Sprachkundige Journalisten würden das Sprichwort kennen, dass die Russen ihren Schlitten lange anspannen, sagte Sergej Lawrow. „Wir haben sehr lange angespannt, es ist endlich Zeit, loszufahren.“ Gestern veranstaltete Moskaus Chefdiplomat seine Jahrespressekonferenz. Und Lawrow, 71, bemühte sich keineswegs, Spannung herauszunehmen. Er forderte von seinen westlichen Kollegen eine konkrete schriftliche Antwort auf die russischen Vorschläge – binnen einer Woche. „Russland wird nicht endlos warten.“ Lawrows Hauptbotschaft: Russland lasse es sich nicht länger gefallen, dass die Nato seine roten Linien missachte. Der Westen missachte internationales Recht und habe es darauf abgesehen, eine neue Weltordnung aufzubauen. Lawror nannte auch Österreich, das wie Schweden und Finnland "von Zeit zu Zeit und sogar regelmäßig an Nato-Übungen teilnimmt". Die Nato, so Lawrow, häufe an der russischen Grenze Kriegsgerät an, die Amerikaner transportierten Zehntausende Soldaten und Tausende Waffensysteme Richtung Polen und Baltikum.