"Wut und Resignation"Kurz erster Tag im Nationalrat - als Redner Nummer 39

Ex-Kanzler Sebastian Kurz wurde im Nationalrat als Abgeordneter angelobt und pries in einer ersten Rede Budget und Steuerreform. Heute Früh meldete er sich bereits via Facebook zu Wort und schilderte seine Stimmung der letzten Tage.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
NATIONALRAT: DEBATTE UeBER BUDGETENTWURF: KURZ / BLUeMEL
Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz im Parlament © APA/HANS PUNZ
 

Der in der Inseraten-Affäre zurückgetretene Altkanzler Sebastian Kurz wurde heute im Nationalrat als Abgeordneter angelobt und hielt seine erste Rede, in der er als 38. Redner des Tages mehr als acht Minuten lang das Budget von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) und besonders die darin erhaltene Steuerreform lobte.

"Nach zehn Jahren Regierungserfahrung weiß ich, die Debatten hier haben eine klare Struktur: Die Regierungsfraktionen verteidigen; die Opposition kritisiert", beschreibt Kurz die Arbeit im Parlament - "und am Ende des Tages ist das Stimmverhalten auch klar: Regierungsfraktionen stimmen zu, die Opposition stimmt dagegen."

Kurz' erste Rede als Abgeordneter

Der ÖVP-Chef übernimmt im Parlament dann auch die Funktion des Klubobmanns von August Wöginger, der aber weiter den Klub leiten und sich mit dem grünen Koalitionspartner abstimmen wird. Am Montag hatte der Parlamentsklub der Volkspartei Kurz in einer geheimen Abstimmung einstimmig zum Klubchef gewählt.

Kurz ging vor Sitzungsbeginn durch die Reihen und schüttelte Hände. Zuvor hatte er gegenüber den dutzenden anwesenden Medienvertretern erneut seine Unschuld beteuert, Fragen beantwortete er keine. Er werde die Regierung nun als Partei- und Klubobmann "bestmöglich" unterstützen, erklärte er. Nachdem Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka die Sitzung eröffnet hatte, wurde Kurz über seine Pflichten aufgeklärt und eingeschworen. "Ich gelobe", antwortete der frühere Kanzler und wurde mittels Klatschen offiziell im Nationalrat begrüßt. Der Applaus der Opposition fiel leise und kurz aus.

Schwieriges Verhältnis

Das Verhältnis Kurz' zur parlamentarischen Arbeit gilt als schwierig. Der 35-Jährige, der immer nur formal in jener kurzen Zeit nach Wahlen im Nationalrat saß, bis eine Regierung gebildet war, wurde von Oppositionsabgeordneten immer wieder seiner "Verachtung für das Parlament" wegen kritisiert - ein häufiger Kritikpunkt war, dass er sich als Regierungschefs häufig mit dem Handy beschäftigte, statt den Reden der Abgeordneten zuzuhören. SPÖ-Abgeordneter Jörg Leichtfried quittierte das einst mit "Candy Crush, Herr Bundeskanzler?", die Sozialdemokraten thematisierten das später auch in einer parlamentarischen Anfrage.

Heute Früh hatte sich Kurz mit einem Video auf seiner Facebook-Seite zu Wort gemeldet. "Klar ist, ich bin kein Schattenkanzler", sagt er. "Ich werde aber alles tun, um das Regierungsteam bestmöglich zu unterstützen."

Kurz: "Ich bin kein Roboter"

"Es sind zahlreiche SMS-Nachrichten im Umlauf, die ich selbst nie geschrieben habe. Und darüber hinaus gibt es einige Nachrichten, die ich geschrieben habe", sagt er und bezieht  Stellung: "Ich verstehe absolut, dass man an den Bundeskanzler ganz besondere Erwartungen hat, was die Wortwahl betrifft. Aber genauso, wie ich zu Hause nicht im Anzug herumlaufe, genauso bin ich eben nicht nur ein Politiker, sondern auch ein Mensch. Ich bin kein Roboter, sondern ein Mensch mit Fehlern und Emotionen und ja leider auch manchmal mit Formulierungen, die ich öffentlich nicht verwenden würde. Ich habe mich bereits für diese Formulierungen entschuldigt und ich bedaure sie auch."

Der abgetretene Kanzler könne Gefühle wie "Enttäuschung, Resignation, Wut sehr gut nachvollziehen"... und "um ehrlich zu sein, für mich hat es sich genauso angefühlt".

Twitter-Fauxpas: Schallenberg-Posting von Kurz-Account

Ein inzwischen wieder gelöschter Tweet vom Account des ehemaligen Kanzlers Kurz sorgt auf Twitter für Wirbel. In der gesicherten Nachricht heißt es: "Meine erste Reise als Bundeskanzler führt mich heute bewusst nach Brüssel." Zu sehen ist Bundeskanzler Schallenberg am Flughafen. Der Tweet war offenbar für seinen Account gedacht.

Freies HTML (fee716fd)

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

egubg
2
11
Lesenswert?

Wir haben es verdient, das....

Das österr. Volk hat es verdient, dass Politik bzw. Kurz für das Volk arbeitet....., so ähnlich hat sich ein Kurz geäußert, was für Überheblichkeit und Größenwahn ist aus so einer Aussagen zu erkennen, wir müssen es uns verdienen, dass ein Kurz sich um uns kümmert, - geht es noch!!
Man bekommt den Eindruck, dass Größenwahn zur Zeit das einzige zu erkennende politisches Programm ist , vielleicht kann die WKSTA hier ein wenig Luft wieder schaffen.

hansi01
4
13
Lesenswert?

So ist Kurz

Wöginger arbeitet als Clubchef, Kurz präsentiert. Was anderes kann er halt nicht. Und trotzdem krichen alle ÖVPler in seinem A….hinein.

derdrittevonlinks
0
7
Lesenswert?

Tja, ...

... die Umkehr des Cheerleader Effekts in der ÖVP, quasi zuerst ist die ÖVP Cheerleader bei Kurz, jetzt ist Kurz Cheerleader der ÖVP, oder auch:
"Gebt mir ein W, gebt mir ein Ö, gebt mir ein G, ein I, ein N, .... ergo, Wöginger, Wöginger.

SoundofThunder
6
10
Lesenswert?

Darf Schallenberg eigentlich ein eigenes Handy besitzen?

Oder hat er eh eine Rufumleitung zum Kurz eingerichtet?

GanzObjektivGesehen
15
6
Lesenswert?

Wenn Herr Tür seinen Beruf als Journalist ernst nehmen würde.....

....sollt er aufpassen, was auf sind Twitteraccount passiert. Als Meinungsbildner ist er auch verpflichtet neutral zu berichten. Diese Neutralität spiegelt sich aber in seinen Tweets und Re-Tweets nicht wieder.

Irgendeiner
0
4
Lesenswert?

Ich weißt daß Du keinen Humor hast

aber es als Forderung auf alle ausdehnen zu wollen ist anmaßend.

Edlwer
6
25
Lesenswert?

Kurz's verständniss vom Nationalrat...

... wozu einen Nationalrat, die Mitglieder stimmen sowieso wie die Fraktionen, die Opposition ist sowieso immer GEGEN die Regierung --> also alles abschaffen weil die Regierung alleine bestimmt wo's lang geht!
Ohne Gegenstimmen und nur noch Jubel darüber im Volk erlaubt.
Als nächstes brauchen wir keine Nationalratswahl mehr, es gewinnt sowieso Kurz!
Der hat a bissal zuviel vom Trump- und Putin-Luft geschnuppert, der liebe Bub.

Warum braucht die ÖVP eigentlich 2 Clubchefs?

bitteichweisswas
3
21
Lesenswert?

Passt vielleicht nicht zu den anderen Kommentaren, aber trotzdem:

"Nach zehn Jahren Regierungserfahrung weiß ich, die Debatten hier haben eine klare Struktur: Die Regierungsfraktionen verteidigen; die Opposition kritisiert", beschreibt Kurz die Arbeit im Parlament - "und am Ende des Tages ist das Stimmverhalten auch klar: Regierungsfraktionen stimmen zu, die Opposition stimmt dagegen."

Gut auf den Punkt gebracht (nebensächlich, dass das von Kurz kommt). Dafür leisten wir uns 183 NR-Abgeordnete, obwohl 5+ "Stimmleute" auch reichen würden, deren Stimme entsprechend der Clubsstärke gewertet wird.

tim29tim
21
12
Lesenswert?

Wieder

eine brillante Rede von Sebastián Kurz! 

Irgendeiner
0
3
Lesenswert?

Ja,wenn man es so nennen will,

ich hab auch sehr gelacht

Planck
1
9
Lesenswert?

Naturgemäß

wird eine vollständige Entkurzifizierung nicht gelingen.

Es wird immer Sektierer geben ^^

Lodengrün
9
19
Lesenswert?

Ja er spricht

nur weiß nicht wovon. Von einer Gegenfinanzierung ist heute keine Rede mehr. Sie gehen von einem gleichen Zinssatz aus und einer stetig steigenden Wirtschaftsleistung. Diese Faktoren finanzieren uns Rückzahlung und Zinsendienst. Blümel wurde auf den Zinssatz angesprochen. Er meinte wir müssen nur die Bonität halten dann werden auch die Zinsen niedrig sein. Wie fern der Realität ist denn er? Ändert die Wall street, ändert die EZB, dann ist die Bonität Blunzen.

Lodengrün
14
39
Lesenswert?

Kaum

noch jemand ist auf ihn neugierig. Sein Erscheinen erregt nur Ärgernis. Was kann man ihm noch glauben. Dass er es mit uns ehrlich meint? Zu oft hat er uns schon belogen. Jetzt braucht ihn seine Mutter nicht mehr bedauern, genieren ist angesagt.

autobahn1
13
37
Lesenswert?

Ein

weinerlicher Schattenkanzler ersucht alle Österreicher um für seine begangenen Fehler Verständnis zu zeigen,Bitte bitte ich bin es der Kurz ein
anständiger ehrlicher türkis schwarzer Möchtegern,ich habe euch alle lieb,diesen Ausdruck kennen wir von einen Politiker der Ddr,weiters hatten wir schon einen Politiker welcher immer sagte ich bin für euch die braven und fleißigen,was das Ende war ist jeden bekannt,Kurz und seine Mitläufer sind nur die zweite Auflage der Buberlpartie

david965bc
20
10
Lesenswert?

Jesus, der Sohn Gottes, hat auch im Auftrag seines Vaters im Himmel gesprochen,

Jeder Mensch hat durch seine Seelen einen Schatten und die anderen können diesen Schatten nicht sehen, weil die Seele nicht sichtbar ist.

Da kann auch jemand im Schatten Macht auf diese Seele ausüben.

david965bc
27
12
Lesenswert?

ein synonym von aufhetzen ist polarisieren.

Wenn man das Wort in den Chats von Kurz durch Polarisieren ersetzt, klingt es nicht mehr so brutal.

Die Politiker polarisieren ja dauernd, besonders ein Herbert Kickl ist hier vorne mit dabei.

Die Politik braucht sich also über die privaten Chats gar nicht aufregen, weil sie nicht so schlimm sind.

Mit dem Kinderbonus sind ja die meisten eh zufriedener als mit der Nachmittagsbetreuung, denke ich. Auch ein Herbert Kickl.

Lodengrün
9
24
Lesenswert?

Was gibt es bei dem grauslichen Wort

zum Polarisieren? Verniedlichen ist wohl Ihre Ausfahrt um den Charakter des Herrn Kurz zu entschuldigen.

stprei
32
12
Lesenswert?

Blase

Schön, dass ein neutraler, unabhängiger Journalist vom ORF schön Stimmung macht auf Twitter. Gelobt sei das Vorurteil.

Deswegen zahlen wir 8% mehr Gebühren.

heri13
2
6
Lesenswert?

Weder ORF. Angestellte kann auf Twitter schreiben was es will.

Wenn es jemanden stört kann er ihn verklagen.
Auch die austrofaschisten haben geschrieben und wurden verklagt.

heri13
0
1
Lesenswert?

JEDER!

.

david965bc
12
21
Lesenswert?

Jetzt wissen wir zumindest,

das der Bundeskanzler nicht persönlich zu den Bürger spricht, sondern über Dritte.

UHBP
9
24
Lesenswert?

@dav...

Das hat der durchschnittlich Intelligente auch vorher schon gewusst.
Man muss aber davon ausgehen, dass das seine "Nachläufer" nicht wissen. ;-)

david965bc
9
4
Lesenswert?

Das ist aber ein Beweis,

gewusst haben es eh viele, denke ich. Auch ich.

Das sind eben alles Schattenkanzler, die im Auftrag des Kanzlers handeln.

david965bc
7
11
Lesenswert?

Schattenkanzler ist Schallenberg sowieso,

auch wenn Kurz nicht mehr in der Politik wäre, weil Schallenberg die politischen Ansichten von Sebastian Kurz oder Bernhard Bonelli teilt.

Bernhard Bonelli ist ja auch noch im Amt. Der könnte der wahre Schattenkanzler sein und nicht Sebastian Kurz, denn schließlich geht es in der Politik um Ideen, wie man zukünftig das Land Österreich gestalten kann.

OAR
11
18
Lesenswert?

Schatten

Verstehe nicht, dass man sich mit Shorty (Kurz) oder Schalli (Schallenberg) überhaupt noch so intensiv beschäftigt und Kommentare über diese beiden Looser schreibt. Für mich ist der eine im out und der andere auf Zeit. Beide sind Politiker aus einem Filz gewebt, der inzwischen vermodert ist. Nur begreifen will es keiner von beiden, dass sie einfach versagt haben, sich aber weiterhin am Trog sättigen wollen. Ein trauriges Bild von beiden, der eine am Schleudersitz in der Regierung, der andere auf der harten Abgeordnetenbank. Man könnte es im Leben schöner haben.

david965bc
13
7
Lesenswert?

Wenn Sebastian Kurz nicht Klubobmann ist,

kann er dennoch Macht ausüben, wie einst Rasputin, der die Politik in Russland unter Zar Nikolaus II. mitbestimmte.

So kann ihn zumindest Kickl beobachten, wenn Sebastian Kurz in der Öffentlichkeit steht.

 
Kommentare 1-26 von 147