Am Montag muss sich Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in jenem prachtvollen Gebäude in der Wiener Innenstadt einfinden, in dem vor exakt einem Monat ein anderes einstiges Polit-Wunderkind vier Jahre Haft ausgefasst hatte – Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Der Oberste Gerichtshof hatte Grassers Schuldspruch wegen Untreue in der Buwog-Causa bestätigt und seine Freiheitsstrafe reduziert. Das erstinstanzliche Urteil von Kurz fiel freilich milder aus, er war im Vorjahr wegen Falschaussage im Ibiza-Untersuchungsausschuss zu acht Monaten bedingt verurteilt worden. Vor dem Wiener Oberlandesgericht, das ebenfalls im Justizpalast residiert, werden die Berufungen von Kurz und seinem ehemaligen Kabinettschef Bernhard Bonelli behandelt.
Kurz-Schuldspruch und Anklage
Die türkise Angst vor dem Präzedenzfall
Analyse.
Ex-Bundeskanzler Kurz bekämpft morgen seinen Schuldspruch vor dem Oberlandesgericht, Klubobmann Wöginger wurde wegen Amtsmissbrauch angeklagt. Für ihre Partei, die ÖVP, geht es aber um mehr.
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