Weltweit steigen die Verteidigungsausgaben rasant, auch Österreichs Bundesheer investiert bis zum Jahr 2032 mehr als 16 Milliarden Euro in neues Gerät und Ausrüstung für die Soldaten. Damit von diesen staatlichen Ausgaben auch die heimische Industrie stärker profitiert, machen Verteidigungs- und Wirtschaftsministerium jetzt gemeinsame Sache. Eine Taskforce für Industriekooperationen bei Rüstungsgeschäften wird gestartet.
„Mit der Taskforce ‚Industriekooperation‘ wollen wir klar festgeschriebene Rahmenbedingungen definieren, um Beschaffungen des Bundesheeres für industrielle Kooperationen gezielt zu nutzen. Diese Rahmenbedingungen müssen transparent und über alle Zweifel erhaben sein, weshalb dieser Prozess unter enger Einbindung der Finanzprokuratur stattfindet“, lassen sich die beiden zuständigen Minister Klaudia Tanner und Wolfgang Hattmannsdorfer (beide ÖVP) am Dienstag zitieren.
Lieferketten sollen abgesichert werden
In der Taskforce sitzen Vertreterinnen und Vertreter der beiden Ministerien, der Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung und der Finanzprokuratur. Ziel der Arbeitsgruppe ist, durch kooperative Beschaffungsvorhaben und Industriepartnerschaften im Verteidigungsbereich die sicherheitsrelevante heimische Produktion zu stärken und technologische Kompetenz sowie die Souveränität Österreichs gezielt auszubauen. Es geht auch um die Erhöhung der Krisenresilienz Österreichs, wenn man mehr Einfluss auf die Lieferketten bei sicherheitsrelevanten Gütern hat.
Schon bei der bevorstehenden Beschaffung der Advanced Jettrainer M-346 FA von Leonardo gemeinsam mit Italien soll die neue Taskforce mögliche Kooperationen beurteilen. Die Erfahrungen daraus sollen für zukünftige Beschaffungen als Orientierung dienen, heißt es.
„Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Österreichs beitragen und damit aktiv zur Sicherung unserer nationalen Souveränität beitragen können“, sagt Verteidigungsministerin Tanner. „Wir als Wirtschaftsstandort haben ein maximales Interesse daran, dass Beschaffungen im Verteidigungsbereich, wie international üblich, Aufträge für den Wirtschaftsstandort im eigenen Land auslösen“, ergänzt Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer.