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130 Seiten starkHeeresbericht soll mit düsteren Szenarien aufrütteln

Verteidigungsminister Thomas Starlinger präsentiert heute seinen Zustandsbericht über das Bundesheer. Er gibt der kommenden Regierung zehn Forderungen mit auf den Weg.

Bundesheer Iveco
Auch an geschützten Fahrzeugen herrscht großer Mangel © Bundesheer/Daniel Trippolt
 

Es sind keine Wohlfühltermine, die Verteidigungsminister Thomas Starlinger heute im Amtsgebäude Rossauerkaserne der Reihe nach wahrnimmt. Neben Kommandanten aus ganz Österreich und Bediensteten seines Hauses wird er zu Mittag auch der Öffentlichkeit seinen Report „Unser Heer 2030“ präsentieren. Mehr als 130 Seiten stark ist das offizielle Papier, wesentlich umfangreicher der geheime Teil des Zustandsberichts.

Starlinger ließ in allen Dienststellen und Waffengattungen des Bundesheers erheben, welche Investitionen bis zum Jahr 2030 notwendig sind, um den Auftrag noch erfüllen zu können. Der Bericht zeige schonungslos auf, wo das Heer derzeit stehe, heißt es aus dem Umfeld des Ministers. Und er bohre noch viel tiefer als die im März noch unter der türkis-blauen Regierung erschienene Alarm-Broschüre von Generalstabschef Robert Brieger. Dieser hatte darin einen dringenden Investitionsbedarf von drei Milliarden Euro (ohne aktive Luftraumüberwachung) sowie ein Regelbudget von einem Prozent des BIP als Forderung abgeleitet.

INTERVIEW: THOMAS STARLINGER
Minister Thomas Starlinger veranschaulicht die Budgetentwicklung seines Ressorts Foto © APA/HANS PUNZ

Um die aktuellen Bedrohungen zu veranschaulichen, ließ Starlinger realistische Szenarien ausarbeiten – etwa ein großflächiges Blackout und einen Terrorangriff mit militärischen Waffen. Der Bevölkerung soll so drastisch vor Augen geführt werden, wie verwundbar sie angesichts des Zustands des Bundesheeres ist. So haben etwa die Milizbataillone im Falle einer Mobilmachung weder die notwendigen Funkgeräte noch die Fahrzeuge, um geschlossen in den Einsatz zu gehen.

Den Bericht sieht Starlinger als Erbe für seine Nachfolger. Für die kommenden Regierungsverhandlungen hinterlässt er darin zehn Forderungen in Bezug auf das Bundesheer. Und er zeigte sich zuletzt davon überzeugt, dass durch diese klare Aufarbeitung beim nächsten Bundeskanzler auch „das notwendige Verständnis für die Bereitstellung der Mittel abgeleitet wird“. Generell habe er in den letzten drei Monaten schon ein Umdenken in der Bevölkerung „wie auch in den Chefetagen der Parteien“ feststellen können, sagt Starlinger. Und mit dem Bundespräsidenten habe er einen weiteren starken Fürsprecher hinter sich.

Auch die Militärkommandos in den Bundesländern sollen in den nächsten Tagen die Botschaft des Ministers unter das Volk und zu lokalen Entscheidungsträgern bringen. Am Donnerstag informiert etwa Militärkommandant Brigadier Heinz Zöllner, wie (schlecht) es um das Bundesheer in der Steiermark bestellt ist.

Kommentare (18)

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77ebb8cbcdcaeb9db3ad652831220f4b
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Schade, dass der Kunasek für sein Heeresressort

56 Millionen (Anm: Kleine Zeitung 26.4.2019) an externen Beratern sich geleistet hat! Für das Geld wäre schon einiges möglich gewesen! Und das BH jammert noch! Ja, dann darf man halt keine solche Regierung wählen!

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Reipsi
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Geld für Österreich

sparen, das heißt keine teuren Auslandseinsätze mehr, das Geld im Inland verbrauchen.

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georgXV
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unsere Zwergenarmee leistet sich 160 (mehr oder weniger) Generäle und Brigadiere !!!

wir brauchen eine schlanke Heeresführung und KEINEN "Wasserkopf" !!!
Insofern muß es allen Berufssoldaten von Anfang an klar sein, daß nicht jeder bis zum Pensionsalter "durchgefüttert" werden kann !!!
Mit anderen Worten, es muß ständig Abgänge geben bzw. "ausgesiebt" werden und ein Eintritt ins BH mit ca. 20 Jahren heißt NICHT unbedingt, daß man die nächsten ca. 45 Jahre dort verbringen / versorgt werden kann !!!
Dies ist in den allermeisten westlichen Armeen so der Fall !!!
So ist die Politik gefordert die hierfür notwendigen Personalentwicklungs- und Anreizsysteme zu schaffen und vor allem auch umzusetzen und KEINE Rücksicht auf Parteisoldten (ALLER Parteien) zu nehmen !!!

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KarlZoech
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@ georgXV: Damit haben Sie zwar recht, doch mit weniger Generälen

und sonstigen Personalmaßnahmen wird der finanzielle Nachholbedarf bei weitem nicht gedeckt werden können.

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77ebb8cbcdcaeb9db3ad652831220f4b
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Verbindungsoffiziere in der Bundesregierung

Kickl‘s Traum von was?

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tannenbaum
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Aber

für die größte, frei zugängliche Flugshow Europas hat das Bundesheer anscheinend genug Geld!

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joektn
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🤔

Die Flugstunden der Österreicher sind sowieso im Budget kalkuliert und wo sie dann fliegen ist ziemlich egal. Die ausländischen Teilnehmer erhalten auch kein Geld und die ganze Organisation am Boden wird durch viele Sponsoren ermöglicht. Es gab dafür auch kein Sonderbudget und für eine alle 3 Jahre (!) stattfindete Veranstaltung waren die Gesamtkosten extrem überschaubar.

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DF78
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Nein zum Berufsheer!

Nein zu Söldnern! Nein zu käuflichen Politikern! Die österr. Landesverteidigung ist als Milizsystem eingerichtet und dass ist gut so. Man muss nur auch das "Unsichtbare" verstehen können! Jungen Menschen tut die Orientierungphase beim ÖBH oder Zivildienst sehr gut, wo einmal jeder gleich ist und man mal was anderes tut als nur an sich selbst zu denken. Wertet lieber dass was da ist auf! Leider sind mit diesem Thema keine Wählerstimmen zu holen, weil es hier um langfristige Ziele geht und die meisten Parteien nur an ihre Regierungszyklen denken!

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DF78
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Das Unsichtbare

Zum Kommentar von GordonKelz, will ich anmerken, dass die Sinnfrage des ÖBH mit der Sinnfrage einen Fahhradhelm beim Radln aufzusetzten zu vergleichen ist. Im alltäglichen Einsatz denkt man sich, warum schlepp ich das Ding mit mir herum. Bis jetzt ist mir eh noch nichts passiert. Faktum ist aber: "Vier von fünf Kopfverletzungen wären mit Helm nicht passiert." Schauen Sie mal ins UKH Meidling in die Schädl-Hirn-Trauma-Station... Der Fahrradhelm ist wenigstens "sichtbar". Das ÖBH ist meistens unsichtbar. Es schützt unsere Souveränität unsere Demokratie unsere Kultur und unsere Freiheit. Schauen Sie mal in die Welt, dann sehen Sie wie viel das Wert ist! Ich bin Milizsoldat und hab schon viel gesehen. Es gibt bei der Miliz sehr viele Menschen die mitfühlen und trotzdem bereit sind die Republik Österreich mit der Waffe zu verteidigen!

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GordonKelz
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Das UNSICHTBARE....

....vor wem wollen Sie verteidigen?
Bei Terror genügt die Polizei , und so gerüstet
wie die meisten Ostblockstaaten, müssten wir Atomwaffen haben, um vielleicht zu überleben. Eine gescheitere destruktive Politik ist die beste Waffe.
All das Gerät das das Bundesheer anschaffte, um unser teures Geld ist jetzt zum wegwerfen..Millionen und Milliarden....
Es wird immer Leute geben, die in allem und jedem eine Bedrohung sehen. Die einzige die ich derzeit sehe ist das unverständliche Wahl verhalten von ca.15 bis 20% der Österreicher!
Gordon Kelz

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DF78
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Lernen aus der Natur...

S. g. Herr Kelz! Wir Menschen bestehen nicht nur aus einem Gehirn, dann könnte man vielleicht das Weglassen von Streitkräften seriös in Betracht ziehen. Ihr Körper verfügt über ein Immunsystem. Wie oft haben Sie im Jahr Fieber? Ich hoffe nicht zu oft? Wollen Sie auf Ihr Immunsystem verzichten? Die Bedrohung ist da. Sie bleibt nur "unsichtbar", weil wir eine "unsichtbare" Verteidigungsarmee besitzen. Das ÖBH könnte nichts ausrichten... Lesen Sie mal vom Kampf der Kurden gegen den IS in Syrien. Da sieht man mal was eine kleine Truppe erreichen kann. Aber Sie wollen hoffentlich nicht das die ÖBH-Soldaten eine Mannschaft von ausgehungerten humaistischen Idealisten wird. Unterschätzen Sie nicht den "Heimvorteil". Man braucht nicht immer gleich Atomwaffen; oder wollen Sie in einer Linie mit Präsident Trump argumentieren? Stellen Sie sie sich vor Wien hat für 5 Tage keinen Strom... Oder Terroranschläge an 3 verschiedenen Orten in Wien... Da braucht man Personal. Man braucht dann nicht nur "Rambos" (Spezialkräfte, Berufssoldaten).

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joektn
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🤔

Herr Kelz ich bitte Sie, sich umfassend darüber zu informieren was das ÖBH leistet. Gerade erst letzten Herbst konnten tausende Kärntner auf die Hilfe des ÖBH zählen, als im Gailtal der Damm gebrochen ist. Kriege finden statt, nur finden die nicht mehr mit Panzern usw statt sondern auf eine ganz neue Methode. Ich würde sie bitten sich umfassend zu erkundigen was wir derzeit für Bedrohungen haben. Österreich ist kein kleiner weißer Fleck auf der Landkarte der sich sicher sein kann dass nie was passieren wird.

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GordonKelz
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Welche Szenarien....?

...jetzt wartet man schon seit 1945 auf einen Feind den es nicht gibt und futtert Generäle für s Zeitung lesen mit Abermilliarden, völlig
planlos werden Abfangjäger gekauft , die in desolaten Hangars vor sich hin warten, weil sie selten einsatzfähig sind...
Und das alles weil man als Verlierer des letzten Krieges dazu verpflichtet wurde...
Bemüht euch um eine Änderung der Verfassung mit den Signartarstaaten und gebt zu, das Österreich kein Geld hat, sich bis auf die Zähne zu bewaffnen!
Gordon Kelz

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netangel
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Absolut Dumm

Ja, wenn wir in einer absolut friedlichen Welt aus lauter bunten Regenbogen leben würden, ohne Hass , Neid, Gewalt, Mißgunst, wo jeder für den anderen lebt und ohne Naturkatastrophen, ohne verzweifelte Menschen, die auf Hilfe warten, ja dann könnte man sicher einiges einsparen!

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DearReaders
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Dieses Posting...

... ist in jeder Zeile so falsch, dass es wehtut.

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petrbaur
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..

Was ist falsch? Das es beim bund 100 vl sogar 1000de vizelt. gibt die nix mehr zu tun haben ausser zur standeskontolle aufzutauchen und die restliche zeit im offizierscasino sitzen und saufen und dafür kassieren? Mit der beamtenpragmatisierung haben wir uns selber ein riesen ei gelegt..

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limbo17
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Leider

sind mit diesem Thema keine Wählerstimmen zu holen und somit interessiert es auch nicht wirklich irgendwem!
Das Heer ist nur Beliebt wenn der Gatsch zur Haustüre rein kommt.
Ein paar Tage später sind Soldaten wieder unbeliebt wie eh und je!

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selbstdenker70
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...

Da geb ich dir absolut recht. Wahrscheinlich ist der Österreicher bei diesem Thema zu sehr vorbelastet. Militär bzw Soldaten ist zugleich Krieg, und den will niemand. Und wie du sagst, sichtbar wird das Militär erst beim Hochwasser oder bei der Lawine. Sonst muss, zum Glück, das Militär nie aus der Kaserne raus. Der Fehler war die Abstimmung zum Berufsheer. Hätte man es einfach gemacht, ohne zig populistischen Diskussionen, wären wir heute anders aufgestellt. Wahrscheinlich hätte man damit auch den Beruf "Soldat" aufgebessert und in der Bevölkerung attraktiver gemacht. Wen ich aber schon in die Pflicht nehme sind die Bundespräsidenten. Als oberste Befehlshaber wäre es ihre Pflicht gewesen sich diesbezüglich politisch einzubringen.

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