen die Gefahr einer Durchseuchung der Bevölkerung, dazu nimmt die Leiterin der Gecko-Kommission - die Generaldirektorin für öffentliche Gesundheit - Katharina Reich im Ö1-Morgenjournal am Freitag in der Früh Stellung: "Das Wort Durchseuchung ist sehr negativ behaftet", es sei ein Begriff, der Angst mache. "Der Punkt ist: Es wird passieren. Omikron ist so ansteckend, dass wir nicht daran vorbeikommen. Es sei denn wir sind gut geschützt, es wird passieren für alle jene, die nicht ausreichend geimpft sind."

Warum wird das Contact Tracing nicht gleich beendet? Das Prinzip der Eigenverantwortung wird offenbar stärker zum Tragen kommen müssen. Es werde bei sehr hohen Infektionszahlen nicht mehr möglich sein, alle Kontaktpersonen nachzuverfolgen. Wenn es nicht mehr funktioniert und auch die Menschen nicht mehr dazu beitragen, dann müsse jeder selbst Acht geben: "Diejenigen, die positiv sind, sollen herausgefischt werden", sagt Reich.

Ist es aus gesundheitspolitischer Sicht verantwortungsvoll, die Schulen am Montag wieder zu öffnen? "Die Schulen sollten offen bleiben, ich schließe aber nicht aus, dass sich das ändert. Es gilt ständig die Nachteile abzuwägen und auf Sicht zu fahren und von Tag zu Tag entscheiden", fasst die Generaldirektorin die Lage zusammen. Einen Lockdown im Notfall haben weder Minister Mückstein noch Katharina Reich ausgeschlossen.

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Danke für Ihr Verständnis.

Miraculix11
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Die Exponentialfunktion der Mr. Plank

und schon wieder hält sich das Virus nicht daran.

Dr.B.Sonnenfreund
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Eine Durchseuchung wird passieren,

ja, eh, ob mit oder ohne den ganzen unnötigen neuen Schikanen. So einfach ist das....so einfach könnten wir es haben...!

erwin thaler
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Vielleicht stirbt niemand an Omikron

Es kann leicht passieren, dass mehr Corona-Tote wegen der vielen Infektionen gemeldet werden.
Die Regierung wird diese Zahlen wohl groß verkünden, obwohl die Zahlen in dem Fall lügen.

Der Grund dafür ist: Bei uns wird nicht erhoben, ob jemand am Virus starb bzw. ob COVID die Hauptdiagnose war. Wenn sich also alle im Krankenhaus mit Omikron anstecken und es für niemanden ein Problem war, dann gelten letztlich alle Sterbefälle als Corona-Tote.

Die gesetzliche Regel lautet so:

„Für Surveillance-Absichten werden laborbestätigte Fälle von COVID-19 mit Ausgang Tod gezählt, ... . Diese Zählung berücksichtigt nicht die Kausalität von COVID-19 als Todesursache, …. Als hospitalisierte Todesfälle gelten alle Personen, bei denen SARS-CoV-2 laborbestätigt wurde .... Auch hier spielt die Kausalität keine Rolle.“

Quelle: „Coronavirus - Fachinformationen“ des Sozial und Gesundheitsministeriums:
https://www.sozialministerium.at/Informationen-zum-Coronavirus/Coronavirus---Fachinformationen.html / "COVID-19-Pandemie. Bestandsaufnahme, Handlungsrahmen (PDF)"

SoundofThunder
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🤔

Da die Impfpflicht eh nicht vor April kommen wird (kann) wird es sowieso geschehen. Nicht einmal gegen ein Virus kann der Mensch gewinnen. Völlig Intelligenzbefreit.

owlet123
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Der Virus passt sich den Bedingungen an, um das Beste für sich rauszuholen

der Mensch kann das anscheinend nicht. Nach nahezu zwei Jahren haben einige immer noch nicht verstanden, dass Covid da ist um zu bleiben und dass wir uns bestmöglich damit arrangieren müssen.

david965bc
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Die Regierung arrangiert sich bereits bestmöglich,

sie handelt nur, wenn die Intensivstationen voll werden.

Wenn dann muss über die Triage sprechen, dazu ist derzeit keine Partei bereit, auch nicht die Impfgegner.

owlet123
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Stimmt so!

Was ich mit nicht anpassen der Menschen meinte ist z.B. dass viele immer noch die Maske unter der Nase tragen und sich über dieses wohl kleinste Übel der Pandemie derart empören können oder, dass für einige heute Jubel-Tag ist, weil die Impfpflicht nicht (oder erst später) kommt, anstatt den einzigen verfügbaren Schutz gegen schwere Erkrankung anzunehmen.

SoundofThunder
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Wegen der Triage

Es bekommen (leider erst viel zu spät) die Ungeimpften ein Schreiben mit einer Einladung zum Impfen. Mit einem Termin. In diesem Schreiben MUSS drinnen stehen dass jeder der diesen Termin nicht wahrnimmt bzw. zur Impfung nicht erscheint im Falle einer Überfüllten Intensivstation gar nicht erst ins Spital gehen darf und bei einer Triage hintennach gereiht wird. Es kann ja nicht sein dass Menschen,die eine lebensnotwendige Operation benötigen wegen den Impfgegnern warten müssen. Weil es eine Impfung gibt ist es grob fahrlässig zu sich selber und vor allem der Allgemeinheit gegenüber.

david965bc
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Die Bestrafung wäre ja erst im März gekommen,

darum hätte eine Impfpflicht für Februar auch wenig gebracht und die Immunisierung würde auch einige Monate dauern.

Die Impfpflicht kann man dennoch noch einführen, weil man nicht weiß, welche Mutationen noch kommen werden.

Da Omikron laut Immunologe Watzl für Ungeimpfte nur 25% milder ist, wird es womöglich einen Lockdown für alle geben, weil die meisten Ungeimpften ihrer Eigenverantwortung womöglich nicht nachkommen und sich an den Lockdown für Ungeimpfte halten.

Es hängt jetzt alles an der Eigenverantwortlichkeit der Ungeimpften, wenn sie sich nicht an die geltenden freiwillig halten, dann wird es trotzdem zur Impfpflicht kommen.

david965bc
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Die Regierung hat bisher immer so gehandelt,

das es nicht zu einer Überlastung des Gesundheitssystem kam.

Ansonsten hat man bis dahin auf die Eigenverantwortung gesetzt. Der Lockdown für Ungeimpfte ist auch eher eine Empfehlung, weil man eh nicht privat kontrolliert.

Die Österreicher waren immer rechtzeitig gewarnt, aber wenn man kurz vor einem Lockdown die Geschäfte stürmt, dann kann man nicht annehmen, das die Eigenverantwortung in Österreich funktioniert.

Schubarsky
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Das die Durchseuchung passieren wird...

...haben die Schweden schon vor bald 2 Jahren erkannt. Das ist nun bei uns die "Neuigkeit"? Zumindest wird es den grassierenden Impfwahn etwas abmildern. Gut so!

david965bc
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In Bulgarien und Serbien hat man das auch so gemacht wie in Schweden.

In Bulgarien liegt die Übersterblichkeit bei über 58.000 Bürgern und in Serbien bei über 48.000 Bürgern. Beide Staaten in der Nähe von Österreich haben 2 Millionen weniger Einwohner.

Schweden ist da weiter weg von Österreich, auch kulturell. Es heißt doch, in Wien beginnt der Balkan.

Wer das schwedische Modell bevorzugt, der muss auch das bulgarische und serbische Modell betrachten, wo auch wenig Maßnahmen gesetzt wurden. Der Unterschied was die Übersterblichkeit angeht ist hier doch sehr groß.

Schweden ist eher so ein Einzelfall, wo die Eigenverantwortung auch so funktioniert, ohne das das Gesundheitssystem überlastet wird.

david965bc
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Wer Eigenverantwortung fordern, der muss auch die Eigenverantwortung leben,

das haben die Österreich nicht geschafft, weil das Gesundheitssystem mehrmals in der Pandemie ausgelastet war.

Die Impfgegner und Kickl fordern zwar mehr Eigenverantwortung, haben sich aber nicht eigenverantwortlich auf den Demos verhalten.

pecunianonolet
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@david965bc

ehrlicherweise muss man schon anmerken zu keinen Zeitpunkt war das Gesundheitssystem überlastet

david965bc
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Das Gesundheitssystem war deshalb nicht überlastet,

weil man vieles auf später verschoben hat.

Ein Normalbetrieb war aber auch nicht möglich.

david965bc
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In Frankreich haben auch viele Kinder ihre Eltern verloren,

weil man auch den Weg der Durchseuchung der Jüngeren gegangen ist und die Schulen offen gelassen hat.

Wuffzack3000
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Politiker & Journalisten

haben keine Argumente mehr. Der Wortschatz endet bei "Impfen, impfen, impfen" bzw. "rechtsradikal" (für die Impfskeptiker).

Mittlerweile kann man schon darüber lachen.

david965bc
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Impfen schützt vor einer Überlastung des Gesundheitssystem,

die Alternative ist Triage oder Lockdown.

Auch Argumente können eine Grenze haben.

Die Impfgegner haben als Alternative Ivermectin. Das war es dann auch schon.

Niemandes_Knecht
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Lachen ist rechts

in Zeiten wie diesen.

Der solidarische Bürger schleicht mit hängenden Schultern herum und stiert in seine Maske.

HansWurst
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Lachen ist rechts?

Nix gut Daitsch!

david965bc
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Jubelgeschrei herrscht nirgendwo auf der Welt,

egal ob man das eine oder andere besser gemacht als andere Staaten.

Lieber solidarisch mit hängenden Schultern durch die Pandemie gehen als aufgewiegelt auf Demos zu gehen, wo auch keine vernünftigen Lösungen gemacht werden.

X22
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:)

Bildlich gesehen ja
starrt wäre die korrekte bezeichnung oder meinens das mundartliche stieren (herumstieren, stöbern, suchen)

Niemandes_Knecht
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Schlagen Sie einmal im Duden nach,

was da unter "stieren" steht, und dann dürfen Sie mich gerne schulmeistern.

SoundofThunder
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Der Wetteinsatz wird ein hoher sein.

Wer trägt die Verantwortung wenn Teile der Bevölkerung an den Folgen von Corona leiden? Long Covid wird ein großes Thema werden. Und das kann jeden treffen,selbst die Geimpften. Und wenn alle verseucht sind werden es auch mehr Fälle von Long Covid geben. Vielleicht ist es für so manche eine willkommene Ausrede um sich in die Pension zu retten.😏

dude
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Da geht's ja nicht um eine Wette, lieber Sound...

Dass das hochinfektiöse Virus durch die Gesellschaft läuft ist ein Naturgesetz, so "...wia des Wosa talwärts rinnt..."
Keine Impfpflicht und keine 4. Impfung können dies aufhalten. Was wir können, ist die "Fließgeschwindigkeit" durch geeignete Massnahmen zu verlangsamen. Aber dies können wir auch weder durch Impfpflicht noch durch 4. Impfung! Dies können wir durch sofortige Kontaktbeschränkungen, welcher Art auch immer. Ob vernünftig, freiwillig (wirkungsvoller) oder gesetzlich auferlegt.
Also die "Durchseuchung", ich sag lieber "Immunisierung", ist keine Wette oder freiwillige Entscheidung der Experten und Politiker. Sie findet einfach statt, ob wir es wollen oder nicht.

markus144
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Wer trug bei den schlimmsten Grippewellen die Verantwortung?

Antwort: Jeder selbst für sich.
Es wurde empfohlen sich gegen die Grippe impfen zu lassen und sich so gut es geht selbst zu schützen und nach Möglichkeit Menschenansammlungen zu vermeiden.
Da war auch niemand anderes schuld, sondern jeder war selbst für sich verantwortlich.

 
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