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Nach FalschangabeDoskozil kommt "sehr gerne" in U-Ausschuss

Das Büro des Landeshauptmannes gestand Falschangabe zu Geldflüssen an ein FPÖ-Institut ein, Kurz soll bei Aussage am Mittwoch indes seinen Terminkalender offenlegen.

Landeshauptmann im Burgenland, Hans Peter Doskozil (SPÖ)
Landeshauptmann im Burgenland, Hans Peter Doskozil (SPÖ) © APA/ROBERT JAEGER
 

Der ehemalige Verteidigungsminister und nunmehrige Landeshauptmann im Burgenland, Hans Peter Doskozil (SPÖ), ist bereit, dem Ibiza-Untersuchungsausschuss Auskunft zur Förderung des FPÖ-nahen Institut für Sicherheitspolitik (ISP) zu geben. "Ich komme sehr gerne, wenn ich geladen werde", sagte er laut ORF Burgenland. Sein Büro gestand indes Falschangaben zu Geldflüssen an den Verein ein.

Der wegen der Ibiza-Affäre von allen Funktionen zurückgetretene frühere Freiheitliche Johann Gudenus hatte angegeben, die Idee für den Verein sei von Doskozil gekommen. Der frühere Verteidigungsminister bestritt aber, dass jegliche Gelder unter seiner Amtszeit geflossen seien. Gegenüber dem "Standard" und dem ORF entschuldigte sich Doskozils Büro für die Falschauskunft. Doskozil sei derzeit im Ausland und habe nur unzureichende Informationen gehabt.

ÖVP verlangte Ladung

Die ÖVP verlangte umgehend Doskozils Ladung als Auskunftsperson in den Untersuchungsausschuss sowie alle Akten des Verteidigungsministeriums zu Geldflüssen an Vereine. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Gerstl hat am Sonntag einen ergänzenden Beweismittelbeschluss angekündigt. Die Grünen wollen, dass alle sicherheitspolitischen Vereine überprüft werden, mit denen das Verteidigungsministerium zusammengearbeitet hat und mit denen noch heute Kooperationen bestehen.

Entbrannt ist die Diskussion kurz vor dem Erscheinen von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vor dem Untersuchungsausschuss. Er soll vorrangig am Mittwoch Auskunft über mögliche Postenschacher im Glücksspielbereich geben. SPÖ und NEOS wollen laut "Kurier" den Kanzler zur Offenbarung seines Terminkalenders verpflichten. Er soll sämtliche Einträge von Treffen mit Personen, die einen Konnex zum Untersuchungsgegenstand haben, offenlegen.

Weiter Diskussion um Sobotka

Auch die Diskussion über den Ausschuss-Vorsitzenden, Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) beruhigt sich nicht. Die Opposition hält ihm weiterhin vor, aufgrund möglicher Beziehungen zum Glücksspielkonzern Novomatik befangen zu sein. Jüngster Anlass ist laut "Krone" ein angeblicher Besuch Sobotkas bei Firmengründer Johann Graf in jener Zeit, als die Installierung des FPÖ-Mannes Peter Sidlo im Casinos-Vorstand vorbereitet wurde.

Kommentare (2)

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HASENADI
2
1
Lesenswert?

Der Pawlowsche Reflex,

gekonnt vorgeführt. Wau!

sistra
0
19
Lesenswert?

Das Verteidigungsministerium überweist 200.000,— Euro an dubiose Vereine?

In mir steigt die Galle hoch! Wenn von Ministerien Geld an dubiose Vereine überwiesen wird, die nicht einmal genau nachweisen können was ihr Vereinszweck ist, geschweige denn, was mit dem Geld passiert ist, dann: Alle involvierten Politiker und Beamten auf die Anklagebank, wegen Betrug am Volksvermögen!