SPÖ-DebatteWer Rendi-Wagner nachfolgen könnte

Auch zwei Wochen nach dem desaströsen Wahlergebnis für SPÖ-Chefin Rendi-Wagner am Parteitag reißt die Debatte um mögliche Ablösekandidaten nicht ab. Ein Überblick über jene Namen, die am öftesten fallen.

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SPÖ-Parteichefin Rendi-Wagner
SPÖ-Parteichefin Rendi-Wagner © APA/MICHAEL GRUBER
 

Zwei Wochen ist es her, dass SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner von ihren Genossen am Parteitag mit einem desaströsen Wahlergebnis bedacht worden war. Seither kommt die SPÖ nicht zu Ruhe. Die Parteichefin und ihr lautester Widersacher aus dem Burgenland, Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil, richten sich öffentlich Unfreundlichkeiten aus, sogar ihr einstiger Unterstützer, Peter Kaiser, hält nicht mehr demonstrativ zu ihr. Der Kärntner Landeshauptmann wollte sich in einem Interview partout nicht auf Rendi-Wagner als Spitzenkandidatin bei möglichen Neuwahlen festlegen.

Die Spekulationen um eine mögliche Ablöse der Parteichefin reißen damit weiterhin nicht ab. Öffentlich drängt sich aktuell niemand auf. Zeichnen sich Neuwahlen ab, könnte sich das aber schnell ändern. Ein Überblick über die Namen, die für die SPÖ-Spitze dennoch im Gespräch sind.

Peter Hanke

Der Wiener Finanzstadtrat gilt als Dandy der Partei und wird daher oft mit Alt-Kanzler Franz Vranitzky verglichen. Sein staatsmännisches Auftreten und seine langjährige Erfahrung in der Wirtschaft machen den Großkoalitionär zum attraktiven Kandidaten für den Realo-Flügel der Partei. Als Kanzler oder Vizekanzler würde er aus Sicht dieser Genossen eine gute Figur machen. Als Parteichef auf der Oppositionsbank trauen ihm jedoch die Wenigsten einen entsprechend angriffigen Stil zu.

Ebenso wenig wie ein Zuschütten offener Parteigräben, denn mit Kernthemen wie sozialer Gerechtigkeit kommt Hanke nur selten in Berührung. Zudem sitzt Hanke nicht im Parlament, womit ihm eine wichtige Bühne fehlt. Ambitionen auf den Chefsessel hat der Politiker bisher verneint.

Hans-Peter Doskozil

Der burgenländische Landeshauptmann hat sich zu den lautesten internen Kritikern entwickelt. Seine Spitzen gegen die Parteichefin will Doskozil aber nicht als Bewerbung für ihre Nachfolge verstanden wissen, wie er mehrfach betont. Es gehe ihm schlicht um die Parteilinie. Intern werden ihm entsprechende Ambitionen aber sehr wohl nachgesagt.

Ob er dafür genug Unterstützer auf seiner Seite hätte, ist jedoch fraglich. Viele Genossen haben von den öffentlichen Querschüssen endgültig genug. Einen ungewöhnlichen Unterstützer hat Doskozil ausgerechnet in jenem Mann gefunden, der Rendi-Wagner auf den Chefsessel gehievt hatte: Ex-Parteichef Christian Kern. Er soll Doskozil nun beraten. Gegen seine Nachfolgerin wolle Kern aber nicht arbeiten, beteuert er.

Peter Hacker

Der Wiener Gesundheitsstadtrat hat sich in der Corona-Pandemie zum wortgewandten Gegenpol zu den Regierungsmaßnahmen entwickelt. Das hat ihn bei vielen Genossinnen und Genossen Respekt eingebracht, die sich einen schärferen Kurs gegen Türkis-Grün wünschen würden. Freilich gibt es aber auch jene in der Partei, denen eben dieser Kurs deutlich zu links ist.

Die Landesfürsten

Die beiden gewichtigsten Stimmen in der Partei haben derzeit zwei Landesfürsten inne. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser. Beide genießen viel Ansehen und Unterstützung in linkem wie rechtem Lager, sind gut vernetzt und können langjähriges Engagement in der Partei aufweisen. Beide werden als mögliche Herausforderer für Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gesehen.

Doch an einer Ablöse von Rendi-Wagner zeigen beide Herren kein Interesse. Die Arbeit in den Ländern sei doch deutlich angenehmer als an der Parteispitze, heißt es aus ihrem Umfeld.

Gerhard Zeiler, Wolfgang Katzian und Doris Bures

Auch diese drei Namen fallen immer wieder, wenn es um Rendi-Wagners Ablöse geht. Medienmanager Zeiler hat eine Parteiübernahme bereits abgelehnt, der ÖGB-Chef Katzian wolle bei seinem Job bleiben. Und der Zweiten Nationalratspräsidentin Bures werden mehr Ambitionen auf eine Bundespräsidentschaft nachgesagt als auf den roten Chefsessel.

Kommentare (14)
Peterkarl Moscher
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Rücktritt aber rasch !

Der Kurz lacht sich einen Ast, denn der einzige Konkurrent um das Kanzleramt
ist ein zerstrittener Haufen von unfähigen Zeitgenossen, die lieber in den eigenen
Reihen die Hackl werfen als sich um den politischen Mitbewerber zu kümmern.
Mit der Führung ist die Partei für Jahre kaputt gemacht worden und auf Bundesebene
nicht mehr wählbar .

crawler
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Gibt es da in Tirol

nicht auch einen Wichtigen der zur Diskussion stehen könnte?

blackpanther
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Egal wer

aber mit Pam wird das nichts mehr - sie ist von der Basis so weit entfernt wie wir vom Mond! Das ist gleich wie einstens mit Glawischnig, da hat auch jeder gewusst dass das nuchts mehr wird. Pam wäre bei einer anderen Partei besser aufgehoben, aber, tut mir leid, nichts gegen ihre Kompetenz, aber sie kann nicht die Sozialisten verkörpern und hat keinen Bezug zu den echten Sozialisten.

future4you
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Wie hat man in der SPÖ über die Türkisen geschimpft,

als Kurz übernahm. Die Roten wären heute sehr froh, wenn sie jemanden hätte, der den Rückhalt von den eigenen Leuten und auch Leadership Qualitäten hätte.

Hildegard11
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Doris Bures...

...wird hoffentlich BP - Kandidatin...wenn es so weit ist.

tom1973
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Karl Schlögl

wäre vor Jahren der Beste gewesen…
Jetzt nur Doskozil, der ist aber im Burgenland besser beraten, in Wien kann er nur verlieren…

vandiemen
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Wahrlich!

Schlögl wäre damals die Führungspitze gewesen. Aber er war ja zu weit "rechts" positioniert.

hfg
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Traurig

Es gibt niemanden. Das ist die Stärke derPRW und der Niedergang oder sogar Untergang der SPÖ

SoundofThunder
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🤔

Tja,Doskozil. Kritisieren ist einfach. Verantwortung übernehmen schwerer. Wann übernehmen Sie?

hortig
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Rendi Nachfolge

Das sind nicht wirklich Kandidaten, ausser Dosko.
Und Bures wollte damals schon nicht, Ludwig wäre dumm eine Lebensstellung aufzugeben detroit Kaiser.
Was ist mit Krainer, der wuerde sogar mit Kickl koalieren, nur um Kurz zu stürzen

heri13
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Da ist keiner dabei ,

Der Frau Dr.Rendi Wagner das Wasser reichen.
Lauter Möchtegerne und selbstdarsteller.

wussly
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@heri

Grammatik nix reichen?

zweigerl
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Das Können ist eine Kann-Bestimmung

... reichen KANN. Tja, das Können, das ist das SP-Kernproblem. Wen haben die da alles herangezüchtet in den letzten Jahren: Einen Lercher, einen Drodska, eine Duzda, eine Hoschek usw.usf. Den Peter Hanke kennt man eigentlich nur als angegrauten Schriftsteller.

heri13
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Haben Sie es verstanden,wass ich gemeint hab?

Wenn ja ,ist es gut.
Wenn nicht, dann müssen sie umgangssprachlich noch dazulernen.
Es können nicht alle Möchtegern Deutschlehrer sein.