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Erste Landung 2022Bundesheer kauft 18 Leonardo-Helis

Die Beschaffung kostet rund 300 Millionen Euro. Die neuen Helikopter sollen die "Alouette III", die aus technischen Gründen Ende 2023 ausgeschieden werden müssen, ersetzen.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP)
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) © APA/ROLAND SCHLAGER
 

Das Bundesheer kauft um rund 300 Millionen Euro 18 Hubschrauber AW169M des italienischen Herstellers Leonardo. Die ersten Helikopter sollen Mitte 2022 in Österreich, die letzten Anfang 2024 landen. Sie sollen für das Militär verschiedene Aufgaben erfüllen - vom Personen- und Materialtransport bis zu Löscharbeiten.

Die neuen Hubschrauber sind ein Ersatz für die leichten Verbindungs- und Transporthubschrauber "Alouette III", die aus technischen Gründen Ende 2023 ausgeschieden werden müssen. In der Summe von 300 Millionen Euro soll die gesamte Beschaffung beinhaltet sein, also Hubschrauber, Technik, Logistik, aber auch die Ausbildung sowie infrastrukturelle Erfordernisse, heißt es in Presseunterlagen des Verteidigungsministeriums. Ein einzelner Hubschrauber dieses Typs kostet in der Beschaffung zwischen acht und 15 Millionen Euro, je nach Ausstattung und Zusatzpaketen.

AW169M des italienischen Herstellers Leonardo Foto © Verteidigungsministerium

Das neue Hubschrauber-System kann mit unterschiedlichen Konfigurationen für verschiedene Aufgaben alle Fähigkeitsbereiche inklusive dem Selbstschutz abdecken, betonte das Heer. Der Helikopter ist (bei drehendem Rotor) 14,65 Meter lang und 4,5 Meter hoch. Der AW169M kann bis zu 283 km/h schnell fliegen, die maximale Reichweite beträgt 816 Kilometer. Zehn Passagiere können mitgenommen werden. Das maximale Abfluggewicht beträgt 4,6 Tonnen.

Nutzung für mindestens 30 Jahre

Eingesetzt werden soll der neue Helikopter, der mindestens 30 Jahre lang genutzt werden soll, für Personen- und Materialtransporte ebenso wie für Löscharbeiten - er kann beispielsweise drei Mal so viel Wasser transportieren wie die Alouette III. Kleinere Lufttransportaufträge können laut Heer durch das neue System kostengünstiger als mit dem Black Hawk durchgeführt werden. Durch den geräumigen Innenraum bietet er auch genug Platz, um eine Person isoliert transportieren zu können, was gerade in Pandemiezeiten extra hervorgehoben wird.

Der AW169M kann auch bewaffnet werden und ist auch bei Nacht und schlechten Witterungsbedingungen flugtauglich. Außerdem sei das Modell speziell für Einsätze im Gebirge bestens geeignet, heißt es aus dem Militär.

Weil derselbe Hubschrauber auch als Schulhubschrauber verwendet werden kann, könne die Ausbildung effizienter gestaltet werden. Bei Bedarf, also etwa Katastrophen großen Ausmaßes, können die Schulhubschrauber jederzeit auch für Einsatzaufgaben verwendet werden.

Stationiert in der Steiermark

Jene 12 Maschinen, die die Einsatzstaffel bilden, werden in Aigen im Ennstal in der Steiermark stationiert. Die sechs Ausbildungshubschrauber kommen an die Flieger-Fliegerabwehrschule in Langenlebarn in Niederösterreich. In Vorarlberg, Tirol und Kärnten sind bzw. werden temporäre Hubschrauberstützpunkte errichtet, damit kann der Hubschrauber dort temporär betrieben werden.

Nach den Bröseln mit der Beschaffung des Eurofighters von Airbus ist man im Ministerium offensichtlich bemüht, die Entscheidung für den neuen Hubschraubertyp halbwegs transparent zu erklären. Das Verteidigungsministerium habe einen Partner gesucht, "mit dem eine Kooperation in allen Bereichen möglich ist, damit ein effizienter Betrieb während der gesamten Laufzeit kostenoptimiert möglich ist", heißt es in den Presseunterlagen. Dass man sich für den teuersten Hubschrauber entschieden hat, verteidigte man damit, dass für einen konkreten Vergleich nicht nur der Preis, sondern auch die Fähigkeiten herangezogen werden müssten.

Auch Deutschland und USA waren im Rennen

Engere Mitbewerber waren neben Italien auch Deutschland (Airbus) und die USA (Bell). Kanada und die USA forcierten den BELL 429, der Hubschrauber sei aber in den Streitkräften der beiden Nationen nicht eingeführt, was eine Kooperation in den Bereichen Ausbildung, Logistik bzw. Betrieb nicht möglich gemacht hätte, erläutert man im Heer. Bei Deutschland wiederum befürchtete man eine "Fähigkeitslücke von mehreren Jahren", weil dort erst ab Ende 2024 leichte Mehrzweckhubschrauber beschafft werden, zudem sah man keine Kooperationsmöglichkeit bei der Logistik.

Italien hingegen sei willens, in allen Bereichen des Betriebs mit dem Bundesheer zu kooperieren. Italien wird demnach bis zu 100 AW169 kaufen, also kann der Hubschrauber als Teil einer Gesamtkooperation beschafft werden.

Erfahrung mit Leonardo

Mit der Firma Leonardo hat das Heer auch schon Erfahrung, wird unterstrichen: Das Bundesheer betreibt den AB 212, der von Leonardo Helicopter (vormals Agusta Westland) hergestellt wurde. Auch der AB 204 sowie der AB 206, die vom Bundesheer betrieben wurden, stammen aus dieser Produktion. Die Radaranlagen der Luftraumüberwachung sowie der Militärflugplätze sind demnach ebenso Produkte des Leonardo Konzerns.

Die Vertragsverhandlungen sollen etwa sechs Monate dauern, dann braucht die Produktion der Hubschrauber etwa eineinhalb Jahre. Gegengeschäfte - ein großer Aufreger bei den Eurofightern - gibt es laut Verteidigungsressort keine.

Angebote "wertfrei" geprüft, SPÖ und NEOS vermissen Transparenz

Generalstabschef Robert Brieger hat betont, dass man verschiedene Angebote "wertfrei" geprüft habe. Verteidigungsministerin Tanner machte aber kein Geheimnis daraus, dass sie aufgrund der laufenden Gerichtsverfahren mit dem Eurofighter-Hersteller und Heli-Anbieter Airbus "froh" sei, dass der Generalstab die italienischen Leonardo empfohlen hat.

Grundsätzlich zufrieden mit dem angekündigten Hubschrauber-Kauf bei Leonardo ist die Opposition. Die FPÖ heftet sich das Budget für die neuen Helikopter auf die Fahnen, habe dies doch ihr damaliger Minister ausverhandelt. SPÖ und NEOS verlangten noch Transparenz, wie es zur Entscheidung für die Italiener kam.

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Danke für Ihr Verständnis.

SoundofThunder
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Jetzt hat Airbus die Tanner kennengelernt!

Jetzt hat sie die teureren Hubschrauber der Konkurrenz gekauft. 😏

ronny999
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Jetzt sind

wohl ein paar SPÖ nahe Lobbyisten um ein Handgeld umgefallen.

DergeerderteSteirer
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@SoundofThunder, das die Fr. Tanner die fachlich nicht kompetenteste ist sehen und wissen wir laut ihren Handlungen nahezu alle, ............

jedoch nun so zu "ätzen" ist auch nicht korrekt, das italienische Produkt ist mit Sicherheit auch was die Kapazitäten betrift den "Amis" und "Deutschen" um nichts hinten nach !
Wir in Österreich sollten froh sein das es diese Neuanschaffung für die wirklich in die Tage gekommenen "Alouette III" nun zu Stande kommt, in vielerlei Hinsicht ist die Verwendungsvielfalt der Leonardo AW169M beachtlich, das sollte jedem ohne Spott und Raunzerei bewusst sein da in Naturkatastropheneinsätzen und dergleichen ein sicherlich gutes und geeignetes Gerät in Zukunft zum Gebrauch kommt !!

SoundofThunder
16
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🤔

Ist sicher ein guter Hubschrauber.Das habe ich ja nicht gemeint. Gemeint war dass der Hubschrauber von Airbus billiger gewesen wäre. Zahl‘ma für den Stolz der Tanner halt a bisserl mehr. Das Bundesheer ist eh reich.

beneathome
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Gewonnen!

Wir sind nicht mehr 50 Jahre hinter der aktuellen Entwicklung, sondern wahrscheinlich nur mehr 20 Jahre. Aber wir brauchen die Hubschrauber eh nur zum Schulen.

ismirschlecht
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Jeder Grundwehrdiener

....hat nach 6 Monaten mehr Ahnung vom Heer und wäre als Minister geeignet !

crawler
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Ich kenn mich

zwar bei Hubschraubern nicht aus, aber die Idee bei Nachbarn einzukaufen gefällt mir nicht schlecht. Für die Entscheidung selbst werden ja wohl heereseigene Fachleute beraten haben. Kritiker - die nichts entscheiden müssen, wird es trotzdem immer geben.

Expat
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Die AW 169 ist ein Top Heli

Bin mit dieser Maschine 2 Jahre lang zur Arbeit geflogen, 120 Km raus in die Nordsee ohne auch auch nur eine einzige Unsicherheit, was erfahrenen Passagieren sicher einiges sagt.

Leop
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MMM

Hallo unter dieser Frau würde ich den Wehrdienst verweigern,die kann doch kein Vorbild für einen Soldaten sein.Die letzten Minister Darabos,Fasselabend,Lichal alle Zivildiener und Fehlbestzungen trauriges Bunndesheer

erstdenkendannsprechen
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get your facts straight

lichal war ein sog. "weißer jahrgang" (geburtsjahrgänge 1929 bis 1937, nicht mehr in der wehrmacht (zu jung) nicht beim bundesheer (zu alt bei dessen gründung mit der form der allg. wehrpflicht). er war übrigens verteidigungsminister von 1987 - 1990, ich würde ihn nicht zu den "letzten ministern" zählen.
werner fasslabend würde ich auch nicht zu den "letzten verteidigungsministern" zählen, er übte dieses amt von 1990 bis 2000 aus. er war auch kein zivildiener, sondern war untauglich.
einzig darabos (minister von 2007 bis 2013) war zivildiener.
die letzteb minister vor tanner waren starlinger, luif, kunasek, doskozil und klug.
und warum soll der verteidigungsminister soldat oder ein "vorbild für soldaten" sein? dann müsste der unterrichtsminister lehrer und "ein vorbild für alle lehrer" sein, der landwirtschaftsminister bauer und "ein vorbild für alle bauern", der finanzminister banker und "ein vorbild für alle banker", .... selten so eigenartige assoziationen gelesen.

Kristianjarnig
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@erstdenken...

....Sie haben prinzipiell recht was den ersten Teil Ihres Postings angeht.

Generell würde ich mir wünschen wenn Minister "vom Fach" wären, also eine Ahnung von der Thematik hätten und sich nicht auf die Beamten des Ressorts verlassen müßten die ja auch oft ihr eigenes Süpplein kochen.

Man will ja auch im Zivilleben mit Menschen zu tun haben die "eine Ahnung" haben, also ihren Beruf "verstehen". Oft genug passiert es ja(sich den meisten bereits passiert) das man an "Blindgänger" gerät , sei es wenn es um was Handwerkliches geht, sei es ein Arzt, der Autoverkäufer, die Liste läßt sich endlos fortsetzen.

WARUM muß das in der Politik nicht so sein? Warum sollen Minister nicht zwangsläufig vom Fach sein(man muß ja auch Kenntnisse nachweisen wenn man z.b. einen E-Installationsladen aufbauen will)?

Ich wäre dafür das eine Ausbildung und Kenntnisse(und zwar gute, nicht irgendwann nur seine Zeit an der Uni abgesessen und dann nie in dem Fach gearbeitet haben) nachgewiesen werden muß.
Was Berufspolitiker "anrichten" können kennen wir zur genüge. Vielleicht wäre es mal an der Zeit das jemand der wirklich Ahnung hat so einen Posten(nicht nur Verteidigung, generell)innehaben sollte. Blöd für die Parteien, dann würde die Postenschacherei recht schwer werden.....

Leop
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MMM

Besser Banker als einer der die Zahlrn nicht kennt ODER

Leop
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M

Hallo um so schlimmer wenn ein untauglicher Verdeitigungsminister wird Sie haben recht ein untauglicher kann niemals Vorbild sein.Haben Sie kein Vorbild dann sind Sie sehr arm.Ich war 25 Jahre aktiver Sportler hatte immer Vorbilder Gott sei Dank

erstdenkendannsprechen
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zu untauglichem verteidigungsminister, weil sie das so schlimm finden:

das kann zb. an einem augenfehler liegen, an asthma, etc. wenn das ein grund für sie ist, dass jemand nicht verteidigungsminister werden kann - der könnte ev. der beste verteidigungsminister aller zeiten sein, und nur weil er schlecht sieht wäre das wirklich schlimm. ihr weltbild stoßt mich ab. da ist einer, der körperlich fit ist (was glück ist) dafür nichts in der birne hat sicher besser. ganz bestimmt.

Leop
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MMM

Da sieht man wie leicht man die naiven Österreicher provozieren kann.was Sie da schreiben ist geistloses denken mehr möchte ich dazu nicht sagen.

erstdenkendannsprechen
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haha - bitte, die rekruten sitzen dann in der grundausbildung

unter dem poster vom verteidigungsminister und denken sich: "so will ich auch werden" - wenn sie darüber nicht selber lachen müssen....

wer ein vorbild braucht ist arm, aber das ist wohl ansichtssache.

Miraculix11
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So ein Blödsinn

Lichal ist doch viel zu alt. Jahrgang 1932- wann wurde der Zivildienst eingeführt? Mitte der Siebzigerjahre, da war der Lichal bereits über 40 :-)

Leop
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MMM

Warum Blödsinn ,das war ein Irrtum aber in Österreich ist alles gleich Blödsinn, immer nur negativ daher sind wir so unbeliebt in Europa lernt doch positiv zu denken oder versucht es

Balrog206
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Leo

Du warst doch mit deiner Abneigung zu der Frau gleich mal negativ gestimmt ! Positiv denken oder wäre nur Rambo ein passender Verteidigungsminister für dich ?

Leop
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MMM

Hallo bin nicht negativ gestimmt, diese Frau liegt mir nicht,werde ich wohl sagen dürfen.

erstdenkendannsprechen
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als jemand, der früher beruflich

und jetzt privat recht viel in europa herumkommt kann ich ihnen versichern: österreicher sind nicht "unbeliebter" als andere in europa. menschen, die dinge erzählen, die nicht stimmen sind in der regel überall unbeliebt.
menschen, die sich selber in den mittelpunkt stellen und dauernd von sich reden "wir deutschen sind so", "das ist typisch französisch", "wir slowaken sind schon speziell" nerven in der regel auch.
nationalität ist kein kriterium, die einzeperson ist eines und wie sie sich verhält.
übrigens: ihr ausgangsposting strotzt nicht unbedingt vor "positiven gedanken" - die negativität ging hier von ihnen aus.