Auftakt zur ReformAnschober: "Brauchen 100.000 Pflegekräfte bis 2030"

Der Sozialminister plant am Dienstag den Auftakt zur Pflegereform. „Die Pflege ist Bereich mit den größten Arbeitsmarktchancen bis 2030.“

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© (c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)
 

Gesundheits- und Sozialminister Rudolf Anschober will am kommenden Dienstag mit der Reform und dem Umbau des Pflegesystems beginnen. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit der steirischen Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß und Vorarlbergs Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker sollen fünf Arbeitsgruppen eingesetzt werden, die bis Jahresende das breite Feld der Pflegethematik beackern und Reformvorschläge ausarbeiten sollen. Ab Jänner sollen erste Maßnahmen umgesetzt werden.

Als allergrößte Herausforderung in dem Bereich erachtet Anschober im Gespräch mit der Kleinen Zeitung die personelle Situation. „Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Jahr 2030 rund 100.000 zusätzliche Mitarbeiter brauchen. Da wollen wir die Türen massiv öffnen. Wahrscheinlich ist die Pflege der Bereich mit den größten Arbeitsmarktchancen in den nächsten Jahren.“ Bis 2030 gehen mehr als 41.000 Pflegekräfte (Pflegeheime wie auch Krankenanstalten) in Pension.

Aufruf zur Umschulung beim AMS

Angesichts der angespannten Lage am Arbeitsmarkt und der aussichtslosen Situation in manchen wirtschaftlichen Branchen will   Sozialminister Anschober nicht bis zum nächsten Jahr warten, sondern noch heuer ansetzen. „Die Umschulungsoffensive soll bereits in den nächsten Wochen starten. Wir hoffen, dass wir einige tausend zusätzliche Mitarbeiter gewinnen können. Der Appell geht an alle Menschen, die arbeitslos sind und sich die großartige Arbeit grundsätzlich vorstellen können, dass sie diesen Umschulungswunsch beim AMS melden“, so Anschober.

Aufwertung des Berufsbilds

Konkret will der Minister die Zugangsmöglichkeiten bei der Ausbildung verbessern, eine Qualitätssicherung bei der 24 Stunden Betreuung oder auch das Berufsbild aufwerten. „Wir arbeiten auch an der Attraktivierung des Berufs. Da geht es auch um die Frage der Entbürokratisierung. Das wird uns von hunderten Betroffenen fast bei jedem Gespräch geschildert, dass die Bürokratie zu viel Zeit verschlingt und zu wenig Zeit für die Betreuung der Bewohner bleibt.“

Einer Pflegefinanzierung als fünfte Säule neben der Kranken-, Pensions-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung lehnt Anschober ab. Er halte es für eine „öffentliche Ausgabe, gut, fair und gerecht mit den alten Menschen umzugehen“. Auch der türkise Koalitionspartner spreche sich für ein steuerfinanziertes Pflegesystem aus.

Kommentare (3)
Emilia1309
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unerträglich

Alle Verantwortlichen wissen seit J-A-H-R-E-N, dass die Situation für die Pflegerinnen unerträglich geworden ist. Immer mehr Patientinnen für immer weniger Pfleger ist mittlerweile ein Zustand, der überall bei offenen Augen sichtbar wird. Die Vorgesetzten geben die Informationen nicht weiter (keiner will zeigen, dass er seinen Laden absolut nicht im Griff hat wegen der Personalknappheit) und die Politik steckt den Kopf in den Sand und ignoriert aggressiv die Zustände. Nur mit extremen Idealismus schaffen es die Pflegerinnen noch das absolute Chaos zu verhindern. Aber wie lange kann das noch funktionieren?
Und Rudi A. kommt jetzt drauf, dass man etwas tun muss! :-)

Balrog206
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Willst

Menschen zwingen einen Pflegeberuf zu erlernen ?

GordonKelz
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Das heißt, man hat gewaltige Probleme

in der Betreuung und Versorgung alter kranker Menschen und kann keine flächendeckende Palliativversorgung garantieren...und wirbt trotzdem damit um eine Sterbehilfe, die ja nur in Anspruch nehmen, die es selbst wollen, abzuwürgen und die Menschen haben keine Alternative!
Keine Alternative beim Sterben zu haben, kann niemals Menschenrecht sein!
Gordon Kelz