Israel will angesichts des Stillstands bei den Waffenruhe-Gesprächen nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers nur noch einige Tage lang weiter verhandeln. Israel Katz drohte der Hamas im Gazastreifen zugleich, die Kämpfe gegen die Islamistenorganisation wieder aufzunehmen. „Wenn die Hamas nicht bald die Geiseln freilässt, werden die Tore Gazas geschlossen und die Tore zur Hölle geöffnet“, sagte er nach Angaben seines Büros.

Israel hat bereits den Zugang für Hilfslieferungen in das großflächig zerstörte Küstengebiet gestoppt. Obwohl die Hamas einen Vorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff abgelehnt habe, sei Israel der Bitte der Vermittler nachgekommen und lasse noch einige weitere Verhandlungstage zu, so Katz weiter. Witkoffs Plan sieht die Fortsetzung der Waffenruhe bis Mitte April im Gegenzug für die Freilassung von Geiseln vor.

Die Hamas pocht hingegen auf die sofortige Umsetzung einer zweiten Phase des Gaza-Deals, die ein Ende des Kriegs und den Abzug von Truppen vorsieht, und die eigentlich Anfang März beginnen sollte. Die Eckpunkte dazu haben beide Konfliktparteien aber noch nicht ausgehandelt. Israel will die Hamas dazu bringen, Witkoffs Vorschlag zu akzeptieren.

Über Wiederaufbau des Gazastreifens wird beraten

Währenddessen beraten die arabischen Staats- und Regierungschefs am Dienstag über Pläne zum möglichen Wiederaufbau des Gazastreifens. Mit dem Gipfeltreffen in Kairo will die ägyptische Regierung den umstrittenen Plänen von US-Präsident Donald Trump etwas entgegensetzen, die Palästinenser dauerhaft in arabische Länder „umzusiedeln“. Neben Spitzenvertretern unter anderem aus Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und Katar wird auch EU-Ratspräsident António Costa erwartet.

Die Vereinten Nationen schätzen die Kosten für den Wiederaufbau des Gebiets, das wegen des Kriegs zwischen Israel und der Hamas in Trümmern liegt, auf 53 Milliarden US-Dollar (50,91 Mrd. Euro).

Bei Diskussionen über die Zukunft Gazas sind viele Fragen ungeklärt, etwa wer das Gebiet nach einem Kriegsende kontrollieren und sichern soll. Zudem steht die Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas auf der Kippe, die Kämpfe könnten neu ausbrechen. Auslöser des Kriegs war das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer Palästinenserorganisationen am 7. Oktober 2023 in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verübt hatten.

Trump hatte vorgeschlagen, Gaza in eine „Riviera des Nahen Ostens“ zu verwandeln und die rund zwei Millionen Palästinenser nach Ägypten und Jordanien dauerhaft „umzusiedeln“, woraufhin die UN vor einer „ethnischen Säuberung“ warnten. Trumps Äußerungen hatten in der arabischen Welt und darüber hinaus Empörung ausgelöst.