In einem ausführlichen Interview mit ORF-Moderatorin Margit Laufer in der Zeit im Bild 2 sprach Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) über die bevorstehende Landeshauptleutekonferenz und die geplante Reformpartnerschaft zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. Ziel sei es, eine umfassende Verwaltungsvereinfachung sowie Reformen in zentralen Bereichen wie Bildung, Gesundheit und Energie voranzutreiben. Haslauer betonte, dass es keinen Sinn mache, jetzt schon konkrete Vorschläge zu machen, aber: „Tatsache ist, dass wir Reformen umsetzen wollen. Tatsache ist, dass auch sehr viel zu tun ist.“
Ein zentrales Thema ist laut Haslauer die oft kritisierte Kompetenzverflechtung im Bildungsbereich. Derzeit herrsche ein „Kompetenzdschungel“, etwa durch die Mischung von Bundes- und Landeszuständigkeiten sowie sogenannten hybriden Bildungsdirektionen. „Da glaube ich, brauchen wir eine Linie“, so Haslauer. Er könne sich vorstellen, die mittelbare Bundesverwaltung zu stärken, um klare Strukturen zu schaffen. Ziel sei eine effizientere Verwaltung, die durch Digitalisierung und moderne Technologien unterstützt werde.
Edtstadler? „Sie ist genau die richtige Frau!“
Auch mögliche strukturelle Maßnahmen, wie etwa die Fusion von Gemeinden, wurden thematisiert. Haslauer sieht in Salzburg jedoch keine Notwendigkeit dafür, verweist aber auf die Möglichkeit von Verwaltungsgemeinschaften als sinnvollere Lösung. Angesichts der aktuellen budgetären Herausforderungen sieht er sogar eine Chance: „Jetzt kann man Strukturen und Reformen angehen, über die man bisher nicht diskutieren musste.“
Zum Abschluss seiner Amtszeit zeigte sich Haslauer rückblickend zufrieden mit der Entwicklung Salzburgs, insbesondere in wirtschaftlicher Hinsicht. Persönlichen Stolz verspüre er nicht, aber Freude über das Erreichte. Der politischen Kultur in Österreich wünscht er sich jedoch wieder mehr Respekt und Toleranz. Seiner Nachfolgerin Karoline Edtstadler traut er viel zu: „Sie ist genau die richtige Frau – weltoffen und verwurzelt.“