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Nach VorwürfenSlowakische Uni will Aschbacher-Dissertation prüfen

Familien- und Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) ist Samstagabend nach einer Plagiatsaffäre zurückgetreten. Die 37-Jährige beteuerte in einer Erklärung ihre Unschuld und beklagte Vorverurteilung durch "politische Mitstreiter" und Medien. Die Slowakische Technische Universität verspricht nun eine "gründliche Kontrolle".

Zwei Tage, nachdem die ersten Vorwürfe publik geworden waren, ist Christine Aschbacher zurückgetreten © APA (Archiv/Techt)
 

Die Slowakische Technische Universität (Slovenská technická univerzita - STU) will die Dissertation der am Samstag zurückgetretenen Arbeitsministerin Christine Aschbacher gründlich überprüfen. Das berichtete die liberale slowakische Tageszeitung "Dennik N" am Samstag auf ihrer Webseite. Mit ihrer Dissertation hat die ÖVP-Politikerin im Vorjahr demnach bei der STU im Studienprogramm Industrie-Management der Materialtechnischen Fakultät den PhD-Titel erlangt.

Die STU besteht aus sieben Fakultäten. Die Material-technologische Fakultät hat ihren Sitz in Trnava, alle restlichen befinden sich in der Hauptstadt Bratislava.

Seitens der STU heißt es laut der Zeitung und News-Plattform "Dennik N", dass die Arbeit mit dem staatlichen Antiplagiat-System überprüft wurde, das eine Übereinstimmung mit fremden Texten von 1,15 Prozent gefunden habe. "Eine derartige Übereinstimmung ist minimal, aus dieser Sicht handelt es sich also nicht um ein Plagiat. Das Antiplagiat-System vergleicht aber nur die Übereinstimmung mit Quellen, die sich in seiner Datenbank befinden. Fraglich ist dabei das Ausmaß der Vertretung ausländischer Quellen darin", so der Sprecher der STU Juraj Rybansky für die Zeitung. In der Datenbank des staatlichen Systems befinden sich vor allem slowakische Texte aus Lehrbüchern und dem Internet, mit denen Arbeiten verglichen werden. Deutsche Texte liegen nur wenige vor.

Plagiatoren in der slowakischen Politik

Die STU gehört zu den besten slowakischen Hochschulen, öfter hat sie auch enthüllte Plagiatoren aus der slowakischen Politik kritisiert. Nachdem im Vorjahr auch der slowakische Parlamentspräsident Boris Kollar eines Plagiats überführt wurde, hat sich die STU einer öffentlichen Äußerung angeschlossen, laut der "ein akademischer Titel keine Dekoration" sei, dank der Politiker oder Geschäftsmänner ihren sozialen Statuts erhöhen können, sondern das Ergebnis ehrlicher Forschungsarbeit sein sollte.

Im Zusammenhang mit Aschbacher verspricht die STU "gründliche" Kontrolle. "Die STU schaut konsequent auf die Einhaltung hoher Qualitätsstandards von Abschlussarbeiten. Alle Feststellungen von Stefan Weber, die die Dissertationsarbeit von Christina Aschbacher betreffen, werden gründlich überprüft und über die Ergebnisse werden wir informieren," so Sprecher Rybansky.

Studium für zwei Jahre unterbrochen

Laut dem slowakischen Zentralen Register von Abschlussarbeiten hatte Aschbacher 2012 mit ihrer Arbeit begonnen. Eingereicht hat sie ihre Abschlussarbeit aber erst im Mai 2020, also acht Jahre später. Ein externes Doktor-Studium dauert in der Regel nur fünf Jahre, kann aber laut Gesetz um zwei Jahre verlängert werden. Die Uni selbst sieht in der längeren Dauer kein Problem, da laut ihren Infos Aschbacher ihr Studium für zwei Jahre unterbrochen hatte, womit sie die maximale Länge nicht überschritten habe.

Leiter der Arbeit von Aschbacher war Professor Jozef Sablik, der zwischen 1999 und 2006 auch Dekan der Materialtechnischen Fakultät der STU in Trnava war. Die Arbeit hatten als Opponenten auch Dagmar Babcanova und Felicita Chromjakova beurteilt. Ihre Reaktion ist bisher noch nicht bekannt.

Neue Regeln gegen Plagiate

In der Slowakei gelten ab Neujahr neue Regeln gegen Plagiate. Auf den aktuellen Skandal haben diese aber keinen Einfluss, da auch die novellierte Gesetzgebung Rektoren nicht ermöglicht, betrügerisch erlangte Titel rückwirkend abzuerkennen. Die neue Legislative bezieht sich nur auf Abschluss-Arbeiten, die nach dem 1. Jänner dieses Jahres eingereicht werden.

Die Gesetzesnovelle hatten im Vorjahr die slowakischen Koalitionsparteien - Gewöhnliche Menschen (OLaNO) von Premier Igor Matovic, Wir sind Familie von Parlamentspräsident Boris Kollar, die liberale SaS und Für die Menschen - angenommen. Damit haben sie faktisch ihre eigenen Politiker vor einer eventuellen Titel-Aberkennung geschützt. Im vergangenen Jahr sind nämlich auch der slowakische Ministerpräsident Matovic, Parlamentspräsident Kollar und Bildungsminister Bratislav Gröhling von der SaS eines Plagiats überführt worden.

Kommentare (75)
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ma12
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OMG

Diese Ostblockarbeiten einfach nicht anerkennen! UND AUS

Henry44
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Wie kann es so ein Gesetz in Tschechien geben?

Ein betrügerisch erschwindelter akademische Grad kann nach der derzeitigen Rechtslage nicht mehr entzogen werden!

Das Problem von Frau Aschbacher könnte allerdings sein, dass ein Entzug des Magistertitels, der die Voraussetzung für ein Doktoratsstudium ist, dieses wohl ungültig machen müsste.

rouge
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Danke!

Da werden die Studierenden an der FH Wr. Neustadt einiges zu hören bekommen, wenn sie sich um einen Job bewerben.

Lepus52
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Der akademische Abschluss

ist keine Voraussetzung für ein Ministeramt. Sie war aber vorher Mitarbeiterin im Ministerium und da ist es schon von Bedeutung, wie sie eingestuft wurde. In der Kärntner Landesregierung, gab es auch so einen Fall unter Haider, die aus Prüfungsangst nie angetreten ist, sich aber als Akademikerin einstufen ließ. Diese falsche "Mag." Utte Fabel wurde sogar zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt.

zweigerl
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Diss-Shopping

"Mit osteuropäischem Akzent" lautet die stereotype Formel der Täterbeschreibung in der Fahndungssendung "XY". Und das scheint sich bis in die UNiversitäten zu erstrecken, die des Deutschen nur rudimentär kundige Professorinnen mir nichts dir nichts zu Betreuerinnen einer auf Deutsch geschriebenen Diss bestellt. Die Plagiatsprüfung unmöglich, da keine wissenschaftlichen Texte des Auslands eingespeichert sind, die "strengen" Rigorosumsprüfungen vor einem slowakischen Prüfungssenat kann man sich detto lebhaft vorstellen. Ein Verlegenheitspalaver mit Höflichkeitsdienern vor der österreichischen Ministerin. Man verplaudert mit Sprachproblemen die eineeinhalb Stunden und spricht den Sanctus, d.i. das erwartbare "Ausgezeichnet". Frau Ex-Ministerin kaufte sich eine Diss, wie andere Power-Frauen nach Mailand zum Shopping jetten. Das Ganze als Demonstration der "starken", international vernetzten Steiermark.

helmutmayr
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Die Sache ist ja aus

mehrerlei Hinsicht pikant: Wird eine der Arbeiten verworfen, dann wars Betrug.
Jedenfalls stellt sich auch die Frage, wer hat die Arbeit für sie getippselt. Waren es MitarbeiterInnen im Ministerium. In welcher Zeit hat Sie das gemacht, war Sie auf Urlaub während Sie in Bratislava war etc.
Wenn Sie Pech hat kommt da noch einiges Zusammen.
Keine Gesetzeswürfe aber schwachsinnige Doktorarbeiten schreiben, salopp gesagt. Ein tolles Amtsverständnis in Krisenzeiten.

Gerhard818
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Doktorarbeit

Ich frage mich ... jeder Mensch, der in Österreich ein Gymnasium besucht hat, MUSS beim Durchlesen dieser Arbeit, Fehler wie sie in den Medien aufgezeigt wurden erkennen. Hat Frau Aschaber ihre Arbeit selbst nicht mal gelesen?

tupper10
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"Ihre Arbeit"

Oder "die unter ihrem Namen abgegebene Arbeit"?

tomtitan
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Klassisches Eigentor - leider ist es (besonders in der Politik) üblich,

dass Beziehungen, Seilschaften, Haberei etc etc mehr zählen als Ausbildung, Leistung und Fachwissen.

dieRealität2019
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Der selbsternannte Plagiatsjäger und Plagiatsexperte Stefan Weber.

.
Zur Information, es gibt keinen Sachverständigen für Plagiate, noch gibt es "Fachexperten" für Plagiate - so kann man als nicht "Maturant" und nicht "Akademiker" auch Lebensfrustrationen abarbeiten, vermutlich auch eine Lebensaufgabe, wenn man keinen "ordentlichen" Job ausüben kann.

HASENADI
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Vorsicht, Realität...,

dass Sie nicht von sich selbst eingeholt werden...!
Zur Information: Privatdozent Mag.Dr. Stefan Weber, externer Lehrbeauftragter, Forschungsschwerpunkte: Textanalyse, insbesondere Text- Alignment- und Source- Retrieval-Verfahren; gute wissenschaftliche Praxis; Content Automation; Sprach- und Medienphilosophie; Netzkultur. ...(Universität Wien)
Zur kollegialen Kenntnisnahme, LG

Lodengrün
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Dann

machen Sie sich im Netz kundig bevor Sie so viel Flaches absetzen. Wenn man ihre Arbeit ansieht kann man über so viel Unverfrorenheit nur wütend werden.

dieRealität2019
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nur soviel sei gesagt, hier zeigt sich größtenteils wieder die Primitivität von Beitragsschreiber,

die ihre Lebensfrustrationen beleidigend an anderen Personen abarbeiten möchten. Das sie sich selbst in den Spiegel blicken und darin sehen entgeht diesen Menschen anscheinend. Typisch diese Foren wie auch hier. Das einzige hier sind Unterstellungen, Annahmen Verdächtigungen und Beleidigungen in der miesesten menschlichsten Art.
.
Sorry, ein Nonsens & Kokolores den ich hier lesen kann. Uninformiert und unwissend. @gb355 "Und dann: Sofort abtreten gleicht einem Geständnis." Aha, Rücktritt ist Geständnis, dümmlicher gehts nicht mehr. @blackpanther "Sind ihr heimische Unis nicht gut genug?" jährlich studieren tausende von jungen Menschen, wechselseitig weltweit an "ausländischen Universitäten". @BernhardLeopold "Zitat aus Wikipedia.de: Eine Dissertation soll belegen, dass der Kandidat selbstständig wissenschaftlich zu arbeiten versteht. Sie soll im Regelfall neue Erkenntnisse zu dem gewählten Gegenstand enthalten und methodisch einwandfrei sein." Lesen Sie und verstehen sie. Wenn es tatsächlich bei 15-20 % der Arbeiten zutrifft, dann ist das schon viel.
.
Jährlich werden in Europa und in der EU und ihre Länder, ich spreche nur von der Nachkriegszeit, Millionen von Arbeiten geschrieben, davon tausende Arbeiten nur jeweils zu einem Thema. Dazu werden tausendfach die gleichen Quellen benutzt. Wobei Quellenangaben nicht gleich Quellenangaben sind. Allein die Definition Quelle ist vielfach und vielfältig strukturiert. Zehntausende Arbeiten werden im Internet angeboten.

Lodengrün
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Wenn Sie schon @Realität

den Eintrag in Wikipedia zitieren. Das war keine selbständige Arbeit, das war "gestohlen". ie Wissenschaft wurde nicht berührt, also gibt es auch keine neuen Erkenntnisse. Und von der Methodik wollen wir gar nicht anfangen. Sie mögen verwandt sein oder Parteifreund, dass die Frau man möchte sagen kriminell gegen die universitären Regeln vorgegangen ist daran können und werden Sie nichts ändern.

hoerndl
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Die Titel von diesen "Universitäten" sind ein ein Höhn

für jeden, der in Österreich eine ordentliche Universität besucht hat.
Für Politiker mag das reichen oder wenn man man in einem öffentlichen Besoldungschemen einen Dummen findet, der einen deshalb Kompetenz abnimmt und wegen eines solchen Abschlusses befördert.
Aber letztendlich ist dieses Titel-Verkaufsbuissiness dieser Fernunis eine bodenlose Frechheit.

zweigerl
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Die Quellen sind nicht das einzige Kriterium

Die Quellendurchforstung ist ja lange nicht das einzige Echtheitskriterium. Wer eine wissneschaftliche Arbeit liest, merkt nach wenigen Seiten, was es geschlagen hat: Abgekupferter pseudoakademischer Nonsens oder ein pochendes Forscherherz, das für seine Thesen und Argumente brennt. Frau A. ist klar den Renommierkasperln zuzuschlagen, die glauben, dass es im Leben weiterbringt, wenn man auf irgendeine möglichst bequeme Weise eine "Frau Doktorin" ist. Die Diss ist notwendiges Übel und nicht die Chance, eine brennende Frage von allen Seiten anzugehen, um zu neuen Ergebnissen zu kommen.

tupper10
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@ DieRealität2019

Ihr Posting belegt, dass Sie von wissenschaftlichem Arbeiten keinen Tau haben. Was meinen Sie mit "Wobei Quellenangaben nicht gleich Quellenangaben sind. Allein die Definition Quelle ist vielfach und vielfältig strukturiert."? Es ist im Gegenteil genau definiert, was eine Quelle ist, und es ist im wahrsten Sinne auf Punkt und Beistrich geregelt, wie eine korrekte Quellenangabe auszusehen hat.

rouge
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Lieb, wie Sie Ihre Ex-Ministerin verteidigen. Aber es gibt auch Fakten.

@dieRealität: ich geb Ihnen schon recht, dass Beleidigungen in einem Forum absolut nichts verloren haben. Hier könnte der Forumsbetreiber einiges entfernen.
Abgesehen von den Plagiatsvorwürfen, diesem komischen Geschwurbel (haben Sie wenigstens ein paar Auszüge davon gelesen?). ließ die Performance als Ministerin ein klein wenig zu wünschen übrig (war das höflich genug?). Leere Stehsätze bei Interviews, unglaublich peinliche Geldübergabe an ein Baby(!), vom begleiteten Pressefotografen ins rechte Bild gerückt z.B.
Absolutes Unverständnis erzeugt auch der Zeitpunkt ihrer Diss während der größten Krise seit 1945 mit 500.000 Arbeitslosen. Da könnte man meinen, dass für eine Arbeitsministerin der Focus woanders liegen sollte.
Aber auch diese genannten Kritikpunkte werden Sie wohl als bösartige Verleumdung, Unterstellung und Vorverurteilung bezeichnen.
P.S. Der neue Arbeitsminister scheint eine gute Wahl zu sein.

Lodengrün
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Fein

wie Sie Betrug entschuldigen.

FRED4712
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selbstverständlich ist ein Rücktritt

ein klarer Beweis für Unschuld....würde ich auch so machen.....liebe Grüße an deine Parteifreundin

otto2000
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Beschämend

Für mich ist beschämend das sie diese Arbeiten auch noch verdeitigt.

Schimml
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Bundeskanzlerin

Wenn man jetzt dieser Aschbacher das Studium aberkennt, kann sie zumindest noch Bundeskanzlerin werden.

HASENADI
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Scharf, Schimml!

Schlimm! 🤣

gb355
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na ja..

....ist ja schon etwas!!😍

wirklichnicht
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Wo hat die Dame maturiert, wenn sie nicht mal in Deutsch fehlerfrei Sätze formulieren kann?

War es ein Grazer Gymnasium, das sie auch durchgelassen hat?

dieRealität2019
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naja wie ich schon hier schrieb, uninformiert und unwissend

"Wo hat die Dame maturiert, wenn sie nicht mal in Deutsch fehlerfrei Sätze formulieren kann?"
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Der "Großteil" der Maturanten "österreichweit" über den Tellerrand nach Deutschland geblickt ist es nicht viel besser, kann keine fehlerfreien Sätze in Deutsch noch in einer anderen Sprache schreiben. Vom Rechnen möchte ich überhaupt nicht sprechen.

 
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